Mick Karn

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Karn, Mick, eigentlich Anthony Michaelides, britischer Rock- und Jazzmusiker (Bassgitarre, Holzblasinstrumente), * Nicosia, Zypern, 24.7. 1958, † London 4.1.2011

Biografie

Mick Karn kam mit seinen Eltern Anfang der 1960er-Jahre nach Großbritannien. Als Schüler lernte er zwar zunächst das Spiel der Klarinette, interessierte sich aber Anfang der 1970er-Jahre eher für den elektrischen Bass und lernte autodidaktisch, das Instrument zu spielen. 1974 gehörte Karn zu den Gründungsmitgliedern der New-Wave-Band Japan.
Nach der Auflösung der Band 1982 schloss sich Karn aber nicht einer anderen Band an, sondern spielte als Teil eines kleinen Kreises von Musikern in wechselnden Konstellationen von Zeit zu Zeit CDs ein. So arbeitete er 1984 mit dem Sängern der Band Bauhaus, Peter Murphy, unter dem Namen Dali’s Car zusammen, war auch dabei, als Japan sich für ein Album unter dem Namen Rain Tree Crow wieder zusammen tat und bildete mit ehemaligen Mitgliedern Japans, dem Keyboard-Spieler Richard Barbieri und dem Schlagzeuger Steve Jansen das Trio JBK, das gelegentlich zu Plattenaufnahmen zusammen kam. Aufgrund seines singulären Bass-Spiels wurde Karn im Laufe der Jahre von einer Vielzahl von Rock- und Jazzmusikern engagiert, so etwa von Kate Bush, Gary Numan, David Torn, Bill Bruford, Mark Isham, Midge Ure und Joan Armatrading. Daneben produzierte Karn eine Reihe eigener CDs.
Karn entwickelte sein leicht erkennbares Bass-Spiel bei Japan, bis es ein endgültiges Stadium erreicht hatte, zu hören auf den Alben »Tin Drum« (1981) und »Oil on Canvas« (1983). Wesentlich für seinen Stil ist die Verwendung einer bundlosen Bassgitarre, die es ihm ermöglicht, Töne nicht direkt anzusteuern, sondern über Portamenti und kurze Glissandi zu erreichen. Seine sich oft aus der Tiefe entwickelnden Riffs haben stets eine tänzerische Note. Karns Musik, die er vor allem auf eigenen CDs vorführte, wahrte eine eigentümlich Stellung zwischen Jazz, Rock und auch Kunstmusik, wobei vor allem das Spiel mit Klangfarben das vorrangige Interesse des Bassisten waren.
Karn hat keine Nachahmer gefunden, da der Bass nach 1990 in Rockbands seine solistische Stellung, die er in den 1970er- und 1980er-Jahre hatte, wieder verlor. Immerhin konnte Karn dem Fretless Bass zu einer gewissen Anerkennung in der Rockmusik verhelfen; bis dahin galt der Jazzrock als die Domäne des Instrumentes. Karn spielte zunächst einen Bass der Firma Travis Bean, wechselte später aber zu Bässen der britischen Firma Wal. Gelegentlich spielte der Bassist auch Instrumente der Firma Klein.



Diskografie

Titles (1982)
Dreams of reason produce monsters (1987)
Bestial cluster (1993)
The tooth mother (1995)
Each eye a path (2001)
Each path a remix (2003)
More better different (2004)
Three part species (2006)
Selected (2007)
The Concrete Twin (2009)

Mit Jansen Barbieri Karn

Beginning to melt (1993)
Seed (1993)
Playing in a room with people (1997)
ISM (1999)



Weblink

http://www.mickkarn.net (Offizielle Homepage des britischen Musikers Mick Karn)