Oliver Wakeman

Wakeman, Oliver, britischer Keyboardspieler, * London 26.2 1972; Oliver Wakeman ist der älteste Sohn von Rick Wakeman (Keyboarder von Yes) und älterer Bruder Adam Wakemans.

Oliver Wakeman kam in seinem Elternhaus geradezu unvermeidlich mit Musik in Berührung und lernte Klavier spielen. Auch in seiner Karriere folgte er der Spur seines Vaters und nahm mit dem Sänger Clive Nolan von der britischen Progressive-Rock-Band Arena seine ersten Alben auf – Konzeptalben mit den Titeln »Jabberwocky« (1999) beziehungsweise »Hound of the Baskervilles« (2002). Eine enge Partnerschaft verbindet Wakeman mit Steve Howe, Gitarrist von Yes, dem er bei dessen Soloproduktionen half. Über diese Verbindung gelangte er auch in den Musikerkreis von Yes, zunächst ohne weitere Folgen für ihn. Er half anderen Bands als Keyboard-Spieler aus, so etwa der amerikanischen Progressive-Rock-Band Starcastle, oder ging mit Bob Catley, dem Sänger der Gruppe Magnum, auf Tour. Bereits 1997 hatte er mit »Lundy« ein eigenes Konzeptalbum veröffentlicht, in den Jahren 2005 und 2006 ging er mit einer eigenen Band auf Tournee.

Die Beziehung zu Yes kam zum Tragen, als die Band 2008 ihr 40-jähriges Jubiläum mit einem Album und einer Tournee feiern wollte. Oliver Wakeman sollte die Stelle seines Vaters einnehmen. Als Jon Anderson wegen Erkrankung seine Mitwirkung absagen musste, wurde die Tournee verschoben und erst im Herbst 2008 begonnen, wie geplant mit Oliver Wakeman an den Tasteninstrumenten, neben Steve Howe, Chris Squire, Alan White und dem kanadischen Sänger Benoît David. Auch diese Tour musste, nun wegen Unpässlichkeit Squires, unterbrochen werden und wurde 2009 fortgesetzt. Wakeman nahm zunächst auch an den Arbeiten zu dem geplanten Album teilnehmen, wurde zwar während der Aufnahmen von Geoff Downes ersetzt, dann aber wieder für die im Jahr 2011 veranstaltete Rites-Of-Spring-Tour der Band engagiert, danach erneut vor die Tür gesetzt. Als das Album »Fly From Here« veröffentlicht wurde, wurde sein Name nur im Zusammenhang mit einem einzigen Song genannt.

Immerhin hatte seine Rolle bei Yes dafür gesorgt, dass sein Name nun auch einem größeren Kreis von Hörern des Progressive Rocks zumindest bekannt geworden war. Auch unter Kollegen hatte er sich Reputation erworben, wurde er doch 2009 von Strawbs als Keyboard-Spieler für Amerika- und Europa-Tourneen gebucht. Im selben Jahr spielte er auch noch für das Strawbs-Album »Dancing to the Devil’s Beat« die Keyboards, verließ dann aber die Band. Nach den unerquicklichen Erlebnissen mit Yes tat Wakeman sich 2012 mit dem Gitarristen Gordon Giltrap zusammen und mitsamt einigen Studiomusikern spielten sie das Album »Ravens & Lullabies« ein; die CD wurde 2013 veröffentlicht.

Nur wenige Journalisten kämen wohl auf die Idee, Oliver Wakeman wie seinen Vater Rick Wakeman als »Tasten-Wizzard« zu bezeichnen, denn ihm fehlen sowohl das Spektakuläre und als auch die leichtfüßige Virtuosität seines Vaters. Es ist allemal solides Klavierspiel, in dem nur hier und da effektvolle virtuose Momente aufblitzen. Zwar ist der Sohn aus dem Schatten des Vaters wohl spätestens mit »Ravens & Lullabies« herausgetreten, aber es ist im Progressive Rock eben nicht einfach, an den Giganten Keith Emerson und Rick Wakeman vorbei noch etwas völlig Eigenes zustande zu bringen.

Diskografie

Heaven’s Isle (1997; 1999 wiederveröffentlicht)
Jabberwocky (1999; mit Clive Nolan)
The 3 Ages of Magick (2001; mit Steve Howe)
The Hound of the Baskervilles (2002; mit Clive Nolan)
Chakras (2002) Purification by Sound (2003)
Spiritual Enlightenment & Inspiration (2002)
Mother’s Ruin (2005)
Coming to Town – Live from Katowice (DVD 2008; CD 2009)
Ravens & Lullabies (2013; mit Gordon Giltrup)

Weblink

http://www.oliverwakeman.co.uk (Offizielle Website des britischen Keyboard-Spielers Oliver Wakeman)