Elvis Presley

Presley, Elvis Aaron, amerikanischer Rocksänger und Schauspieler, * East Tupelo (Mississippi) 8.1.1935. Presley ist das einzige Kind seiner Eltern, des Landarbeiters und Lastwagenfahrers Vernon Elvis Presley (* 1916) und dessen Frau Gladys Love, geb. Smith (* 1912). Sein vor ihm geborener Zwillingsbruder Jessie Garon kam tot zur Welt. Bei der Eintragung des Namens Elvis Aaron Presley in das Melderegister kam es zu einem Fehler, als der zuständige Beamte fälschlich als zweiten Namen »Aron« schrieb; Elvis Presley ließ diesen Fehler später korrigieren.

Biografie

In seiner Kindheit kam Elvis Presley in der Kirche und in der Schule mit Musik in Berührung, hörte aber auch die Musik schwarzer Bluesmusiker und die Country Music der Rundfunkstationen. In der Schule fiel sein Gesangstalent einer Lehrerin auf und sie meldete den Zehnjährigen bei einem Kindergesangswettbewerb anlässlich der Mississippi-Alabama Fair and Dairy Show an. Elvis Presley gewann mit seinem Vortrag des Songs »Old shep« den fünften Preis – fünf Dollar und freie Benutzung der Karusells.
1946 erhielt Elvis Presley statt des erwünschten Fahrrads eine Gitarre, ein billiges Warenhaus-Instrument für kaum mehr als ein Dutzend Dollars. Zwei Jahre später beherrschte er das Instrument so gut, dass er sich bei seinem Abschied von der Schule selbst zu »Leaf on a Tree« begleiten kann. Seine Eltern verließen Tupelo und bezogen in Memphis eine winzige Sozialwohnung. In Memphis auch lernte Elvis Presley Gospel und Blues, die Musik der Schwarzen, besser kennen; häufig war er mit einer Gitarre zu sehen. An der Humes High School, die er bis 1953 besuchte, gewann er einen Talent-Wettbewerb. Äußerlich passte er sich an das Aussehen der Landarbeiter und Lastwagenfahrer an, ließ sich die Haare wachsen und trug lange Koteletten.
Nach Abschluss der High School arbeitete er in einem Werkzeugladen. Als er erfuhr, dass jedermann beim Memphis Recording Studio, einem von Sam Philipps betriebenen Tonstudio, für vier Dollar eine einzige Single aufnehmen konnte, spielte er im Juli 1953 die Songs »My happiness« und »That´s when your Heartaches begin« ein und schenkt die Platte seiner Mutter als nachträgliches Geburtstagsgeschenk. Tatsächlich war es aber nicht sein Motiv, seiner Mutter eine späte Geburtstagsfreude zu machen – sie hatte im April Geburtstag -, vielmehr wollte Presley wissen, wie sich seine Stimme auf einer Schallplatte anhören würde und dann entscheiden, möglicherweise Musiker zu werden. Er war keineswegs überzeugt von seiner Stimme, als er sie nun selbst hörte; andere sollten das ganz anders sehen.
Philipps war an dem Tag, als Presley in sein Studio kam, nicht anwesend, aber seine Sekretärin Marion Keisker, die die Aufnahme gemacht hatte, erzählte ihm von dem jungen Mann mit dem seltsamen Aussehen und dem auffälligen Gesang. Anfang 1954 kam Presley erneut in das Studio, das später nach dem von Philipps betriebenen Label Sun Records stets Sun Studio genannt werden wird, um noch einmal zwei Songs aufzunehmen. Nun betreute Philipps selbst die Aufnahmen und erkennt sofort das Potential des Sängers. Zu dieser Zeit hatte Presley die Arbeitsstelle gewechselt und arbeitete für die Crown Electric Company, deren Lastwagen er auch gelegentlich fuhr; nebenbei hatte er eine Ausbildung zum Elektriker aufgenommen.
