Muse

Stichworte Progressive Rock | Queen



Muse, britische Rockband, 1996 von Matthew Bellamy (* 1978; Gesang, Gitarre, Keyboards), Dom Howard, eigentlich Dominic Howard, (* 1977; Schlagzeug) und Christopher Wolstenholme (* 1978; Bass, Keyboards) in Teignmouth (Devon, England) gegründet.

Bandbiografie

Bellamy, Howard und Wolstenholme hatten als Schüler in verschiedenen Bands gespielt, dann gemeinsam eine Band gegründet, die sie mal Gothic Plague, mal Fixed Penalty nannten. Für die Teilnahme an einem Bandwettbewerb 1996 gaben sie sich den Namen Rocket Baby Dolls; sie gewannen den Wettbewerb. Bestärkt in der ohnehin vorhandenen latenten Absicht, eine professionelle Karriere als Musiker einzuschlagen, entschieden sie sich abermals für einen neuen Namen: Muse sollte die Band heißen.
Eine erste EP blieb unbeachtet, die zweite dagegen, »Muscle museum« dagegen stieß auf das vehemente Wohlwollen der stets ein wenig hysterischen britischen Musikpresse. Die Plattenfirmen der Insel dagegen wollten von Muse nichts wissen, schien ihnen doch die Nähe der zur gleichen Zeit immens erfolgreichen Band Radiohead zu groß. Einige Auftritte der Band in den USA überzeugten jedoch Madonnas Label Maverick Records, das den Briten schließlich einen Vertrag gab.
Aber auch bei Maverick dachte man an die Musik Radioheads und stellte dem Trio für die Aufnahmen zum ersten Album den Produzenten John Leckie zur Seite, der Radioheads CD »Bend« produziert hatte. Das Debütalbum »Showbiz« erschien 1999 und brachte es auf Anhieb in die Top-Fourty der britischen Charts. In der Folge trat Muse im Vorprogramm von solchen Größen wie Red Hot Chili Peppers oder Foo Fighters auf.
Was sich mit dem ersten Album nur vage andeutete, konsolidierte sich mit dem zweiten Album: der völlig eigene Klang der Band. »Origin of Symmetry« fand weltweit Beachtung und positionierte sich auf dem dritten Platz der britischen Hitparade. Erstaunlicherweise mochte Maverick Records das Album in den USA nicht veröffentlichen, sondern insistierte bei der Band, speziell für den Markt in den USA die Songs umzuarbeiten – genau das wollten Bellamy, Howard und Wolstenholme nicht und trennten sich von dem Label. Ihr Erfolg hatte mittlerweile eine Dimension erreicht, dem derartige Querelen nichts mehr anhaben konnten. Der monatelangen Tour nach Veröffentlichung des zweiten Albums folgte 2002 dann auch eine Doppel-CD mit Live-Aufnahmen und Outtakes. Für eine weitere Studio-LP, »Absolution«, ließ sich das Trio bis 2003 Zeit. Nach Veröffentlichung der CD wurde wieder der übliche Rock-Zirkus von Albumveröffentlichung, Promotion und anschließender Tour in Gang gesetzt. Als die Band 2004 beim Glastonbury Festival auftrat, erlitt der anwesende Vater von Howard nach dem Konzert einen Herzinfarkt und starb. Der Schlagzeuger stürzte in eine tiefe Depression und brauchte für die Verarbeitung dieses Schicksalsschlages Monate. An Aufnahmen für eine neue CD war zunächst nicht zu denken und tatsächlich legte Muse erst 2006 die CD »Black Holes and Revelations« vor. Auch für »The Resistance« benötigte die Band Jahre – das Album erschien erst 2009.
Muses Musik ist eine raffinierte Mischung von Heavy Metal und einigen Elementen des Progressive Rock, die im Laufe der Jahre allerdings an Bedeutung gewannen und mit der dreiteiligen Komposition »Exogenesis« 2009 einen Höhepunkt erreichten. Grundlage der Songs ist häufig eine ostinate Figur, von Bellamy auf Keyboard oder seltener auf der Gitarre gespielt – ein Alberti-Bass, aus der traditionellen Kunstmusik entliehen -, der als Riff dient. Mitunter werden mehrere dieser Spielfiguren übereinander gelegt und kunstvoll miteinander verzahnt, überlagert von der hohen Stimme des Gitarristen und unterbrochen von heftigen Metal-Ausbrüchen. Zuweilen erinnert die Musik an die Musik von Queen oder auch Radiohead. Ein Kapitel für sich sind die Texte: Sie präsentieren eine seltsame Sicht auf die Welt, eine Melange von Loser-Lyrik, Surrealismus und echt wirkender Resignation.



Auszeichnungen

2005 Brit Award
2007 Brit Award



Diskografie

Showbiz (1999)
Origin of symmetry (2001)
Hullabaloo soundtrack (2002)
Absolution (2003)
Black holes and revelations (2006)
Haarp (2008)
The Resistance (2009)



Weblink

http://www.muse.mu (Offizielle Website der britischen Band Muse)