John Wetton

Stichworte Vincent Crane | Atomic Rooster | Family | King Crimson | Roxy Music | Rick Wakeman | Steve Howe | Carl Palmer |Genesis



Wetton, John Kenneth, britischer Rockmusiker (Bassgitarre, Gesang, Gitarre, Komposition), * Willington (Derby, England)

Biografie

John Wetton hatte such schon als Jugendlicher das Spiel der elektrischen Gitarre und der Bassgitarre selbst beigebracht und in einer lokalen Rockband, The Corvettes, gespielt. Nach den Namen eines Mitglieds der Band nannten sich die Corvettes in The Palmer-James Group um. Palmer-James gründete später mit Wetton die Band, Tetrad. Zwar bemüthen sich die Musiker um einen Plattenvertrag bei Decca Records, doch scheiterte dies.
Als der Organsit Vinecent Crane von der Band Arthur Brown’ s Crazy World mit Atomic Rooster eine eigene Band gründete, versuchte Wetton Bassist der neuen Formation zu werden, wurde von Crane allerdings abgelehnt. Nach einem kurzen Engagement bei der Band Splinter gründete Wetton mit dem Gitarristen James Litherland, zuvor bei Colosseum, eien Band, der die beiden Musiker zunächst den Namen Brotherhood gaben, bald aber in Mogul Trash umbenannten. Unter diesem Namen konnte zwar eine LP veröffentlicht werden, in Gang kam die Karriere der Band dennoch nicht und die Musiker gingen auseinander.
Immerhin war Wetton in London nicht unbekannt geblieben. Er konnte als Studiomusiker arbeiten und lernte auf diesem Weg auch George Martin, den Produzenten der Beatles kennen. Wetton musste sich allerdings nicht lange als Mietmusiker verdingen: Bereits 1970 holten ihn die Musiker von Family in ihre Band und Wetton blieb bis 1972 bei der Band um Roger Chapman. Als Robert Fripp allerdings 1972 King Crimson umbesetzte und ihn als Bassisten und Sänger dabei haben wollte, schlug Wetton sofort ein. Mit King Crimson spielte Wetton die Alben »Larks’ Tongues in Aspic« (1973), »Starless and Bible Black« (1974) und »Red« (1974) ein.
Als Fripp 1974 King Crimson auflöste, begann für Wetton die Suche nach Engagements: Zunächst spielte er für Roxy Music, dann für Uriah Heep. Ein Trio mit Bill Bruford und Rick Wakeman kam über die Planungsphase für eine Band namens British Bulldog nicht hinaus, doch entschlossen Bruford und Wetton sich, eine eigene Band zu gründen. Mit dem Gitarristen Allan Holdsworth und dem Keyboardspieler Eddie Jobson entstand auf diese Weise UK. Zwar wurde das erste Album der Band, 1978 unter dem Titel »U.K.« veröffentlicht, positiv aufgenommen, doch nahmen Bruford und Holdsworth ihren Abschied. Wetton engagierte daraufhin den Schlagzeuger Terry Bozzio als Ersatzmann für Bruford, doch konnte er auch diese Band nur für eine Studio-LP, »Danger Money« (1979), zusammenhalten. Ende 1979 gab es UK nicht mehr.
Auf der Suche nach einer neuen Aufgabe spielte er kurz bei Wishbone Ash, dann bei der französischen Band Atoll. Der Umbruch in der britischen Rockmusik jener Zeit fügte es allerdings, dass die Musiker diverser Bands nach einer Neuorientierung suchten: Yes war in Turbulenzen geraten, Emerson,Lake & Palmer hatte sich aufgelöst, so dass Wetton 1981 mit Steve Howe, Carl Palmer und dem Keyboards-Spieler Geoff Downes eine Band gründen konnte. Asia, wie sich die neue Formation nannte, fand auf Anhieb mit einem von Hardrock geprägten, auf den amerikanischen