Philipps holte nun seinerseits Presley ins Studio, um ihn eventuell für sein Sun Label zu engagieren. Die Aufnahmen des Songs »Without you« befriedigten Philipps jedoch nicht und er bat den Sänger nach Gutdünken bekannte Songs zu singen. Davon dann überzeugt, brachte er Presley nach einigen Wochen mit versierten Musikern wie dem Gitarristen Scotty Moore und dem Bassisten Bill Black zusammen. Die ersten Aufnahmen in dieser Besetzung verliefen verhalten. Erst als die drei Musiker eine in schnellerem Tempo gehaltene Version von Arthur »Big Boy« Crudup »That´s all right« durchgespielt hatten, entschloss Philipps sich für die Veröffentlichung einer Single; auf die Rückseite presste er »Blue Moon of Kentucky«. Die Single war der Auftakt zu einer Reihe von insgesamt fünf Singles, die Philipps auf seinem Label Sun veröffentlichte – sie machten das Label zur Legende.
Zu einer professionellen Karriere reichen der Erfolg der Single und die vereinzelten Auftritte der drei Musiker in lokalen Clubs jedoch, auch ein Auftritt in der Radio-Show Grand Ole Opry brachte Presley, Moore und Black nicht den erhofften Durchbruch. Der gelang den Musikern erst, als sie von dem Sender KWKH Radio für die Konkurrenzsendung zur Opry, die ebenfalls wöchentlich ausgestrahlte Show Louisiana Hayride, engagiert wurden und nach einigen vom Publikum positiv angenommenen Auftritten im Oktober 1954 einen Jahresvertrag erhielten – ein Jahr lang jeden Sonnabend Teilnahme an der Show.
Die allmähliche Professionalisierung seiner Karriere machte ein Management notwendig. Anfang 1955 unterschrieb Presley einen Vertrag mit Bob Neal. Zur gleichen Zeit lernte er aber auch den Manager Tom Parker, der »Colonel« Parker genannt wurde, kennen. Parker hatte bereits die Country-Größen Hank Snow und Eddy Arnold unter Vertrag. Parker engagierte auch Presley, Moore und Black für eine Konzerte Hank Snows und brachte das Trio mit dem Schlagzeuger D. J. Fontana zusammen. Wenig später, nach Abschluss eines Vertrag mit der von Snow und Parker gemeinsam betriebenen Gesellschaft Hank Snow Attractions, wird Parker der Manager von Presley und seiner Band; Neal blieb Mitglied des Mangaments.
Parker, der bald ausschließlich für Presley arbeitete – und dann auch die Unabhängigkeit von Snows Gesellschaft sicherte -, hielt die Möglichkeiten, die Philipps seinem Schützling bieten konnte, nicht für ausreichend und sah sich nach einer anderen Plattenfirma um. Bereits im November 1955 hatte er in RCA den passenden Partner bekommen. RCA kaufte Presley für 35 000 Dollar aus dem Sun-Vertrag heraus, der Sänger selbst erhielt 5000 Dollar. Zu dem ganzen Paket gehörten auch sämtliche von Sun mit Elvis Presley gesamten Aufnahmen, einschließlich der fünf bereits veröffentlichten Singles, die RCA umgehend wieder auf den Markt brachte.
Die ersten Neuaufnahmen für RCA erfolgten im Januar 1956. Unter den Songs der ersten Sessiosn befand sich »Heartbreak Hotel«, der von der Plattenfirma noch im gleichen Monat als Single veröffentlicht wurde. Innerhalb weniger Wochen wurden 300 000 Exemplare der Schallplatte verkauft und Presley hatte seinen ersten Hit: Erster Platz in den Pop-Charts, erster Platz in den Country-and-Western-Charts, fünfter Platz in den Rhythm ‚n’ Blues-Charts. »Heartbreak Hotel« brachte Elvis Presley noch im selben Jahr die erste Goldene Schallplatte für eine Million verkaufter Platten ein.
Gleichzeitig wurde Presley zum Fernsehstar. Im Frühjahr 1956 trat er mit seiner Band mehrmals in der »Stage Show« der CBS auf und wurde damit innerhalb weniger Monate national bekannt; er war der erste Rockmusiker, der das noch junge Medium für sich in geradezu exemplarischer Weise einsetzen konnte. Wenn er auch noch weiterhin seine Radio-Shows absolvierte, so waren die Auftritte im Fernsehen weit bedeutender für den weiteren Verlauf seiner Karriere.
