Kid Rock

Kid Rock, eigentlich Robert James Ritchie, amerikanischer Hip-Hop- und Rockmusiker (Gesang, Gitarre), * Romeo (Michigan) 17.1.1971.

Robert James Ritchie interessierte sich als Kind Breakdance und tanzte in der Gruppe The Furious Funkers. Nach einiger Zeit interessierte ihn mehr die Musik zu den Tänzen als das Tanzen selbst, und angeregt durch die Musik etwa der Beastie Boys und von Run D.M.C. kaufte er sich einen Plattenspieler und brachte sich das DJing bei; zu dieser Zeit gab er sich den Namen Kid Rock. Er tat sich mit der Hip-Hop-Gruppe The Beast Crew zusammen, begann in dieser Gruppe auch zu Rappen und wurde allmählich im Umfeld der etablierten Gruppe Boogie Down Productions bekannt. Nach kurzer Zeit wurde ihm von dem Label Jive Records ein Plattenvertrag angeboten.
Sein erstes Album, »Grits Sandwiches for Breakfast«, legte er 1990 vor. Dass die Beastie Boys und Run D.M.C seine Vorbilder waren, war nur allzu deutlich, doch wurde er auch nicht durch seine Musik bekannt, sondern durch die sexuell allzu explizite Single »Yo da lin in the valley«, die keine Chance hatte, in den CD-Playern der Rundfunkstationen sich drehen zu können. Jive Records reagierte schnell und hart und entließ den Rapper aus seinem Vertrag.
Kid Rock fand allerdings bald in dem Label Continuum Records einen neuen geschäftlichen Partner, veröffentlichte 1993 »The polyfuze method« und begründete damit seinen Ruf, der Rocker unter den Hip-Hop-Musikern zu sein – wenn das Album auch nicht besonders erfolgreich war. Zudem ging Continuum Records bankrott und Kid Rock stand wieder am Beginn seiner musikalischen Laufbahn.
Er gründete Top Dog Records und stellte seine Gruppe Twisted Brown Trucker zusammen, die ihn bei Auftritten begleitete. Mit Nebenjobs finanzierte er die Studiokosten für die Aufnahmen zu seinem Album »Early morning stoned pimp« (1996), das er ganz klassisch im Stile der früheren Spoul-Musiker aus dem Kofferraum seines Autos heraus verkaufte. Der lokale Erfolg dieser Atkion genügte ihm nicht, doch gelang es ihm einen A&R-Manager des Plattenriesen Atlantic auf sich aufmerksam zu machen und schließlich den ersehnten Vertrag zu erhalten.
Das erste Album bei Atlantic, »Devil without a cause«, kam 1998 in die Plattenläden. Zunächst verlief der Verkauf schleppend, dann nahmen einige Rundfunkstationen im Anschluss von Konzerten Kid Rocks die CD ins Programm. Einige Monate später war Kid Rock schon so bekannt, dass er mit den Bands Limp Bizkit und Staind auf Tournee gehen und Mitte des Jahres zwei Platin-Platten für »Devil without a cause« entgegennehmen konnte; auch in den folgenden Jahren wurden jährlich Millionen Exemplare der CD verkauft, bis 2003 erhielt Kid Rock neun weitere Platin-Auszeichnungen allein für dieses Album.
Er grub nach den Wurzeln seiner Musik, sang im Duett mit Sheryl Crow »Picture« und erreichte damit ein Publikum, das Hip-Hoppern normalerweise nicht zugänglich ist. Sein Interesse an Country- und Bluesrock wuchs, er trat mit Hank Williams Jr. Öffentlich auf und sprang als Sänger bei Lynyrd Skynyrd anlässlich eines Benefiz-Konzertes für die Opfer des Wirbelsturmes Katrina ein
Nach der Veröffentlichung des Live-Albums »Live Trucker« 2006, legte er 2007 die CD »Rock N Roll Jesus« vor. Mit ihr erreichte er den Mainstream, kurze Zeit nur dauerte es und »Rock N Roll Jesus« nahm die Top-Position der us-amerikanischen Hitparade ein und selbst in Deutschland wurden mehr als 300 000 Exemplare der CD verkauft.
Kid Rock, der in Deutschland zunächst eher als Kurzzeit-Begleiter von Pamela Anderson bekannt war, führte exemplarisch vor, wie aus einer Nischenposition heraus eine weltumspannende Karriere im Mainstream gemacht werden kann. Seine Musik ist bei weitem nicht so radikal wie etwa die von Limp Bizkit oder Rage against the machine. Er begann als Imitator von Beastie Boys und Run D.M.C., mischte geläufige Hardrock-Klischees – darunter selbst so altbekannte wie etwa die Schlagzeugeinleitung zu »Honky Tonk Woman« von den Rolling Stones – und wandte sich allmählich, fein dosiert der uramerikanischen Musik zu – Country und Blues. Die Originalität blieb dabei mitunter auf der Strecke und manch einer seiner Songs wirkt wie Musik über Musik. Andererseits hat ihm genau das, das Wiederholen des oft Gesagten, ein nach Millionen zählendes Publikum eingebracht.



Diskografie

Grits Sandwiches for Breakfast (1990)
Back from the Dead (1992)
The Polyfuze Method (1993)
Fire It Up (1994)
Early Morning Stoned Pimp (1996)
Devil Without a Cause (1998)
The History of Rock (2000)
Cocky (2001)
Kid Rock (2003)
Live Trucker (2006)
Rock N Roll Jesus (2007)



Weblinks

http://www.kidrock.com (Offizielle Website des amerikanischen HipHop- und Rockmusikers Kid Rock)
http://www.my-artist.net/kidrock/home (Offizielle deutsche Website des amerikanischen HipHop- und Rockmusikers Kid Rock)