Catatonia

Catatonia, britische Rockband, 1990 von der Sängerin Cerys Matthews (* Cardiff, Wales, 11.4.1969) und dem Gitarristen Mark Roberts (* Llanwrst, Wales, 3.11.1969) in Cardiff gegründet; die Band trug zunächst den Namen Sweet Catatonia, doch ließen Matthews und Roberts das Wort Sweet weg, als sie gewahr wurden, dass es sich bei Katatonie um eine schwerwiegende psychische Erkrankung handelt.

Bandbiografie

Cerys Matthews und Mark Roberts hatten bereits als Straßenmusiker zusammengearbeitet und vereinzelt gemeinsam Songs geschrieben. Um ihre Musik einem breiteren und nicht zufälligen Publikum zu präsentieren, gründeten sie gemeinsam mit dem Bassisten Paul Jones, dem Keyboard-Spieler Clancy Pegg, dem Schlagzeuger Dafydd Ieuan und dem Perkussionisten Kris Jenkins Catatonia. In den ersten Jahren wechselte die Besetzung der Band einige Male, doch bis Mitte der 1990er-Jahre hatte sich Catatonia mit Matthews, Roberts, Jones, dem Gitarristen Owen Powell und dem Schlagzeuger Aled Richards konsolidiert.
In dieser Besetzung wurde 1995 das Debütalbum, »The Sublime Magic of Catatonia«, aufgenommen. Die Veröffentlichung blieb weitgehend unbeachtet, und auch das 1996 folgende Album »Way Beyond Blue« wurde von einem größeren Publikum nicht wahrgenommen. Das änderte sich mit der 1998 veröffentlichten CD »International Velvet«, die bis auf den ersten Platz der britischen Charts stieg und auch »Equally Cursed and Blessed« (1999) fand sich auf der Top-Position der britischen Hitparade. International hingegen konnte die Band um Cerys Matthews nicht recht reüssieren, allenfalls Achtungserfolge in Australien und Neuseeland erreichen. Die vierte CD, »Paper Scissors Stone« kam erst 2001 in die Plattenläden und war schon überschattet von den Reiberein innerhalb der Band. Cerys Matthews, Gravitationszentrum der Band, versuchte, dem Druck des Kreislaufes von Studioarbeit, Promotion und ausgedehnten Tourneen auszuweichen, flüchtete sich zeitweise in den Alkohol, Auftrittstermine wurden abgesagt und im Herbst gab die Band schließlich ihre Auflösung bekannt. Auf der Strecke blieb das Album »Paper Scissors Stone«, dass es dennoch auf Platz 6 der britischen Charts brachte.
Der Erfolg Catatonias beruhte im Wesentlichen auf der seltsamen und ein wenig beunruhigenden Mischung von Pop-Glanz und diversen Beigaben innerhalb der präzise, mitunter perfekt gearbeiteten Songs, die ihnen einen Hauch von Nervosität, wenn nicht Hysterie verliehen. Die mädchenhafte, irreführende Stimme von Cerys Matthews zwangen Jones und Richards manchmal in ein Prokrustes-Bett des sturen Klangs und all die sanften Streicher und singenden Gitarren – mehr als einmal an Begleitmusik zu altmodischen Western erinnernd – wurden durch von elektronischen Instrumenten erzeugte Einsprengsel gestört. Matthews konnte ihrer Stimme eine rostige Schärfe geben und selbst im Konzert schien sie die Wahrhaftigkeit ihrer Texte – häufig thematisierte sie mehr oder weniger verklausuliert ihre jahrelange Beziehung zu Roberts – beschwören zu wollen.
Cerys Matthews war wenige Jahre, im Zenit der Bandkarriere, zumindest in Großbritannien ein Sex-Symbol. Die Attraktivität ihrer Bühnenerscheinung – zu der allemal ihr singulärer Stimmklang wie ihre besondere Art, die Songs der Band zu interpretieren gehörten – verstellte dabei den Blick auf die Musik der Band – und damit auf den Anteil von Mark Roberts.
Aus ihrer Liebe zu ihrer Heimat, Wales, hatten die Mitglieder Catatonias nie einen Hehl gemacht; Matthews sang mit walisischem Akzent und es gibt auch einige Songs in der alten Sprache. Nach der Auflösung der Band gründeten Roberts und Jones die Band Y Ffyre. Matthews versuchte es solo und veröffentlichte auch eine Mini-LP mit walisischen Songs. Anrührend sind ihre Interpretationen walisischer Volkslieder, mit denen sie, nur von einer Harfenistin begleitet, gelegentlich auftrat.



Diskografie

The Sulbime Magic of Catatonia (1995)
Way beyond Blue (1996)
International Velvet (1998)
Equally Cursed and Blessed (1999)
Paper Scissors Stone (2001)