Die RCA nutzte den Rummel um den Sänger in adäquater Weise. Eine der wieder veröffentlichten Sun-Singles, »I forgot to remember to forget«, bewies ihre Hit-Qualitäten und bescherte Elvis, wie er von seinen Fans familiär genannt wurde, einen weiteren Nummer-Eins-Platz, die bald zusammengestellte erste LP hielt sich mehr zehn Wochen auf dem ersten Platz der Pop-Charts des Musik-Fachmagazins Billboard und brachte dem Sänger die erste Goldne Platte für ein Album. Plattenveröffentlichungen, Auftritte im Rundfunk und im Fernsehen wechselten mit Konzerten im ganzen Land einander ab – Elvis Presley war zu einer nationalen Größe geworden, von den jugendlichen Fans frenetisch, mitunter hysterisch umjubelt, von der Welt der Erwachsenen vor allem ob seiner mal mehr, mal weniger provokanten TV-Auftritte wenigstens maliziös, oft genug aber auch mit unverhohlener Ablehnung registriert. Da mochte Hollywood nicht abseits stehen, die Filmgesellschaft Paramount Pictures verpflichtete ihn zunächst für einen Film, sicherte sich aber seine Zusage auf sechs weitere. Der Marktwert des Sängers wuchs ebenso schnell wie seien Popularität und sein Manager Colonel Parker verlangte Honorare in bis dahin ungekannter Höhe: 50 000 Dollar erhielt Presley bereits Mitte 1956 für drei Auftritte in der Show Ed Sullivans, der allerdings nicht gerade zu den Freunden von Presley gehörte.
Presley arbeitete auch an seiner Musik. Für neue Aufnahmen wurde das Gesangsquartett the Jordanaires hinzugezogen und gehörte in der Folge bis weit in die 1960er-Jahre zu Prelseys Begleitmusikern. The Jordanaires konnten gleichermaßen als Gospelgruppe wie als Country-Backgroundchor überzeugen und prägten schnell den Klang vieler Aufnahmen des Sängers
Die Dreharbeiten zum ersten Film mit Elvis Presley als singendem Darsteller wurden im Sommer 1956 aufgenommen. Zunächst sollte der Film den Titel »The Reno Brothers« tragen, doch besann man sich bald eines Besseren und nannte ihn »Love me tender« nach einem Song in dem Film. Das Bürgerkriegs-Melodram, Ende des Jahres in die Kinos gekommen, erfüllte in kommerzieller Hinsicht die hochgespannten Erwartungen und die Darstellungskunst Presleys wurde durchaus wohlwollend bewertet. So beschloss der Sänger das Jahr als neuer Star, der fünf Singles und zwei Alben in die Top-Positionen der Charts gebracht, einen erfolgreichen Film gedreht und durch viele Auftritte im Fernsehen und in den Konzerthallen ein großes Publikum angezogen und begeistert hatte.
Bis März 1958 verlief die Karriere Presleys wie in einer durch das Jahr 1956 vorgezeichneten Bahn: Er veröffentlichte Singles und LP, drehte weitere Filme (»Loving you« 1957; »Jailhouse Rock« 1957; »King Creole« 1958), und meistens stand beides in engem Zusammenhang. Der Erfolg seiner Aktivitäten begann Wirkung in seinem persönlichen Leben zu zeigen: Er färbte sich die haare schwarz und kaufte in Memphis eine Villa, die den Namen Graceland erhielt. Hier scharte der Familienmensch Presley seine Angehörigen um sich.
