Kula Shaker

Kula Shaker, britische Rockband, 1995 aus diversen Vorläuferbands wie Object of Desire, The Lovely Lads, The New Originals und The Kays hervorgegangen.

Bandbiografie

Crispian Mills, eigentlich Crispian John David Boulting), (* 1973; Gesang, Gitarre) und Alonza Bevan (* 1970, Bass) stellten 1988 die gemeinsame Liebe zur Rockmusik fest und heuerten bei der schon bestehenden Band Object of Desire an. Die Band war instabil, Musiker kamen und gingen, der Namen wechselte häufig. 1991 bestand die Band im Kern aus Mills, Bevan und dem Schlagzeuger Paul Winter-Hart.
Die Karriere der Band kam nicht recht in Gang, selbst ein Plattenvertrag mit der Firma Gut Records führte zu keinem Ergebnis. Mills ging nach Indien und war von der Musikkultur des Landes so beeindruckt, dass er nach seiner Rückkehr 1994 Winter-Hart und Bevan davon überzeugte, Rockmusik mit Elementen der indischen Musik zu mischen. Der endgültige Name der Band geht angeblich auf den indischen Fürsten und Gelehrten Kulasekhara zurück. Mills ließ seiner Fantasie ein wenig freien Lauf und erfand den Namen Kula Shaker wie die Band fortan hieß.
Der Namenswechsel bewirkte Wunderbares: Mehrere Label wollten die Band unter Vertrag nehmen, Columbia erhielt schließlich von den Musikern den Zuschlag. Mit der ersten CD, schlicht »K« betitelt, war die Band, zu der nun noch der Keyboardspieler Jay Darlington gehörte, auf Anhieb erfolgreich. »K« wurde millionenfach verkauft, die Single »Hey Dude« stieg bis auf den zweiten Platz der britischen Charts, die wenig später veröffentlichte Cover Version des Deep-Purple-Titels »Hush« tat es ihr nach.
Er Erfolg der Band mit der wunderlichen Musik beschränkte sich allerdings auf Großbritannien und auf das übrige Europa. In den USA mochte man die Versatzstücke der indischen Klangwelt in einem Rock-Kontext nicht hören, woran auch eine Tournee nichts änderte. Die 1998 vorgelegte Single »Sound of drums« wurde nur in Großbritannien veröffentlicht, mit einem weiteren Album hatte die Band erhebliche Mühe. »Peasants, Pigs and Astronauts« erschien erst 1999 und war längst nicht so erfolgreich wie »K«. Mills verließ die Band, was ihr Ende bedeutete, gründete die Band The Jeevans und betätigte sich hier und da als Produzent.
2005 kam die Band unter dem Namen The Garcons zu einem Konzert in Leighton noch einmal zusammen. Der Zuspruch des Publikums bestärkte die Musiker in dem Plan, die Band wieder erstehen zu lassen, und mit dem Keyboardspieler Harry Broadbent nahm man 2006 zunächst die EP »Revenge of the King« und 2007 das Album »Strangefolk« auf.
Was Mills mit seiner Band Kula Shaker dem Publikum vorführte, war Mitte der 1990er-Jahre schon ein Anachronismus: Versuche, indische Musik mit Rockmusik zu verbinden, oder auch nur einem Rockpublikum vorzustellen, hatte es seit den 1960er-Jahren immer wieder gegeben. George Harrison und The Byrds hatten Sitar-Klänge in die Rockmusik eingeführt, die indische Musik damit aber nicht unbedingt populär gemacht. Mills knüpfte aber unbekümmert an Songs wie »Norwegian Wood« oder »Eight Miles high« an und passte die mitunter von diversen indischen Gastmusikern eingespielte Musik in seine an Popsongs der 1960er-Jahre orientierte, ein wenig psychedelische Rockmusik ein. Das klang mal mehr, mal weniger plausibel, hatte aber in keinem Fall mit einer echten Verbindung von Rock und indischer Musik etwas zu tun, da mochte Mills auch noch so viele Sanskrit-Worte murmeln. Interessant klingen die Verspieltheiten Mills´ allemal – sofern man nicht hofft, durch die indischen Anteile erleuchtet zu werden.



Diskografie

K (1996)
Peasants, Pigs, Astronauts (1999)
Strangefolk (2007)



Weblink

http://www.kulashaker.co.uk (Offizielle Website der britischen Band Kula Shaker)