Nick Beggs

Beggs, Nick, eigentlich Nicholas Beggs, * Winslow (Buckinghamshire) 15. Dezember 1961, englischer Rockmusiker (Komposition, elektrische Bassgitarre, Chapman Stick)

Nick Beggs interessierte sich schon als Kind für Musik und spielte in einer mit zwei Freunden gegründeten Band, die sich Johnny and the Martians nannte, Schlagzeug. Nach der Schulzeit arbeitete er für kurze Zeit als Müllmann, nahm dann ein Studium an einer Kunstschule. 1979 gründete er mit dem Gitarristen Steve Askew, dem Keyboard-Spieler Stuart Croxford Neale und dem Schlagzeuger Jez Strode die Band Art Nouveau; Beggs selbst übernahm den Bass. Aus Art Nouveau ging die Pop-Band Kajagoogoo hervor, die mit dem Sänger Limahl einige Zeit höchst erfolgreich war. Auf Dauer erwies sich die Zusammenarbeit mit Limahl zunehmend als schwierig, so dass ihm 1983 bedeutet wurde, die Band zu verlassen. Nunmehr auch Sänger der Gruppe, verkürzte er bald den Namen der Gruppe von Kajagoogoo auf Kaja – unter diesem Namen hatte die Band schon zuvor in den USA ihre Platten veröffentlicht. Dennoch löste sich die Band 1986 auf.
Beggs hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits ein gewisses Renommee als Bassist erworben, zumal er auch obligat den Chapman Stick einsetzte, der von nur wenigen Instrumentalisten sicher beherrscht wird. 1987 gründete er mit dem Keyboard-Spieler Simon Ellis und dem Sänger Austin Howard die Band Ellis, Beggs & Howard. Dem um weitere Musiker erweiterten Trio haftete allerdings weiterhin das Pop-Image von Kajagoogoo an, so dass die Gruppe es insbesondere auf dem heimischen britischen Markt schwer hatte. 1989 gaben die Musiker auf. In der Rockband Iona hatte Beggs erstmals als Bassist ein gewisse Nähe zum Progressive Rock.
Seit Anfang der 1990er-Jahre hat Beggs mit einer Vielzahl von Musikern und Bands zusammengearbeitet, so mit Howard Jones, Belinda Carlisle, Cliff Richard, Nena, Gary Numan, Kim Wilde, Michael Bolton, Midge Ure, ABC, Alphaville, China Crisis, Go West und vielen anderen, darunter auch Steve Jackett und Steve Howe. Wenn er auch nach der Jahrtausendwende Kajagoogoo wiederbelebte und mit Steve Askew das Duo Industrial Salt gegründet hatte, hatte er mittlerweile das Image des »ehemaliges Mitglied einer Pop-Band« vollständig abstreifen können und genoss unter Musikern wie informierten Rockhörern größte Reputation als Instrumentalist. Er arbeitete für Phonogram als A&-&-Manager und schrieb als Bass-Experte für ein Instrumentenmagazin.
Wie groß sein Renommee als Bassist gewachsen war, kann daran abgelesen werden, dass Beggs von Steven Wilson für sein zweites Solo-Album, »Grace For Drowning« (2011), engagiert wurde und auch zu der Tourband Wilsons gehörte. Beggs fand Gefallen am jüngeren Progressive Rock und gründete mit dem Keyboard-Spieler John Young die Progressive-Rock-Formation Life Signs.
Beggs ist spätestens nach 2000 in die Rolle eines der für den Progressive Rock bedeutenden Bassisten gewachsen, durchaus in einer Reihe mit Chris Squire, John Wetton und Tony Levin. Schon die von ihm eingesetzten Instrumente – Chapman Stick, Fender Jazz Bass, Music Man Stingray, Rickenbacker 4003, Spector Bass – zeigen das Spektrum der Rock-Stile, in denen er aktiv ist. Nebenbei gibt er natürlich auf der Bühne eine beeindruckende Figur ab, nicht zuletzt wegen seiner Gallier-Zöpfe.

 

Diskografie

Stick Insect (2002)
The Maverick Helmsman (2004)

Weitere Alben mit Steve Hackett und Steven Wilson

 

Weblink

http://www.nickbeggs.co.uk (Offizielle Website des englischen Bassisten Nick Beggs)