Clive Bunker

Bunker, Clive, britischer Schlagzeuger, * Luton, Bedfordshire, England 30.12. 1946

Biografie

Clive Bunker wollte als Halbwüchsiger zunächst Gitarrespielen lernen, gab den Plan aber bald auf, weil er sich für untalentiert hielt. Er wandte sich dem Schlagzeug zu, seine Eltern schenkten ihm ein Paar Stöcke und eine Snare Drum, so dass er sich selbst einige Grundzüge des Schlagzeugspiels beibringen konnte. Im Alter von 16 Jahren besaß er ein eigenes Drum Set und schloss sich der Band The Warriors an. Seinen ersten Auftritt als professioneller Musiker hatte er als Mitglied der Gruppe The Toggery Five. Als Schlagzeuger der Band McGregor’s Engine lernte er den Gitarristen Mick Abrahams; gemeinsam mit Abrahams, dem Bassisten Glen Cornick und dem Sänger und Flötisten Ian Anderson gründete Bunker 1967 die Bluesrock-Band Jethro Tull. Bunker blieb bis 1971 Schlagzeuger der Band, verließ dann Jethro Tull und zog sich aus dem Musikgeschäft zurück. Seine Lebensunterhalt bestritt er in dieser Zeit in seinem erlernten Beruf als Ingenieur und betrieb nebenbei eine Hundezucht.
Die Leitung des Platten-Labels Chrysalis – bei dem Jethro Tull unter Vertrag stand – überredete den Schlagzeuger allerdings schon bald, sich wieder als Musiker zu betätigen. Bunker wurde mit Frankie Miller und Jim Dewar Mitglied von Robin Trowers neuer Band Jude, doch brachte es die Formation nicht zu Plattenaufnahmen. Bunker wechselte auf ein Angebot von Mick Abrahams dessen Bluesrock-Gruppe Blodwyn Pig, spielte später aber auch etwa für Gordon Giltrap, Steve Hillage und Manfred Mann. Stilistisch nicht apodiktisch festgelegt, begleitet er in Konzerten auch die Vikki Clayton Band, eine Folk-Formation. Er selbst veröffentlichte 1998 sein Solo-Album »Awaken«, 2004 folgte »Diving in the Past«. Mit einigen Größen der britischen Folk Music – Jerry Donahue (Fairport Convention, Fotheringay), Rick Kemp (Steeleye Span), Ray Jackson (Lindisfarne), Doug Morter (Albíon Band, Magna Charta) und Kristina Donahue (Fairport Convention) gründete Bunker, der selbst auch für Pentangle gespielt hatte, die Folk-Band The Gatthering Britannia.
Bunker, der sich von Schlagzeuger wie Buddy Rich und Bobby Elliott, Drummer der britischen Band The Hollies inspiriert fühlt, steht mit seinem Spiel für die LP »Stand Up« (1969) und »Aqualung« (1971), die beide zu den herausragenden Werken der Band gehören. Bunker machte Rockhörer in seinem Spiel – hörbar etwa auch in dem Stück »Bourée« – mit Jazz-Spielweisen bekannt und wurde damit für viele nachfolgende Schlagzeuger zu einem Vorbild. Bunker spielte Drum Sets der Firmen Slingerland und Ludwig und benutzte Becken von Paiste.



Diskografie

Awaken (1998)
Diving in the Past (2004)

Mit Jethro Tull

This Was (1968)
Stand Up (1969)
Benefit (1970)
Aqualung (1971)

Mit The Gathering Britannia

The Bridge Between (2011)



Literatur

Rees, David: Minstrels in the Gallery – A History of Jethro Tull; Wembley 1998