Genya Ravan

Ravan, Genya, eigentlich Genyusha Zelkowitz, auch Goldie Zelkowitz, amerikanische Rocksängerin und Produzentin, * Lódz (Polen) 19.4.1940; Genya Ravan verwendete einmalig auch den Namen Patsy Cole.

Genya Ravan kam Ende der 1940er-Jahre mit ihren Eltern nach New York; die Familie gehörte zu den Opfern des Nazi-Regimes. In den USA nannte ihre Mutter sie Goldie. Unter diesem Namen schloss sie sich noch als Teenager der lokal prominenten Band The Escorts als Sängerin an.
Ende der 1960er-Jahre gründete sie die Band Goldie & the Gingerbreads, die nur aus Frauen bestand; möglicherweise handelt es sich bei dieser Band um die erste komplett mit Frauen besetzte Rockband überhaupt. Die Band selbst brachte es zwar nicht zu Plattenaufnahmen, Genya Ravan veröffentlichte aber – wenn auch erfolglos – 1966 die Single »Disappointed bride« unter dem Namen Patsy Cole. Die Frauenband löse sich 1968 auf und Genya Ravan ging als Lead-Sängerin zu der Jazzrock-Formation Ten Wheel Drive.
Mit Ten Wheel Drive wurde Genya Ravan weltweit bekannt. Der Name bezog sich auf die Zahl von insgesamt zehn Musikern: Einer vierköpfigen Rockband standen fünf Bläser zur Seite. Hauptfigur war allerdings Genya Ravan, die wesentlich den Klang der Gruppe bestimmte. Trotz ihrer Qualitäten und des instrumentalen Können der Baand war Ten Wheel Drive bei weitem nicht so erfolgreich, wie die singuläre Besetzung dies hatte erwarten lassen. 1971, nach drei LPs gab die Band auf und Genya Ravan versuchte sich solo zu behaupten. Auch dies führte nicht zum großen Erfolg. Ihre Solo-LPs – meist unter dem Namen Genya Ravan, aber auch unter Goldie Zelkowitz veröffentlicht – wurden zwar weltweit verkauft, doch zogen Ende der 1970er-Jahre ihre von traditionellem Rock und Blues geprägten Songs nur ein kleines Publikum an. Sie blieb im Musikgeschäft, produzierte mal die Musik von der Punk-Gruppe Dead Boys (»Young loud and snotty«, 1977) oder ein Album von Ronnie Spector (»Siren«, 1980) sang für Kollegen Background und übernahm 2006 die Moderation einer Reihe von Rockmusik-Sendungen in Steven van Zandts Radiostation Underground Garage.
Genya Ravan stand in den späten 1960er-Jahren im Schatten von Janis Joplin, ihre Solokarriere ab Mitte der 1970er-Jahre wurde in Europa kaum wahrgenommen und in den 1980er-Jahren war es für eine »große« Karriere zu spät. Ihre Platten mit Ten Wheel Drive und die Soloplatten »Genya Ravan« (1972) und »Urban Desire« (1978) zeigen sie aber als Rocksängerin, die allemal etwa neben Tina Turner und Melissa Etheridge zu stellen ist.



Diskografie

Genya Ravan (1972)
They love me, They love me not (1973)
Goldie Zelkowitz (1974)
Urban desire (1978)
…And I mean it! (1979)
For fans only! (2003)

Genya Ravan live (2006)

Mit Ten Wheel Drive

Construction 1 (1969)
Brief Replies (1970)
Peculiar Friends (1971)



Weblinks

http://www.genyaravan.com (Offizielle Website der amerikanischen Rocksängerin Genya Ravan)