Eloy

Stichworte Harvest Records | Progressive Rock | Yes | Genesis



Eloy, deutsche Progressive-Rock-Band, 1969 von dem Gitarristen Frank Bornemann (* 1945) in Hannover gegründet; der Name geht auf die Bezeichnung Eloi für ein fiktives Volk in H.G. Wells (* 1866, † 1946) Science-Fiction –Roman »Die Zeitmaschine« (The Time Machine, 1895) zurück.

Bandbiografie

Bornemann hatte bereits als Schüler in Rockbands gespielt und Ende der 1960er-Jahre mit dem Gitarristen und Keyboard-Spieler Manfred Wieczorke, dem Sänger und Pianisten Erich Schriever, dem Bassisten Wolfgang Stöcker und dem Schlagzeuger Helmut Draht eine Band gegründet, der er den Namen Eloy gab. Nach Veröffentlichung einer Single legte die Gruppe 1971 ihre erste LP, »Eloy«, vor. Die Publikumsresonanz auf diese LP war eher gering, so dass Schriever und Draht die Band 1972 verließen. Für Draht kam Fritz Randow, den leeren Platz von Schriever glich Bornemann mit einer Umbesetzung aus: Wieczorke wechselte von der Gitarre an die Keyboards, er selbst übernahm nun auch den Gesang. Aufgrund einiger Auftritte bei verschiedenen Festivals wurde die deutsche Dependance der Plattenfirma ↑EMI Electrola auf die Band aufmerksam und nahm Eloy unter Vertrag. Das erste Resultat dieser Zusammenarbeit, die LP »Inside« brachte Eloy einige Reputation in Europa ein und wurde sogar in den USA veröffentlicht. In den folgenden Jahren veröffentlichte die Band regelmäßig jährlich eine LP, wenn auch die Band längst Vehikel für Bornemanns Ideen geworden war und von ihm immer wieder mal umbesetzt wurde.
1984 veröffentlichte Eloy, nunmehr bei EMIs Progressive-Rock-Label Harvest, mit »Metromania« die letzte LP dieser Reihe, Bornemann löste die Band auf. Zu dieser Zeit hatten ihr neben Bornemann und Randow der Keyboard-Spieler Hannes Folberth, der Gitarrist und Elektronik-Spezialist Hannes Arkona und der Bassist Klaus Peter Matziol angehört. Bornemann verabschiedete sich allerdings nicht vollständig aus dem Musikgeschäft, sondern stellte von Zeit zu Zeit für die Aufnahme eines neuen Eloy-Albums Bands zusammen, meist aus der Gruppe der Musiker, die im Laufe der Jahre bei Eloy gespielt hatten. So erschienen bis 1998 vier weitere Alben unter dem Namen Eloy, bis Bornemann im Jahre 2000 – vermeintlich endgültig – aufgab. Doch mit dem seit Mitte der 1990er-Jahre allmählich wieder wachsenden Publikumsinteresse an Progressive Rock entschloss er sich 2009, noch einmal eine Eloy-CD zu veröffentlichen und legte unter dem alten Bandnamen das Album »Visionary« vor.
Eloy kam mit ihrer epischen, an britischen Vorbildern wie Yes und Genesis angelehnten und dennoch eigenständigen Musik um wenige Jahre zu spät. Zwar war die Musik der Band allemal konkurrenzfähig, was Komposition und Ausführung anging, doch wirkte sie in den ausgehenden 1970er-Jahren wenigstens altmodisch. Dennoch: Eloy hatte bis in die 1980er-Jahre auch Erfolg in Großbritannien und – früher und in etwas geringerem Maße – auch in den USA. Mit Beginn der 1980er-Jahre war der Progressive Rock allgemein zur Musica non grata geworden, für deutschen Progressive Rock war erst recht kein Platz mehr.



Diskografie

Eloy (1971)
Inside (1973)
Floating (1974)
Power and The Passion (1975)
Dawn (1976)
Ocean (1977)
Live (1978)
Silent Cries and mighty Echoes (1979)
Colours (1980)
Planets (1981)
Time to turn (1982)
Performance (1983)
Metromania (1984)
Ra (1988)
Destination (1992)
The Tides return forever (1994)
Ocean 2 – The answer (1998)
Visionary (2009)



Weblink

http://www.eloy-legacy.com/ (Offizielle Website der deutschen Rockband Eloy)