Egg

Stichworte Steve Hillage | Deram Records | Decca Records | The Nice | Soft Machine | Henry Cow | Hatfield and the North



Egg, britische Progressive-Rock-Band, 1968 aus der Band Uriel hervorgegangen. Die Band wird zu sogenannten Canterbury- Scene gezählt.

Bandbiografie

Der Sänger und Bassist Mont Campbell, der Organist Dave Stewart – nicht zu verwechseln mit Dave Stewart von den Eurythmics -, der Schlagzeuger Clive Brooks und der Gitarrist Steve Hillage hatten noch als Schüler 1967 die Band Uriel gegründet. Hillage nahm allerdings 1968 ein Studium auf, ging nach Canterbury und trennte sich von der Band. Campbell, Stewart und Brooks benannten ihr Trio daraufhin Egg.
Bereits ein Jahr später erhielt Egg einen Vertrag bei Deram Records; Deram war von Decca Records als Unterlabel für die noch neue Strömung Progressive Rock gegründet worden und in Egg sahen die Manager des Labels einen Vertreter dieser Richtung. Das erste Album der Band, versehen mit dem schlichten Titel »Egg«, kam 1970 in die Plattenläden. Die Musik der Band entsprach den Vorstellungen der ausgehenden 1960er-Jahre: Ausgedehnte Improvisationen, Zitate aus Werken der Kunstmusik und ausdifferenzierte Arrangements prägten die Musik dieser ersten LP Eggs. Allerdings hatten die drei Musiker die Grenzen des jungen Genres – festgelegt etwa von The Nice – hier und da überschritten, liebäugelten mit neuer Musik einerseits, mit dem Jazz andererseits. Diese farbige Mischung fand beim Publikum nur wenig Anklang, und auch das 1971 folgende Album »The Polite Force« blieb in den Läden liegen – Campbell, Stewart und Brooks hatten keine Veranlassung gesehen, ihre Musik zu ändern und im Grenzbereich von Rock, Jazz und Kunstmusik erneut ausgeklügelte Musik vorgelegt.
Während das Trio unbeeindruckt von schlechten Verkaufszahlen im Studio an seiner Musik arbeitete, zog Deram die Konsequenz und kündigte den Vertrag. Die Musiker lösten ihre Band auf, doch fand Dave Stewart bei Richard Branson, Gründer des Labels Virgin Records, ein offenes Ohr. Branson hatte aus dem versponnenen Label Virgin eine prosperierende Firma gemacht, die sich zunehmend dem Pop-Music-Markt widmete. Für eher experimentelle Musik wie die von Egg hatte er Caroline Records gegründet. Stewart, inzwischen Keyboard-Spieler bei Hatfield and the North, hatte für die 1974 veröffentlichte LP »The Civil Surface« die alten Kompositionen überarbeitet und eine Vielzahl von Musikern, vornehmlich die Holzbläser Lindsay Cooper und Tim Hodgkinson – zur gleichen Zeit bei Henry Cow engagiert – hinzugezogen. So wich die Musik der dritten LP Eggs erheblich von der der ersten beiden LPs ab. Verschwunden waren die Zitate, Cooper und Hodgkinson, aber auch drei Sängerinnen hatten neue, bis dahin ungewohnte Klangfarben hinzugefügt und die gesamte Musik auf den Jazz ausgerichtet.
Dennoch war »The Civil Surface« die letzte Veröffentlichung Eggs. Stewart etablierte sich neben Mike Ratledge von Soft Machine als führender Organist der so genannten Canterbury-Scene; Campbell und Brooks hingegen zogen sich zurück.
Egg wird zwar wegen der Bedeutung Dave Stewarts zur Canterbury-Scene gezählt, jener spezifisch englischen Form eines verspielten Jazzrock, wie ihn etwa Soft Machine, Henry Cow, Hatfield and the North und National Health repräsentierten, doch sind die erste und zum großen Teil auch die zweite LP eher Progressive Rock im Gefolge von The Nice und Gentle Giant, wenn auch Elemente des Jazz hier schon eine gewisse Rolle spielten. Die dritte LP allerdings stellt geradezu den Modellfall der Musik der Canterbury-Scene dar: Artifiziell, ironisch, versponnen und witzig zugleich – aber eben auch kaum verkäuflich.



Diskografie

Egg (1980)
The Polite Force (1971)
The Civil Surface (1974)



Weblinks

http://calyx.club.fr/bands/egg.html (Website zu der britischen Band Egg)