New Trolls

Stichworte Suite | Konzert



New Trolls, italienische Progressive-Rock-Band, 1966 in Genua aus der Band The Trolls hervorgegangen.

Bandbiografie

Vittorio De Scalzi, der neben Gitarre und diversen Keyboards auch Spinett und Flöte spielte, hatte sich mit dem Bassisten Giorgio D’Adamo zusammengetan, um gemeinsam Songs zu schreiben: Der instrumental traditionell ausgebildete De Scalzi komponierte, d’Adamo steuerte die Texte bei. Zu der Band, die sich in Anlehnung an eine vorher bestehende Band namens The Trolls New Trolls nannte gehörten neben De Scalzi und d’Adamo der Gitarrist Nico di Palo, der Keyboard-Spieler Mauro Chiarugi und der Schlagzeuger Gianni Belleno. Die Band wurde in Italien schnell so bekannt, das sie 1967 nach der Veröffentlichung der Single »Sensazioni« im Rahmen der Konzerte der Rolling Stones auftreten konnten.
1968 legte die Band ihr Debütalbum vor. Für »Senza orario senza bandiera« hatte De Scalzi den bekannten italienischen Sänger Fabrizio de André gewinnen können die Texte zu den Songs zu schreiben. Trotz des großen Erfolges des Albums konnte die Band erst 1970 ein weiteres veröffentlichen, doch enthielt »New Trolls« nur eine Sammlung von zuvor veröffentlichten Singles. Noch vor Erscheinen von »Concerto Per I New Trolls« (1971) verließ Chiarugi die Band; da De Scalzi sich nunmehr selbst an die Keyboards setze, wurde er nicht ersetzt.
»Concerto Per I New Trolls« passte in die Zeit: Der Komponist Luis Enriquez Bakalov hatte ein einer Suite ähnelndes Werk für Rockband und Orchester geschrieben, das die New Trolls innerhalb kürzester Zeit über Italien hinaus bekannt machte. Die Musiker sahen die Chance, mit in englischer Sprache gesungenen Songs auf dem internationalen Markt Fuß fassen zu können. Dies misslang gründlich: »Searching for a Land« (1972), an dessen Aufnahmen der Nachfolger für D’Adamo, Frank Laugelli, beteiligt war, ging im Getriebe des von Briten und Amerikanern bestimmten Musikmarkt völlig unter. »Ut«, ebenfalls 1972 vorgelegt, wartete mit Hardrock auf, doch sang De Scalzi wieder italienisch. Über das Auf und Ab der Bandkarriere gerieten die Musiker in Streit; De Scalzi und Di Palo beanspruchten ein jeder den Bandnamen für sich. De Scalzi gründete mit D’Adamo eine neue Band, mit der er wieder an die von Anklängen traditioneller Kunstmusik bestimmte Musik der Anfänge der New Trolls anknüpfen wollte. Die Frucht dieser Arbeit erschien unter dem Titel »N.T. Atomic System«. Vorher hatte De Scalzi mit seiner Band, die er nach wie vor New Trolls nannte, eine Rock-Bearbeitung von M. Mussorgskis »Die Nacht auf dem kahlen Berge« als Single veröffentlicht. Di Palo hingegen nannte seine dem Hardrock zugeneigte Band Ibis und veröffentlichte mit ihr zwei Alben, die 1974 und 1975 auf den Markt kamen.
De Scalzi verzettelte sich: Er gründete das Schallplatten-Label Magma Records, veröffentlichte dort die erste LP seiner Band und ließ die Platte auch in ein Cover für den internationalen Markt stecken, auf dem »Night on the bare Mountain« zu lesen war. Die nächste LP, »Tempi dispari« (1974), allerdings enthielt keine Bearbeitungen »klassischer« Vorlagen mehr, sondern Jazzrock – selbst das italienische Publikum zeigte sich verstört. So beendeten De Scalzi und Di Palo ihren Zwist und taten sich erneut zu den New Trolls zusammen. Mit Belleno und dem Sänger und Gitarristen Ricky Belloni veröffentlichten die New Trolls einige LPs, darunter »Concerto grosso no. 2« (1976). Bis Ende der 1980er-Jahre brachte die Band unter einigen Umbesetzungen einige LPs auf den Markt, aber spätestens Anfang der 1990er-Jahre war von den New Trolls nur noch die Legende übrig. De Scalzi und Di Palo stritten und vertrugen sich, versammelten auch jeder für sich Musiker um sich, um mal als La Storia die New Trolls, mal als Il Mito New Trolls Konzerte zu geben. 2007 hatte sich die Band mal wieder zu einer Reunion verständigen können und veröffentlichte einmal mehr ein Concerto grosso: »Concertogrosse: The seven Seasons« (2007). Da gehörten zu der Band De Scalzio, Di Palo, D’Adamo und Belleno.
Scalzi und di Palo sind als New Trolls vor allem an der Sprachbarriere gescheitert: Anfang der 1970er-Jahre war es in Europa praktisch unmöglich mit Musik zu reüssieren, die britische Musiker selbst veröffentlichten – erst recht wenn man in italienischer Sprache sang. Dennoch waren es vor allem die LPs »Concerto grosso per I New Trolls« und »Nigth on the bare Mountain«, die die Band über Italien hinaus bekannt machten – Classical Rock, wie er seinerzeit beliebt und erfolgreich war.



Diskografie

Senza orario senza bandiera (1968)
New Trolls (1970)
Concerto grosso per i New Trolls (1971)
Searching for a land (1972)
Ut (1972)
N.T. Atomic System (1973; New Trolls Atomic System)
Satisfaction (1973)
Canti d’innocenza, canti d’esperienza (1973)
Twist and shout with satisfaction (1974)
Tempi dispari (1974; New Trolls Atomic System)
Concerto grosso no. 2 (1976)
Live (1976)
Aldebaran (1978)
New Trolls (1979)
FS (1981)
America O.K. (1983)
Tour (1985)
Amici (1988)
Live con i New Trolls (1990)
Quelli come noi (1992)
Il sale dei New Trolls (1996)
Concerto grosso: the seven seasons (2007)
Concerto grosso trilogy live (2007)

Ibis

Sun supreme (1974)
Ibis (1975)

La Storia Dei New Trolls

Live (2001)
Concerto grosso live (2001)
Live (2005)

Il Mito New Trolls

TR3 (2007; Aufnahmen von 2004)



Weblink

http://www.newtrolls.it/ (Offizielle Website der italienischen Progressive-Rock-Band New Trolls)