Das Jahr 1958 brachte allerdings einen entscheidenden Einschnitt in Karriere und Leben des Sängers. Er wurde zur Armee einberufen und begann im April 1958 in Fort Hood in Texas seine militärische Grundausbildung; einige Mitglieder seiner Familie, so seine Eltern, folgten ihm. Den ersten Urlaub im Juni 1958 nutzte der Sänger für Plattenaufnahmen, die letzten bis 1960. Wenige Wochen später, im August 1958 erkrankte, Presleys Mutter schwer und starb. Schwer getroffen von dem Verlust seiner Mutter kehrte Presley nach Fort Hood zurück und kam Ende September 1958 nach Deutschland,wo er in Friedberg in der Eifel den Rest seines Militärdienstes absolvieren sollte. Schon wenige Tage nach seiner Ankunft trafen auch sein Vater, seine Großmutter Minnie Mae sowie seine zwei Leibwächter ein. Die Familie bezog nach einigen Wochen Hotelaufenthalt ein Haus in Bad Nauheim, in dem dann auch Elvis Presley lebte. In Deutschland lernte Presley die 14jährige Tochter eines Offiziers kennen, Priscilla Beaulieu.
Colonel Parker hielt unterdes die Karriere Presleys in Gang. Er überwachte die Veröffentlichung von kurz vor dem Militärdienst aufgenommenen Singles, von Zusammenstellungen und bereitete die Zeit nach dem Militär vor. Geschickt verband er beides: Das Cover von »A big hunk of love« zeigt den Sänger vor dem Tor von Bad Nauheim. Für den kommenden Film spielte Presley das deutsche Volkslied »Muss i denn zum Städele hinaus«, das für die Deutschen das Abschiedslied des Rockstars darstellte, in den USA aber als »Wooden heart« wieder auftauchte. Persönlichen Kontakt zum Show Business in den USA hielt er durch einige Telefoninterviews. Anfang März beendete Presley seinen Militärdienst im Range eines Unteroffiziers und kehrte in die USA zurück.
Seine Karriere hatte die Militärzeit einigermaßen unbeschadet überstanden, zumal es ihm hoch angerechnet wurde, dass er sich wie jeder andere US Boy seiner Pflicht gestellt hatte.
Noch im März 1960 begannen die Aufnahmen zu dem Album »Elvis is back!«. Vorab wurde die Single »Stuck on you« veröffentlicht, die sich nach drei Wochen auf dem ersten Platz der nationalen Hitparade platzieren konnte. Das Album schaffte es bis auf Platz zwei der Album Charts.
Presley knüpfte nicht nahtlos an seine Zeit vor dem Militärdienst an, er setzte auch erneut Maßstäbe: Für einen Beitrag in Frank Sinatras TV-Show erhielt er die seinerzeit extrem hohe Summe von 125 000 Dollar. Für ihn selbst ging es ebenfalls wie ehedem weiter. Er drehte 1960 seinen fünften Film (»GI Blues«), seinen sechsten Film (»Flaming Star«) und nahm die Dreharbeiten zu seinem siebenten Film (»Wild in the Country«) auf, jeweils begleitet von mehr oder weniger ausgedehnten Aufnahme-Sessions im Tonstudio. Die resultierenden Alben und Songs waren immens erfolgreich: Der Soundtrack zu »GI Blues« blockierte zehn Wochen lang den ersten Platz der Billboard-Charts und wurde über zwei Jahre lang in der Liste notiert.
Längst waren die Filme das probate Mittel geworden, die Musik Presleys bekannt zu machen, den Plattenverkauf anzustoßen und über einen längeren Zeitraum zu stimulieren. Die Filme waren allerdings immer dann besonders erfolgreich, wenn sie genug Musik enthielten, War das nicht der Fall, wie etwa in »Flaming Star« und »Wild in the Country«, blieben die ganz großen Erfolge aus.
Die Arbeiten an seinem achten Film, »Blue Hawaii«, hatte allerdings einen Nebeneffekt: Die Insel wurde Presleys bevorzugter Ferienort. Gleich nach dem Abdreh seines neunten Films. »Follow that dream«, machte er einen Monat Urlaub auf Hawaii. Der Soundtrack zu »Blue Hawaii« entwickelte sich zur selben zeit zu einem seiner größten Erfolge und konnte sich über 20 Wochen auf dem ersten Platz der Charts halten. Die Machart des Films – unkomplizierte Handlung, hübsche Mädchen, viele Songs – wurde zur sogenannten »Presley formula« und bildete somit die Blaupause für die Elvis-Filme der 1960er-Jahre. Für die Dreharbeiten zu »Girls! Girls! Girls!« (1962) ging man sogar wieder nach Hawaii.
