Maná

Maná, mexikanische Rockgruppe, 1985 aus der 1978 in Gualdajara gegründeten Band The Green Hat Spies, die wenig später in Green Hat und schließlich in Sombrero Verde umbenannt wurde, hervorgegangen. Die Band besteht aus dem Sänger Fher Olvera, eigentlich José Fernando Olvera, (* 1959), dem Schlagzeuger Alex Gonzalez (* 1969), dem Bassisten Juan Diego Calleros und dem Gitarristen Sergio Vallín; Olvera und Calleros gehörten bereits zur Besetzung der Gruppe Sombrero Verde.

Bandbiografie

Olvera hatte mit Calleros und dessen Brüdern Ulises und Abraham sowie weiteren Musikern die Band The Green Hat Spies gegründet, um Songs von den Beatles und Led Zeppelin nachzuspielen. Bald schrieben die Musiker eigene Songs, dann auch in spanischer Sprache, so dass das erste Album 1981 unter dem Titel »Sombrero« erschien. Mit dieser CD konnte die Band ebenso wenig Erfolge verzeichnen wie mit der 1983 vorgelegten »A tiempo di rock«. Erst das dritte Album, »Falta amor« (1990), enthielt mit »Rayando el sol« einen Hit, der seitdem zum zentralen Bestandteil der Konzerte der Gruppe wurde. Ausgiebige Tourneen durch Mexiko und andere Länder Lateinamerikas festigten den Ruf der Band, vergrößerten aber rapide auch ihre Anhängerschaft. 1991 wurde die Band umbesetzt, Ulise Calleras übernahm Aufgaben im Management, Olvera, Juan Diego Calleras und Gonzalez nahmen den Gitarristen Vampiro López, eigentlich César López, und den Keyboardspieler Iván González hinzu. In dieser Besetzung nahm Maná »¿Dónde Jugarán los Niños?« (1994) auf. Das unablässige Touren zahlte sich nun aus, denn drei Songs dieser CD steigen in die Hitparaden auf und diese Erfolge wiederum ermöglichten es Maná, international aufzutreten. Dennoch verließen López und Iván González noch im selben Jahr die Band und wurden zunächst nicht ersetzt. Gegen Ende 1994 konsolidierte sich die Gruppe, als Vallín den Gitarrenpart übernahm.
Maná stellte nun die attraktivste Rockbands des Südamerikas dar. Die jeweils im Abstand von wenigen Jahren veröffentlichten CDs verkauften sich in Millionenauflagen, die Band wurde mit Grammys und Latin Grammys ausgezeichnet und die Großen des Musikgeschäfts, von Pavarotti bis Carlos Santana luden die Musiker zur Teilnahme an ihren Konzerten oder Plattenaufnahmen. Der Musiksender MTV lud die Gruppe 1999 zu einem auf CD dokumentierten »Unplugged«-Auftritt ein und bescherte sich selbst damit eines der erfolgreichsten Konzerte dieser Reihe.
Der Erfolg Manás verdankt sich zum Teil zwar auch vom Boom der lateinamerikanischen Musik auf dem Weltmarkt um die Jahrtausendwende, doch ist die Musik der Band keineswegs so eindeutig lateinamerikanisch wie Herkunft und Name der Band suggerieren. Im Repertoire der Gruppe finden sich natürlich Rumba und Cha Cha, aber ebenso auch Reggae, Hardrock-Hymnen und Pop-Balladen. Zusammengehalten wird diese im Sinne eines modernen Marketings keineswegs übliche Mischung von den Qualitäten der Musiker: Olvera verfügt über eine singuläre, leicht wiedererkennbare Stimme und die Fähigkeit, ein Publikum zu fesseln, Calleras, Vallín und besonders Schlagzeuger Gonzalez sind ausgefuchste Virtuosen. Einen Eindruck von der emotionalen Kraft ihrer Konzerte gab die Band mit ihrer Live-CD »Arde el cielo« (2008).
In einer für Rockbands Anfang des neuen Jahrtausends geradezu altmodischen Weise engagiert sich Maná auch politisch: Einerseits gründeten die Musiker 1995 mit The Selva Negra Foundation eine Organisation für Belange des Umweltschutzes in Lateinamerika, andererseits sprechen sie in ihren Konzerten und auch in einigen Songs politische Probleme an.



Auszeichnungen

1999 Grammy
2000 Latin Grammy in drei Kategorien
2002 Grammy
2003 Latin Grammy
2006 Latin Grammy
2007 Grammy in zwei Kategorien



Diskografie

Maná (1987)
Falta Amor (1990)
¿Dónde Jugarán los Niños? (1992)
Maná En Vivo (1994)
Cuando los Ángeles Lloran (1995)
Sueños Líquidos (1997)
MTV Unplugged (1999)
Grandes Maná (2001)
Revolución de Amor (2002)
Amar es combatir (2006)
Arde el cielo (2008)



Weblink

http://www.mana.com.mx (Offizielle Website der mexikanischen Rockband Maná)