Greg Lake

Lake, Greg, eigentlich Gregory Stuart Lake, britischer Rockmusiker (Gesang, Bassgitarre, Gitarre, Text, Komposition, Produktion), * Poole (Dorset, England), * 10.11. 1947

Biografie

Greg Lake begann sich Anfang der 1960er-Jahre für die prosperierende britische Rockmusik zu interessieren, brachte sich selbst das Gitarre-Spiel bei und schrieb bereits als Schüler erste Songs, darunter »Lucky Man« – später ein Hit von Emerson, Lake & Palmer. Mitte der 1960er-Jahre schloss er sich einer Band namens Teak and The Smokey an, 1968 einer Band, die sich The Gods nannte. Als diese Band sich anschickte, die erste LP aufzunehmen, wurde Lake von seinem Schulfreund Robert Fripp gefragt, ob er in dessen in Gründung befindlicher Band King Crimson Mitglied werden wolle. Lake sagte in der Annahme zu, auch bei King Crimson Gitarre zu spielen, doch drängte Fripp ihn, den Bass zu übernehmen. Auch trug Fripp ihm an, als Sänger der Band im Rampenlicht zu stehen. Tony Clarke sollte di erste LP der Gruppe produzieren, doch gab er den Auftrag ab, so dass Lake sich unversehens auch in der Rolle des Produzenten sah.

Während der Tour nach Erscheinen des Albums »In the Court of the Crimson King«, die King Crimson mit der britischen Band The Nice unternahm, lernte Lake den Organisten von The Nice, Keith Emerson, näher kennen. Emerson hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits entschlossen, The Nice aufzulösen und eine neue Band zu gründen. Er überredete Lake, Mitglied dieser Band zu werden; Schlagzeuger der Band wurde Carl Palmer, zuvor Schlagzeuger bei Atomic Rooster. Lake half Fripp noch, das zweite Album von King Crimson zu vervollständigen, dann trat er mit Emerson und Palmer eine in der ersten Hälfte der 1970er-Jahre äußerst erfolgreiche Karriere an. 1979 löste sich das Trio Emerson, Lake & Palmer erstmals auf.

Nach einer monatelangen Pause nahm Lake 1981 und 1983 je eine Solo-LP vor, »Greg Lake« und »Manœuvres«, bei deren Einspielung ihm der früherer Gitarrist von Thin Lizzy, Gary Moore, zur Seite sprang. 1983 spielte er als Ersatz für John Wetton für kurze Zeit bei Asia, dann zog er sich wieder vom Musikgeschäft zurück.1985 nahm er ein Angebot Emersons an, mit ihm und dem Schlagzeuger Cozy Powell eine LP einzuspielen. Mit dem Ergebnis, »Emerson, Lake & Powell« (1986), konnte das Trio allerdings nicht an die Erfolge von Emerson, Lake & Palmer anschließen und es blieb bei der einen Veröffentlichung. 1991 kam es noch mal zu einer Reunion von Emerson, Lake & Palmer, und wenn das Trio auch nicht mehr die größten Arenen für seien Konzerte buchen konnte, so fand die Band durchaus ihr Publikum. Dennoch blieb auch diese Reunion Episode und das Trio löste sich nach einigen Jahren und einigen wenigen CDs erneut auf.

Lake war dann für Jahre als Musiker nicht mehr präsent, ging 2001 als Mitglied von Ringo Starr’s All-Starr Band mit dem Beatles-Schlagzeuger auf Tournee und spielte 2003 für eine Produktion der Who ein wenig Bass. 2005 stellte er die Greg Lake Band zusammen und ging mit ihr auf Tournee. Zu der Band gehörte der Keyboard-Spieler David Arch, der Gitarrist Florian Opahle, der Bassist Trevor Barry und der Schlagzeuger Brett Morgan; Lake selbst übernahm Gesang und Gitarre. Von den Konzerten der Tournee wurde eine Doppel-DVD produziert, und Lake plante eine weitere Tour und die Produktion eines neuen Albums. Beides kam indes nicht zustande, und Lake löste seine Band auf. In den Jahren danach war er mal hier, mal da im Konzert zu sehen, doch schien er erst gegen Ende des Jahrzehntes wieder Gefallen an neuen Plänen gefunden zu haben: Es wurde eine erneute Reunion von ELP angekündigt. 2010, anlässlich des in London veranstalteten High Voltage Festivals, stand Lake dann mit Emerson und Palmer wieder gemeinsam auf der Bühne.

Lake war als Sänger und Bassist von Emerson, Lake & Palmer noch stärker an diese Band gekettet als Keith Emerson, auf jeden Fall stärker als Carl Palmer. Zunächst als Musiker, später auch als Produzent, kanalisierte er die Phantasie, vielleicht auch die musikalische Rücksichtslosigkeit Emersons und machte aus ELP eine Band, die auch in der Hitparade bestehen konnte – Songs wie »The Sage«, »From the Beginning«, »Still…You turn Me on«, vor allem aber »Lucky Man« und »I believe in Father Christmas«, letzterer längst in den Kanon englischer Weihnachtslieder aufgenommen, sprechen eine beredte Sprache. Als Musiker von größter Vielseitigkeit, waren es wohl mehr als einmal persönliche Differenzen zwischen ihm und Emerson, die den Bestand des Trios immer gefährdeten. Allerdings gelang ihm weder solistisch noch in anderen Bands je wieder Musik von derartigem Gewicht.

Diskografie

Greg Lake (1981)
Manœuvres (1983)
King Biscuit Flower Hour presents Greg Lake in Concert (1995)
Live (2000)
Nuclear Attack (2002)

Literatur

Macan, Edward: Endless Enigma – A Musical Autobiography of Emerson, Lake and Palmer; Chicago 2006

Weblink

www.greglake.com (Offizeille Website des britischen Rockmusikers Greg Lake)