Mott the Hoople

Mott the Hoople, britische Rockband, 1969 in London gegründet; der Name geht auf den Roman »Mott the Hoople« (1966) des amerikanischen Schriftstellers Willard Manus (* 1930) zurück.

Bandbiografie

Der Gitarrist Pete Overend Watts (* Yardley, Birmingham 13.5. 1947) und der Schlagzeuger Dale »Buffin« Griffin, eigentlich Terence Dale Griffin (* Ross-On-Wye, Herefordshire 24.10. 1948) hatten Anfang der 1960er Jahre in Herefordshire die Band The Soulents gegründet. Mick Ralphs, eigentlich Michael Geoffrey Ralphs (* Hereford, Herefordshire 31.3. 1944; Gitarre) und der Sänger Stan Tippins spielten zur gleichen Zeit in der Band The Buddies. 1966 taten sich Ralphs, Watts und Tippins zu The Doc Thomas Group zusammen, der es 1967 nach einem Engagement in Italien sogar gelang, bei dem italienischen Label Dishi Interrecord eine Album zu veröffentlichen. 1968 stieß auch Griffin zu der Formation, die im selben Jahr durch den Organisten Verden Allen, eigentlich Terence Verden Allen (* Crynant, Neath, Wales 26.5. 1944) vervollständigt wurde.
Wenn die Band sich auch in Italien unter The Doc Thomas Group einen Namen gemacht hatte, so nannte sie sich für Auftritte in Großbritannien zunächst The Shakedown Sound, später Silence. Von den vielen Plattenfirmen, an die die Band 1968 Demo-Aufnahmen schickte, zeigte nur Island ein wenig Interesse, doch lehnte Guy Stevens, seinerzeit A & R-Manager des Labels, Tippins als Sänger ab und suchte per Inserat einen neuen Sänger für die Band. Es meldete sich Ian Hunter, eigentlich Ian Hunter Patterson (* Oswestry, Shropshire 3.6.1939). Hunter hatte bereits einige Meriten im Rockgeschäft angesammelt, war ein fähiger, optisch auffälliger Sänger und schrieb Songs. Steven auch war es, der der Band zu dem auffälligen Namen verhalf.
1969 erschien unter dem neuen Namen das Debüt-Album Mott the Hooples. Die Sammlung von eigenen und fremden Songs – darunter eine Instrumental-Cover-Version des Kinks-Hits »You really got me« wurde vom Publikum freundlich aufgenommen, doch dasselbe Publikum hatte die Band ein Jahr später bei Veröffentlichung des zweiten Albums, »Mad Shadows« (1970) und mit »Wildlife« (1971) erging es den Musikern nicht besser. Immerhin gab es eine Fan-Gemeinde, zu der auch David Bowie gehörte. Als er erfuhr, dass sich die Band wegen der anhaltenden Erfolglosigkeit auflösen wollte. Er bot den Musikern einen seiner Songs an, »Suffragette City« an, doch lehnten diese ab, akzeptierten aber »All the Young Dudes«, den Bowie für die Band schrieb. Die Single, 1972 auf den Markt gekommen, konnte sich erfolgreich in den Charts platzieren, das von Bowie produzierte Album, marketinggerecht ebenfalls mit dem Titel »All the Young Dudes« versehen, brachte es ebenfalls in die britischen Top-Fourty. Zwar wollte die Band die Zusammenarbeit mit Bowie fortsetzen, doch fand man bei den Aufnahmen eines weiteren Songs von Bowie, »Drive-In Saturday«, keine gemeinsame Basis mehr.
»Mott« veröffentlichte die zum Quartett dezimierte Band, Allen hatte den Abschied genommen, 1973. »Mott« war anders als die vorangegangenen Alben auch in den USA recht erfolgreich. In der Heimat brachte die LP zwei Hits, »Honaloochi Boogie« und »All the way from Memphis«; an beiden Songs war Andy Mackay, Saxophonist von Roxy Music, beteiligt. Der Erfolg führte aber auch zu Unstimmigkeiten in der Band. Für die Touren holte man die Keybarrd-Spieler Morgan Fisher und Mick Bolton, der allerdings bald schon wieder ging. Auch Ralphs verließ Mott the Hoople und gründete Bad Company; für ihn kam der frühere Gitarrist von Spooky Tooth, Luther Grosvenor, der sich allerdings bei Mott the Hoople Ariel Bender nannte. Doch auch er war nur ein Gast, seinen Platz nahm der Gitarrist Mick Ronson ein. Als die Götterdämmerung der Band hereinbrach, verließ er mit Hunter die Band, gemeinsam bildete man ein Duo.
Die übrigen Musiker gaben sich noch nicht geschlagen, sondern verkürzten den Namen auf Mott und gingen mit einigen Gastmusikern auf USA-Tournee. Das Vorprogramm der Konzerte bestritt eine junge britische Band, Queen. Doch erholte sich Mott auch mit kurzem Namen nicht mehr. Noch einige wenige LPs wurden veröffentlicht, 1978 war dann endgültig Schluss.
Anfang 2009 wurde bekannt, dass die Band für einige Reunion-Konzerte in der britischen Hauptstadt wieder zusammenkommen wolle. Die drei Konzerte sind für den Oktober 2009 geplant.
Die Musik Mott the Hooples lässt sich nur in der Gesamtschau richtig einordnen: Einerseits schimmert hier und da britischer Bluesrock, die einfachen, aber wirkungsvollen Gitarrenriffs von Free oder Spooky Tooth durch. Andererseits ist der Einfluss von Roxy Music und David Bowie nicht zu überhören. Das Etikett Glam Rock war der Band schnell verpasst – doch zogen sich damals viele Musiker »glamourös« an. Möglicherweise hat der Anfang der 1970er-Jahre dominierende und populäre Progressive Rock der Band das Leben schwer gemacht. Nicht mehr Hippies und nicht mehr Punk, war es für viele Bands zwischen 1970 und 1975 schwer, einen eigenen Weg zu finden.
Doch blieb Mott the Hoople nicht wirkungslos: Die Rückgriffe Queens auf ihre Musik etwa sind unüberhörbar. Und Ian Hunter wie Mick Ronson, der später bei Bowie Gitarre spielte und als Produzent beispielsweise Lisa Dalbello zu einem beeindruckenden Album verhalf, sind aus der britischen Rockmusik auch nach Auflösung der Band nicht weg zu denken.



Diskografie

Mott the Hoople (1969)
Mad Shadows (1970)
Wildlife (1971)
Brain Capers (1971)
All teh Young Dudes (1972)
Mott (1973)
The Hoople (1974)
Live (1974)

Als Mott

Drive On 1975)
Shouting and Pointing (1976)