Lisa Dalbello

Dalbello, Lisa, eigentlich Lisa Dal Bello, kanadische Rockmusikerin (Gesang, Komposition), * Toronto 22. 5. 1959, nach anderen Quellen Woodbridge (Ontario) 1958.

Die Tochter italienisch-britischer Eltern begann bereits als 13-Jährige eine Gesangskarriere, sang in verschiedenen Bands, gewann einige Preise bei Amateur-Talentwettbewerben und trat regelmäßig in Fernsehshows wie The Bobby Vinton Show, Music Machine und Singalong Jubilee auf.

1977 unterschrieb sie bei der Plattenfirma MCA einen Vertrag und veröffentlichte bald darauf ihre erste LP »Lisa Dal Bello«. Ihre Disco Music, bei der sie der später als Produzent erfolgreiche David Foster mit drei Songs unterstützt hatte, war so erfolgreich, dass sie 1978 den Juno Award – das kanadische Gegenstück zum Grammy – erhielt. Zwei Jahre später gewann sie den Preis noch einmal, dieses Mal in der Kategorie als Beste Sängerin.

1979 ließ sie ihrem Erstling mit »Pretty girls« wiederum ein Dance-Album folgen, doch zeigte spätestens »Drastic measures« von 1981, dass Lisa Dal Bello mit ihrer Rolle als Disco Queen zusehends unzufrieden war, kamen doch íhre Talente als Songschreiberin nicht zur Geltung. Sie ließ ihre Musikkarriere ruhen und schrieb sich an der York University in Toronot für ein Literaturstudium ein.

Mitte der 1980er-Jahre sah David Bowies Mitstreiter, der Gitarrsit Mick Ronson, zufällig eine Dokumentation über die TV-Show Music Machine. Er entdeckte Lisa Dal Bello, machte sie ausfindig und überredete sie, mit ihm gemeinsam ein Album zu produzieren.

Das Resultat dieser Zusammenarbeit, »Whomanfoursays« – eine Umschreibung der Worte »human forces« – erschien 1984 und zeigte die Sängerin Dalbello, wie sie sich nun nannte, in einem völlig anderen Licht: in bis dahin ungehörter Weise und allenfalls den Vokalexperimeten einer Diamanda Galas oder Kate Bush vergleichbar, flüsterte und brüllte sie, schichtete mehrere Gesangsspuren übereinander und setzte sie in harten Konstrast zu den auf elektronischen Instrumenten erzeugten Klängen. Die Platte fiel in Europa, zumal in Deutschland, mehr auf als in Kanada oder gar den USA. Dalbello wurde von Udo Lindenberg als Begleitung zu seiner Deutschland Torunee von 1984 eingeladen, der gegen die charismatische Sängerin das Nachsehen hatte.

Diskografie

Lisa Dal Bello (1977)
Pretty girls (1979)
Drastic measures (1981)
Whomanfoursays (1984)
She (1987)
Whore (1995)