Duncan Mackay

Mackay, Duncan, britischer Komponist und Keyboard-Spieler, * Leeds 2.7. 1950

Duncan Mackay lernte als Kind Violine und nahm in den 1960er-Jahren mit dem Hauptinstrument Violine auch ein Studium auf, das er 1967 abschloss. Als professioneller Musiker indes wurde er von dem brasilianischen Bandleader Sergio Mendez als Keyboardspieler engagiert. Mackay gilt seit dieser Zeit als ebenso virtuoser wie vielseitiger Pianist und Organist. Bereits Anfang der 1970er-Jahre begann er an einem eigenen Album zu arbeiten, das 1974 unter dem Titel »Chimera« veröffentlicht wurde. Trotzdem dieses Album dem zu dieser Zeit noch dominanten Progressive Rock zuzurechnen ist, blieb Mackays Album unbeachtet: Zeitgleich hatten Yes »Tales From Topographic Oceans« und Genes »The Lamb Lies Down On Broadway« veröffentlicht. 1973 war Mackay zunächst Mitglied der Band des britischen Schlagzeugers Ginger Baker, dann nahm ein er ein Angebot des britischen Schlagzeugers Jon Hisemans an, in dessen Band Colosseum II die Keyboards zu spielen. 1975 schloss er sich der britischen Band Cockney Rebel um den Sänger Steve Harley an, arbeitete parallel zu diesem Engagement aber an einem weiteren eigenen Album. »Score«, von John Wetton produziert, kam 1977 auf den Markt, doch war zu dieser Zeit Progressive Rock beim Publikum nicht mehr gefragt, so dass Mackay auch mit diesem Album nicht reüssieren konnte. Als Kate Bush eine Begleitband für ihr Debüt-Album »The Kick Inside« (1978) benötigte, fiel ihre Wahl auf die Musiker von Cockney Rebel. Mackay war an den Aufnahmen zu den ersten drei LP von Kate Bush beteiligt und spielte auch für deren Hit »Wuthering Heights« die Tasteninstrumente.
Mackay war in den 1970er-Jahren ein stark nachgefragter Studiomusiker und gehörte zu den Stammmusikern der Abbey Road Studios in London; als Studiomusiker nannte er sich Mickey Mackay. In dieser Eigenschaft arbeitet er unter anderem mit Alan Parsons Project, Camel, Nude, The Single Factor und Budgie zusammen. Längst hatte er sich auch einen Namen als Spezialist für Synthesizer gemacht. 1978 übernahm er die Keyboards bei der britischen Band 10cc, die nach der Veröffentlichung ihres Albums »Bloody Tourists« (1978) und vor allem der Single »Dreadlock Holiday« für eine ausgedehnte Tournee einen versierten Organisten und Pianisten benötigten. Bei 10cc blieb Mackay bis 1981. Zunehmend verlegte er sich auf die Komposition von Musik für Filme und veröffentlichte gelegentlich Alben unter eigenem Namen, 1980 »Visa«, 1990 »A Picture Of Sound«, allemal von elektronischen Klangerzeugern bestimmte Musik. 1997 ergab die Zusammenarbeit mit dem Sänger und Keyboardspieler Neal Lockwood ein weiteres Album. Erstmals eine eigene Band gründete Mackay 2003, als er gemeinsam mit dem Sänger Greg McEwan die Band ReUnion zusammenstellte.
Duncan Mackay stand in den 1970er-Jahren stets im Schatten von Keyboard-Meistern wie Keith Emerson und Rick Wakeman, obwohl er ihnen in seinen manuellen Fähigkeiten ebenbürtig ist. Sein Album »Score«, das auf der Rückseite des Covers die akribische notierte Partitur der ersten Takte des Songs »Witches« zeigt, zeigt den erheblichen Einfluss, den Emersons Musik auf Mackay ausübte, hier und da wirken seine größtenteils ausschließlich instrumentalen Kompositionen wie Paraphrasen zu »Take A Pebble« von Emerson, Lake & Palmer. Gleichzeitig weist diese LP aber auch schon über ihre Zeit hinaus, denn Mackay nutzte die damals zur Verfügung stehende Synthesizer-Technik für orchestrale und großorchestrale Arrangements, die die Konstruktion später und mit Hilfe von Samplern zustande gekommenen Musik vorwegnimmt.

Diskografie

Chimera (1974)
Score (1977)
Visa (1980)
A Picture Of Sound (1990)

Mit Neal Lockwood

Lockwood Mackay (1997)