Nosound

Stichworte No-Man | Steven Wilson | Porcupine Tree



Nosound, italienische Progressive-Rock-Band, 2002 aus der Solo-Arbeit des Sängers, Gitarristen und Keyboard-Spielers Giancarlo Erra hervorgegangen.

Bandbiografie

Erra hatte bereits seit 1998 einige Experimentalstücke aufgenommen, acht der Aufnahmen unter dem Titel »Radici« und eine ausgedehnte Instrumentalkomposition unter dem Titel »Maslova« produziert, aber nicht veröffentlicht. Bei den Aufnahmen hatte ihn zeitweise bereits der Bassist Allessandro Luci unterstützt. Auch »Waves on Russia«, 2002 als erste Veröffentlichung von Nosound auf den Markt gebracht, trug noch den Charakter einer Demo-Produktion, und die Promotion-CD »sol29« (2005) hatten Erra und Luci ebenfalls noch allein eingespielt. Der Erfolg von Erras Musik – er hatte alle Titel komponiert, die Texte geschrieben, die Aufnahmen geleitet und zeichnete auch für die Produktion verantwortlich – führte aber dazu, dass von Nosound auch Konzertauftritte erwartet wurden, die nur mithilfe einer Band bewerkstelligt werden konnten. So wurde aus Erras Solo-Projekt eine veritable Band geworden war, zu der neben Luci und ihm selbst der Gitarrist Gabriele Savini, der Schlagzeuger Mario Damici und der Keyboard-Spieler Paolo Martellacci gehörten.
Das Live-Album »The World is Outside« wurde 2007 als DVD produziert, der 2008 die Tonspur entnommen und als Audio-CD veröffentlicht wurde. Bereits wenige Wochen nach den Aufnahmen zur DVD hatte sich die Besetzung der Band verändert, an »Slow, it Goes« – ebenfalls ein Live-Album – waren Anfang 2007 Erra, Luci, Martellaci, der Gitarristen Vigliarolo und der Schlagzeuger Gigi Zito beteiligt.
Diese Besetzung stabilisierte sich, so dass 2007 ein erstes Studio-Album in Angriff genommen werden konnte. »Lightdark« kam 2008 auf den Markt, wenig später die EP »Clouds« – 2008 wurden beide CDs auch in einem gemeinsamen Cover veröffentlicht. Für »Lightdark« hatte Erra den Sänger Tim Bowness, mit Steven Wilson Teil des Duos No-Man, gewinnen können, der auch den Gesangspart in dem Song »Someone Starts to Fade away« übernommen hatte. »A Sense of Loss«, 2009 vorgelegt, war dann wieder Erras alleiniges Werk.
Giancarlo Erra verfolgt mit Nosound strikt seine eigenen musikalischen Vorstellungen, die Mitglieder seiner Band sind bis dato kaum mehr als ausübende Musiker. Doch ist die Musik Erras keineswegs ohne Vorbild: Er ist so etwas wie ein italienischer Steven Wilson, der aus seinem Solo-Projekt die Band Porcupine Tree entstehen ließ. Auch in anderen Dingen ist der Brite dem Italiener Vorbild, weisen doch seine Kompositionen starke Ähnlichkeit mit den Kompositionen Wilsons für No-Man auf – es ist kein Zufall, dass Bowness, Sänger von No-Man, sich offensichtlich leicht in die Musikwelt Erras einpassen konnte. Erra schöpft denn auch aus dem jüngeren britischen Progressive Rock, doch nimmt er auch stark auf die Minimal Music. Häufig entwickeln sich die Klangprozesse der im Prinzip einfach strukturierten Kompositionen aus einem als Orgelpunkt fungierenden vielschichtigen Akkord, in dem die Obertöne aufgrund von Phasenverschiebungen eine flirrend lebendige Oberfläche hervorrufen, unter der im Grunde wenig geschieht. Es gelingt Erra aber damit, eine Atmosphäre von Einsamkeit und Verlassenheit zu erzeugen.



Diskografie

Waves on Russia (2002)
sol29 (2006)
Slow, it Goes (2006)
The World is Outside (2008; nur Download)
Lightdark (2008; mit der EP 2008 wieder veröffentlicht)
A Sense of Loss (2009)



Weblink

http://www.nosound.net/ (Offizielle Website der italienischen Progressive-Rock-Band Nosound)