Chris Squire

Squire, Chris, eigentlich Christopher Russell Edward Squire, britischer Rockmusiker (Bassgitarre, Gesang, Komposition), * Kingsbury (London) 4.3. 1948, † Phönix (Arizona) 27.6. 2015; Squire war einer der Gründer der Progressive-Rock-Band Yes.

Biografie

Als Schüler sang Chris Squire in einem Kirchenchor; in diese Zeit fallen auch seine ersten Versuche als Instrumentalist in einer Rockband, die er gemeinsam mit seinem Freund Andrew Jackman gründete. Eine einschneidende Erfahrung machte er Mitte der 1960er-Jahre, als er mit LSD in Berührung kam und nach Einnahme wochenlang krank war. Er nutzte die Zeit, sein Bassspiel zu verbessern und sah sich nach seiner Genesung nach einer Band um. Er schloss sich mit Jackman, der Keyboards spielte, zunächst der Gruppe The Self an, die sich allerdings bald mit der Band The Syn zusammentat; The Syn gilt als Vorläufer von Yes. Kurze Zeit war er auch Bassist der Band Mabel Greer’s Toyshop. Als er Jon Anderson kennenlernte, stellten die beiden Musiker ihre Vorliebe für Vokal-Formationen wie Simon & Garfunkel und The Fifth Dimension fest. Ihre Idee, diese Art von Vokalmusik mit Rock zu kombinieren, führte zu der Gründung von Yes. Squire war klug genug, sich die Rechte an dem Namen zu sichern, ein Umstand, der noch viele Jahre später Bedeutung haben sollte.

Yes war ab 1969 auf dem Schallplattenmarkt präsent. Trotz aller Umbesetzungen, die die Band im Laufe der Jahre erfuhr, war Squire an jeder Veröffentlichung der Band beteiligt. Einzig und allein an dem Projekt Anderson Bruford Wakeman Howe mochte er nicht mitmachen und verweigerte den vier Musikern sogar die Nutzung des Namens Yes.

Eigene Aktivitäten verfolgte er eher halbherzig. Die LP »Fish out of Water« (1975) – Fish ist der Spitzname des Bassisten – nahm er parallel zu seinem Engagement bei Yes – damals auf dem Höhepunkt des Erfolges – auf, es blieb bei diesem einzigen echten Solo-Album. 1981 versuchte er mit Alan White und Jimmy Page eine Gruppe zu gründen, die einfach XYZ hieß, doch mochte Robert Plant nicht seine Stimme für die Band erheben und so blieb es bei einigen wenigen Versuchs-Aufnahmen. Mit dem Gitarristen Billy Sherwood gründete er eine Gruppe namens Conspiracy, die es immerhin auf zwei Alben brachte. Und schließlich beteiligte er sich von 2004 bis 2006 ein paar Monate lang an einer Reunuion von The Syn. Auch für das Weihnachtsalbum »Chris Squire’s Swiss Choir« (2007) gab er seinen Namen.

Chris Squire gehört zu dem halben Dutzend Bassisten der Rockmusik, denen das Attribut »stilbildend« zusteht. Dabei hatte er selbst in John Entwistle von The Who und Lee Jackson von The Nice Vorbilder: Wie diese löste er den Bass – ohne Anleihen beim Jazz – aus seiner bloßen Begleitfunktion heraus, bevorzugte einen obertonreichen Klang und kontrapunktische Linien. Manch eines seiner Riffs – etwa das von »Heart of the Sunrise« – diente ihm im Konzert zu ausgetüftelten Höhenflügen. Technisch betrat Squire Neuland, als er das Signal seines Basses durch zwei Verstärker laufen ließ und dadurch seinen besonderen Bassklang erreichte. Er selbst entwickelte eine Spielweise, bei der er das Plektrum so knapp zwischen Daumen und Zeigefinger hält, dass immer auch der Daumen an der Tonerzeugung beteiligt ist. Aber nicht nur mit seiner Rickenbacker-Bassgitarre – die seitdem untrennbar mit dem Progressive Rock verbunden ist und von zahlreichen Bassisten dieser Stilrichtung bevorzugt wird – ist Squire von zentraler Bedeutung für Yes, sondern auch mit seinem leicht erkennbaren Background-Gesang.

Diskografie

Fish out of Water (1975)
Chris Squire’s Swiss Choir (2007)

Mit Conspiracy

Conspiracy (2000; mit Billy Sherwood)
The Unknown (2003, mit Billy Sherwood)

Mit Alan White

Run with the Fox (1981)

Mit Squackett

A Life Within A Day (2012; mit Steve Hackett)

Weitere Alben mit Yes
Weitere Alben mit The Syn

Weblink

www.chrissquire.net (Offizielle Website des britischen Bassisten Chris Squire)