Beaver & Krause

Beaver & Krause, amerikanisches Musiker-Duo, gebildet von dem Jazzmusiker Paul Beaver (* 1925, † 1975) und dem Bioakustiker Bernie Krause (* Detroit 8.12. 1938)

Bandbiografie

Paul Beaver, Produzent bei Elektra Records, wurde im Rahmen seiner Arbeit mit Bernie Krause – früher bei der Folk-Gruppe The Weavers – bekannt und tauschte sich mit ihm über elektronische Musik aus. Als 1966 die ersten modularen Synthesizer der Firma Moog erhältlich waren, gehörten Beaver und Krause zu den ersten, die ein Gerät kauften und sofort Verbindung zu Rockmusiker suchten, um sie mit dem Instrument bekannt zu machen. So zeigten sie dem Schlagzeuger und Sänger der Monkees, Micky Dolenz, ihren Synthesizer, der dann auch auf der LP »Pisces, Aquarius, Capriconr & Jones Ltd.« der Monkees eingesetzt wurde; Paul Beaver wirkte sogar an einem Track der LP mit.
Voller missionarischen Eifers bauten Beaver und Krause ihren Synthesizer während des Monterey Pop Festivals 1967 in einer Bude auf und weckten auf diese Weise nicht nur das Interesse zahlreicher Festivalbesucher, sondern auch von Musikern wie Simon & Garfunkel und der Bands The Doors und The Byrds. Als George Harrison im selben Jahr nach Kalifornien kam, führten Beaver und Krause auch ihm ihren Moog-Synthesizer vor. Der beeindruckte Harrison kaufte ein Gerät und setzte es für seine 1969 bei ↑Zapple Records veröffentlichte LP »Electronic Sound« ein; Krause strengte später einen Rechtsstreit gegen Harrison an und beschuldigte ihn, für eine der beiden LP-Seiten mehr oder weniger detailreich seine Vorführungen des Synthesizers verwendet zu haben.
Ab 1968 veröffentlichten Beaver & Krause selbst LPs. 1968 erschien »Ragnarock«, in den folgenden Jahren dann »In a Wild Sanctuary« (1970), »Gandharva« (1971) und »All Good Men« (1972). Die letzte LP des Duos, »The Nonesuch Guide to Electronic Music«, kam 1975 auf den Markt. Im selben Jahr verstarb Paul Beaver. Bernie Krause blieb dem Musikgeschäft verbunden und produzierte Musikstücke, in denen er Aufnahmen aus der Natur mit elektronischen Klängen zu einem esoterischen Ganzen verband. Nach wie vor aktiv, komponierte Krause auch Funktionsmusik für den Suchmaschinen-Betreiber Google.
Beaver und Krause sind vor allem unter Rockhörern bekannt, auch wenn sie sich selbst wohl nicht als Rockmusiker verstanden. Auf den LPs des Duos ist meist eine Mischung von Jazz – auf »Gandharva« sind zum Beispiel der Baritonsaxofonist Gerry Mulligan und der Bassist Ray Brown zu hören –, ein wenig Rock – etwa von Mike Bloomfield und Ronnie Montrose erzeugt – und diverse mehr oder weniger plausibel eingepasste, mit Hilfe des Synthesizers erzeugte Klänge zu hören, die den einen oder anderen Titel auch mal in das Umfeld von New Age Music bringen. Beaver & Krause kommt aber unzweifelhaft das Verdienst zu, die Rockmusik für elektronische Musik und besonders den Einsatz des Synthesizers erschlossen zu haben.

Diskografie

Ragnarock (1969)
In a wild Sanctuary (1970)
Gandharva (1971)
All good Men (1972)
The Nonesuch Guide to Electronic Music (1975)