Geoff Downes

Downes, Geoff, eigentlich Geoffrey Downes, britischer Rockmusiker (Keyboards, Schlagzeug, Gesang), * Hazel Grove Stockport (Cheshire) 25.8. 1952

Geoff Downes wuchs in einem an Musik interessierten Elternhaus: Sein Vater war Organist, seine Mutter Pianistin. So konnte es nicht ausbleiben, dass er früh Klavierunterricht erhielt und nach Abschluss der allgemeinbildenden Schule am College of Music in Leeds ein Instrumentalstudium aufnahm. Nach Abschluss des Studiums ging Downes nach London, arbeitete unter anderem für Roy Woods Wizzard als Studiomusiker, war kurz Mitglied der Jazzrock-Formation Isotope und schrieb auch Musik, etwa für Werbe-Jingles. Als 1976 die Sängerin Tina Charles für eine Tournee Musiker für ihre Band suchte, bewarb sich Downes und erhielt den Zuschlag als Keyboarder. Zu Charles Band gehörte auch der Bassist Trevor Horn, mit dem sich Downes bald anfreundete; 1977 gründeten die beiden Musiker das Duo The Buggles. Kaum mehr als ein Jahr später hatte das Duo mit »Video Killed The Radio Star« einen Hit, und das Video zu der Single, an deren Aufnahmen neben Tina Charles auch der Filmmusik-Komponist Hans Zimmer mitgewirkt hatten, war das erste, das von dem Musik-TV-Sender MTV ausgestrahlt wurde. 1980 veröffentlichten Horn und Downes ihr erstes Album, »The Age of Plastic«, und nahmen noch im gleichen Jahr die Arbeiten an einem zweiten auf. Bei diesen Aufnahmen kamen Downes und Horn mit der Band Yes in Kontakt – Brian Lane war der Name des gemeinsamen Managers. Lane hatte für beide Bands das gleiche Studio gebucht, und so konnte es nicht ausbleiben, dass die Musiker miteinander bekannt wurden. Legende und Tatsachen wollen es, dass Downes und Horn Fans der Musik von Yes waren, die Band Yes aber zu dieser zeit nur noch aus Chris Squire, Steve Howe und Alan White bestand – Rick Wakeman und Jon Anderson hatten die Band verlassen. Downes und Horn ihrerseits nutzten die Gelegenheit und boten Squire und Howe einen von ihnen geschriebenen Song an. »We Can Fly From Here« fand seinerzeit zwar nicht die uneingeschränkte Gnade von Squire und Howe, man kam aber überein, gemeinsam an dem neuen Yes-Album zu arbeiten; The Buggles blieben parallel dazu bestehen. Dennoch wurden dem Publikum Downes und Horn als Ersatz für Wakeman und Anderson präsentiert, damit als Mitglieder von Yes. Vielen Fans erschien das als eine der seltsamsten Verbindungen der Rock-Geschichte: Hier die Veteranen des gerade dahinsiechenden Progressive Rocks, dort das schillernde Pop-Duo. Das gemeinsam 1980 veröffentlichte Album »Drama« stieg in Großbritannien zwar bis auf Platz zwei der LP-Charts, die neue Yes-Formation absolvierte auch eine Tournee zum Album, doch führte die etwas laue Aufnahme der Band 1981 zum kompletten Zusammenbruch von Yes.
Downes und Horn nahmen nach dem Ende ihres Engagements bei Yes zwar die Arbeiten an dem zweiten Buggles-Album wieder auf, doch schon nach kurzer Zeit kam es zwischen den beiden Musikern zum Streit und Downes verließ das Duo.
Vermutlich fiel ihm der Abschied leicht, denn Steve Howe schlug ihm vor, in einer neu zu gründenden Band, die den Namen Asia tragen sollte, die Keyboards zu übernehmen. Asia war nach Emerson, Lake & Palmer die zweit Supergroup des Progressive Rock: An den Drums saß Carl Palmer, Bass und Gesang übernahm John Wetton. Seitdem ist die musikalische Karriere von Geoff Downes eng mit Asia verbunden, er ist der einzige Musiker des Gründungsquartetts, der bis in jüngste Zeit Mitglied der Band ist.
Das Engagement bei Asia hielt Downes nicht davon ab, mit anderen Musikern und Bands Alben aufzunehmen und auf Tournee zu gehen; auch veröffentlichte er eine Reihe von Solo-Alben, oft unter dem Namen The New Dance Orchestra. So findet sich sein Name auf Alben von Greg Lake, Glenn Hughes, Kate Bush, Alan White, Mike Oldfield, Thompson Twins, GTR, Anderson Bruford Wakeman Howe, Icon (mit John Wetton) und DBA (Downes Braide Association, mit Chris Braide), mal als Musiker, mal als Produzent, mal als Komponist. Selbst Agnetha Fältskog nahm einen seiner Songs auf.
Als seine Vorbilder sieht Downes Keith Emerson, Rick Wakeman und Dave Sinclair an, wenn ihm auch das Spektakuläre von Emerson und Wakeman fehlt. Sein Spiel wie sein Auftreten ist längst nicht so auffällig wie das der beiden Giganten des Progressive Rocks, doch mag die Ursache für diese Zurückhaltung auch darin liegen, dass die Zeit der Keyboard-Wizzards vorüber war, als er die Bühne der Rockmusik betrat; immerhin brachte er es auf einen Eintrag im Guiness-Buch der Rekorde, ist er doch der Tastenmann, der die meisten Keyboards auf die Bühne schleppen ließ – seinerzeit eher Zeichen der technischen Gegebenheiten als der puren Angabe. Nach wie vor ist Downes der Keyboard-Spieler der ersten Wahl für Asia wie für Yes – letztere schickten sogar die Wakeman Söhne nach Hause, wenn Downes verfügbar war.


Diskografie

Solo

The Light Program (1987)
Vox Humana (1992)
Evolution (1996)
The World Service (2000)
Shadows & Reflections (2003)
The Collection (2003)
Live at St. Cyprian’s (2003)
Electronica (2010; mit The New Dance Orchestra und der Sängerin Anne-Marie Helder)

Mit The Buggles

Age of Plastic (1979)
Adventures in Modern Recording (1981)

Mit Alan White

White (2004)

Mit Icon (mit John Wetton)

Wetton / Downes (2002)
Icon (2005)
Icon Acoustic TV Broadcast (2006)
Icon Live – Never in a Million Years (2006)
Icon II: Rubicon (2006)
Icon 3 (2009)
Heat of the Rising Sun (2012)

Mit DBA

Pictures of You (2012)


Weblink

http://www.geoffdownes.com (Offizielle Website des britischen Keyboard-Spielers Geoff Downes)