1962 hatte Elvis Presley, der neben der kontinuierlichen Veröffentlichung der Filme auch weiterhin Schallplatten produzierte, die nichts mit den Filmen zu tun hatten, mit »Good luck charm« seinen vorerst letzten Top Hit.
Die Platten, obwohl immer noch immens erfolgreich, waren aber insgesamt nicht mehr auf die ersten Platze der Hitparaden abonniert, wurden nicht mehr ganz so oft gekauft wie noch in den Jahren 1965 bis 1961. Auch die Filme zogen das Publikum nicht mehr im gleichen Maße an. Dennoch drehte Elvis Film um Film.
Die sogenannte »British Invasion«, die 1964 mit voller Kraft die amerikanische Pop-Welt veränderte, traf den mittlerweile längst zum »King of Rock ´n´ Roll« ausgerufenen Presley, wenn auch nicht übermäßig hart. 1965 machten gar die Beatles ihre Aufwartung bei dem Star und machten gemeinsam ein wenig Musik.
Das stereotype Rezept Colonel Parkers funktionierte allerdings nicht mehr so recht, Presley zeigte sich zunehmend frustriert von der sturen Abfolge von Filmdrehs und Musikaufnahmen. Der Niedergang hielt sich aber im Rahmen und immer wieder gelang es Presley, vor allem seine Musik – wie etwa den Soundtrack zu seinem 16. Film, »Roustabout« -, auf die Top-Position der US-Charts zu bringen. Parker handelte einen neuen Vertrag für ihn aus, der ihm für jeden Film die Gage von einer Million Dollar garantierte. Seine Vertrag mit RCA wurde bis 1974 verlängert, ein Vertrag mit einer japanischen Filmgesellschaft sollte bis 1969 laufen.
An seinem Missbehagen an seiner Karriere änderte dies wenig. Er suchte Ausgleich beim Reiten, kaufte eine Ranch in der Nähe von Graceland und schenkte seiner Freundin Priscilla Beaulieu ein Pferd. Gleichzeitig machte er ihr einen Heiratsantrag. Im Mai 1967, wenige Tage vor Priscilla Beaulieus 22. Geburtstag, heiratete das Paar. Bereits im Februar 1968 kam die gemeinsame Tochter Lisa Marie Presley auf die Welt.
Das Jahr 1968 sollte zu einem Wendepunkt in der Karriere des Stars werden. Die Akzeptanz seiner Filme und Platten war im Laufe der 1960er-Jahre erheblich gesunken, er nur noch auf der Leinwand präsent, Plattenaufnahmen waren zu Terminen geworden, die zwischen die jeweiligen Dreharbeiten geschoben wurden. Längst hatte sich auch seine Musik verändert, sollte ein großes Publikum ansprechen und hatte wenig mit dem Rock ´n´ Roll seiner Anfangsjahre zu tun.
So entschloss Presley sich 1968, wieder öffentlich aufzutreten und diesen Auftritt in einem Fernsehfilm festzuhalten. Für das simpel »Elvis« betitelte TV-Special wurden die alten Weggefährten Scotty Moore und D.J. Fontana engagiert, Bill Black war einige Jahre zuvor gestorben. Angetan in Leder, kehrte der Sänger den Rocker heraus, sang die alten Hits und spricht über die Wurzeln seiner Musik – er beschwor die 1950er-Jahre herauf und breitete sein Leben aus, wie er es sah. Zum Schluss der Show trat er allein vor das Publikum, im weißen Anzug vor dem leuchtenden Schriftzug »Elvis«, sang er einen für die Show geschriebenen neuen Song, »If i can dream«.