Markt zugeschnittenen Progressive Rock ein großes Publikum und konnte sich wochenlang auf dem ersten Platz der amerikanischen Charts halten. Doch die Freude war für Wetton zunächst von kurzer Dauer: Er geriet mit Howe in Streit und wurde durch Greg Lake ersetzt. Als auch der frühere Bassist und Sänger von ELP mit den Kollegen in der Band nicht einig wurde, holten diese Wetton wieder zurück. Es gab noch ein drittes Album, längst nicht so erfolgreich wie der Erstling, dann gingen die Musiker eigene Wege. Wetton machte bei Phenomena mit, nahm dann ein Album mit Phil Manzanera, Gitarrist von Roxy Music, auf. Ende der 1980er- und Anfang der 1990er-Jahre gab es mit wechselnden Musikern immer mal wieder Reunions von Asia, doch gab es keine kontinuierliche Zusammenarbeit mehr. 1991 entschloss sich Wetton, in den USA ein Solo-Album einzuspielen. Das klappte zwar erst nach einem ausgedehnten Anlauf, doch war die Veröffentlichung des Albums »Battle Lines« 1994 der Auftakt für eine Reihe von Solo-Alben des Bassisten. In den folgenden Jahren kam es auch zu einer Zusammenarbeit mit Steve Hackett, früher Gitarrist bei Genesis, und zu dem Versuch einer Wiederbelebung von Asia, wenn die dann auch zunächst zustande kam. Wetton stand sich – nicht zuletzt aufgrund seines Alkoholproblems – selbst im Wege. Auch eine mit Carl Palmer, dem Keyboard-Spieler John Young und dem Gitarristen Dave Kilminster unter dem Namen Quango gegründete Band war 2000 schon wieder am Ende. Mitte des Jahrzehnts tat er sich mit Geoff Downes für mehrere Duett-Alben zu der Formation Icon zusammen, dann reichte es wieder für eine Reunion von Asia, dieses Mal in der Original-Besetzung, galt es doch, das 25-jährige Jubiläum des Quartetts zu feiern.
Wollte man den britischen Progressive Rock mit einer einzigen Person beschreiben, wäre John Wetton die geeignete: Er spielte bei Family und bei King Crimson, bei Asia mit Musikern von ELP und Yes, später auch mit Steve Hackett. Die Alben, die er mit Robert Fripp und Bill Bruford bei King Crimson einspielte, gehören zu den bedeutendsten der Band und des Progressive Rock. Er gehörte kurze Zeit zu Roxy Music, Uriah Heep, UK und Wishbone Ash. Man könnte von einer gewissen Beliebigkeit sprechen, wäre da nicht der Umstand, dass er bei all den mit diesen Bands unter seiner Mitwirkung als Sänger und Instrumentalist zustande gekommenen LP und CDs seine eigene Linie beibehalten und durchgesetzt hätte. Sein Bassspiel ist unverwechselbar: Er spielt extrem laut und bevorzugt einen etwas verzerrten Klang; obwohl Linkshänder, spielt er sein Instrument, allemal viersaitige Bässe, wie ein Rechtshänder. Möglicherweise ist es diese Eigensinnigkeit wie Eigenständigkeit, die seine Karriere ein wenig unstet wirken lässt.



Diskografie

Caught in the Crossfire (1980)
Battle Lines (1994)
Chasing the Dragon (1995)
Akustika (1996)
Arkangel (1997)
Hazy Money – Live in New York (1998)
Chasing the Deer (1998; Soundtrack)
Live in Tokyo (1998)
Sub Rosa Live in Japan (1998)
Nomansland Live in Poland (1999)
Sinister (2001)
Live in Argentina (2002)
Live in Stockholm 1998 (2003)
Live in Osaka (2003)
From the Underworld (2003)
Rock of Faith (2003)
Amata (2004)



Weblink

http://www.johnwetton.com/ (Offizielle Website des britischen Rockmusikers John Wetton)