Marmalade

Marmalade, britische Band, 1967 aus der seit 1961 bestehenden Band Dean Ford and the Gaylords hervorgegangen.

Zu den Gaylords gehörten Dean Ford (* 1945; Gesang), Junior Wullie Campbell, eigentlich William Campbell (* 1947, Gesang, Gitarre), John Graham Knight (* 1943; Gesang, Bass), Patracik Fairley (* 1943; Six-String-Bass, Gesang) und Alan Whitehead (* 1945; Schlagzeug). Die Band hatte nach einigen Jahren Tingelei einen Plattenvertrag bei der EMI unterschreiben können, kamen aber über lokale Berühmtheit in Schottland nicht hinaus. Nach einem längeren Aufenthalt in Deutschland,wo sie in den Rotlichtbezirken von Köln und Duisburg längere Engagements hatten, gingen sie 1966 nach London, das zu dieser Zeit ganz im Zeichen der Musik der Beatles stand. Der Name der Band passte nun überhaupt nicht mehr in diese Zeit und so benannte sich die Band in Marmalade um. Der Erfolg blieb auf dem Plattenmarkt auch mit Singles wie »I see the rain« hartnäckig aus und auch eine Dauerbuchung in dem bei Rockmusikern beliebten Marquee Club brachte außer einigen Möglichkeiten, etwa bei The Who, The Tremeloes oder Traffic im Vorprogramm derer Konzerte aufzutreten, keinen Karrieredurchbruch.
Da die Plattenfirma die von den Musikern selbst verfassten Songs nicht mehr als Single veröffentlichen wollte, versuchten sie es mit Songs, die ihre Hitparadentauglichkeit bereits bewiesen hatten. Aber auch diese Versuche kamen beim Publikum zunächst nicht an: »Lovin´ Things« schaffte es 1968 immerhin auf Platz sechs der britischen Charts, »Wait for me Mary-Anne« dagegen nur bis auf Platz 30.
Den ersehnten Hitparaden-Erfolg brachte Ende 1968 die Cover Version eines Titels von den Beatles, den diese nicht aus ihrem Album »The Beatles« (1968) hatten auskoppeln wollen. »Ob-La-Di, Ob-La-Da«, ein unbeschwerter Ska-Song, stand wenige Tage nach Veröffentlichung auf dem ersten Platz der britischen Hitparade. Die Band war nun plötzlich berühmt, trat im Fernsehen auf, und brachte auch die bald folgende Single »Baby Make it soon« (1969) in die oberen Ränge der Charts. Selbstbewusst geworden wechselten Ford und Campbell mit der Band die Plattenfirma und konnten bei Decca nun auch Selbstverfasstes veröffentlichen. Tatsächlich war der von Campbell und Ford geschriebene Song »Reflections of my life« der größte Erfolg der Band, der es selbst in den USA in die Top Ten schaffte.
Der Stern der Band sank wieder, als Campbell 1991 Marmalade verließ, um eine Solokarriere einzuschlagen. Musiker kamen und gingen, der Gruppenklang veränderte sich, die Songs kamen wieder seltener in die Hitparaden, zuletzt 1976 mit der von dem neuen Sänger Sandy Newman gesungenen Titel »Falling apart with the seames«. Schließlich war nur noch Graham Knight übrig, der mit Marmalade auf diversen kleinen Festivals die nostalgischen Gefühle der alten Fans bedient.
Der Erfolg Marmalades beruhte zunächst auf der Veröffentlichung von »Ob-La-Di, Ob-La-Da«: Die Beatles hatten den Song nicht selbst als Singles veröffentlicht, viele Beatles-Fans wollten aber genau diesen Song als Single haben, da sie sich die Doppel-LP »The Beatles« nicht leisten konnten; also blieb die Cover Version von Marmalade, wenn die auch ein wenig hölzern klang. Hätten die Beatles den Song als Single veröffentlicht, hätte möglicherweise weiterhin niemand Notiz von Marmalade genommen. Dass die Band durchaus Eigenes vorzuweisen hatte, bewies sie spätestens mit der Single »Reflections of my life« – ganz im Stile der Beatles.



Diskografie

There´s a lot of it about (19699
Reflections of my life (19709
Songs (1971)
Ob-La-Di (1973)
Our house is rocking (1974)
Doin it all for you (1979)