Für ihn gab es allerdings keinen Traum von der Rückkehr an die Anfänge seiner Karriere, zurück zu der rauen, ursprünglichen Musik. Schon in den folgenden Monate wurden die Dreharbeiten zu »Charro!«, seinem 29. film aufgenommen. »Charro!« war der erste Film, zu dem Presley lediglich den Titelsong beisteuerte, ansonsten aber nicht vor der Kamera sang. Die »Elvis formula« hatte ausgedient, in den 30. Film »The trouble with girls (and how to get into it« wurden die Songs organsicher und sinnfälliger eingebaut. Die Platten, die Presley zu dieser Zeit veröffentlichte erreichten aber nur mit Mühe, wenn überhaupt, die Top Ten.
Dennoch hatte Presley aus der »Elvis«-Fernsehshow neue Energie bezogen. Für anstehende Plattenaufnahmen ging er von Nashville, wo er mit Beginn seines RCA-Vertrages aufgenommen hatte, zurück nach Memphis und produzierte einige der bedeutendsten Aufnahmen seiner Karriere: »Suspicious minds«, »Don´t cry, Daddy « und vor allem »in the Ghetto«. Für ein vierwöchiges Engagement im International Hotel in Las Vegas, das 57 Konzerte umfasste, stellte er eine Rockband zusammen, engagierte aber auch für den Background-Gesang die Gruppen The Sweet Inspirations und The Imperials. Die Konzerte wurrden mitgeschnitten und Presley veröffentlichte noch im gleichen Jahr mit »Elvis in Person at the International Hotel, Las Vegas« die erste Live-LP seiner Karriere. Im September 1969 schaffte es »Suspicious mind« auf den ersten Platz der US-Hitparade, der letzte Single-Top-Hit seiner Karriere.
Die Konzertzyklen in Las Vegas wurden zum wesentlichen Bestandteil seiner Karriere. Die Konzerte waren gut besucht, MGM drehte den Dokumentar-Musikfilm »Elvis – that´s the way it is«, RCA veröffentlichte die dazugehörige Platte. Ermuntert von dem Erfolg ging Presley im Herbst 1970 sogar auf eine Städtetournee, der ersten Tour seit 1957 überhaupt. In den folgenden Jahren war Presley immer wieder in Las Vegas engagiert oder ging auf kürzere Tourneen durch die Städte der USA.
Ende 1972 gab er zum Abschluss einer solchen Tournee drei Konzerte auf Hawaii; auf Hawaii auch sollte zu Beginn des Jahres 1973 ein Konzert aufgezeichnet werden, dass dann weltweit via Satellit übertragen werden sollte. Das Konzert »Aloha from Hawaii« fand am 14. Januar 1973 in der Honolulu International Center Arena statt und wurde in mehr als 40 Länder weltweit übertragen. Das gleichzeitig produzierte Album stieg kurz nach der Veröffentlichung auf den ersten Platz der Charts und blieb über ein Jahr in der Hitparade.
Der kommerzielle Erfolg des Sängers wurde überschattet von der Trennung von seiner Frau Priscilla; die Scheidung wurde im Oktober 1973 ausgesprochen.
Die Trennung und anschließende Scheidung von seiner Frau verkraftete Presley nur schwer; er litt unter gesundheitlichen Problemen. Noch im Oktober 1973 wurde er für Wochen stationär behandelt. Gegen Ende des Jahres war er zwar wieder im Tonstudio und im Januar 1974 erfüllte er Konzertverpflichtungen in Las Vegas. Doch forderten die Konzerte, die er 1974 absolvierte, ihren Tribut. Anfang 1975 wurde Presley wieder in ein Krankenhaus eingeliefert, ging aber nach der Genesung sofort wieder auf eine kurze Tournee. Im August 1975 musste er eine weitere Tournee abbrechen und sich erneut stationär behandeln lassen. Er war zu dieser Zeit bereits alkohol- und drogenabhängig und nahm stark an Gewicht zu.
Der Kreislauf von Engagements in Las Vegas, kürzeren oder längeren Städtetourneen und Plattenaufnahmen wurde in den letzten Lebensjahren Presleys immer wieder von Krankenhausaufenthalten unterbrochen. Presley starb am 16. August 1977 in seinem Haus Graceland an einem Herzanfall.

Weblinks

http://elvis-aron-presley.nl (Website zu Elvis Presley mit ausführlicher Genealogie und umfangreicher Linkliste)