Chroma Key

Chroma Key, Musikprojekt des Rockmusikers Kevin Moore, * Long Island (New York) 26.5.1967; der Name bezieht sich auf das bei Filmproduktionen eingesetzte Blue-Screen-Verfahren.

Bandbiografie

Kevin Moore – nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Bluesmusiker Kevin Moore, der unter dem Namen Keb’Mo’ Platten veröffentlicht – genoss eine traditionelle Klavierausbildung. Als ihn sein früherer Schulfreund, der Schlagzeuger Mike Portnoy, Ende der 1980er-Jahre fragte, ob er als Keyboard-Spieler Mitglied seiner eben gegründeten Band Majesty werde wolle, sagte er zu. Majesty benannte sich bald in Dream Theater um und die Musiker setzten zunehmend auf ihre stupende instrumentale Virtuosität – Moore hatte anderes im Sinn und verließ die Band. Er begann, in den Heimstudios, die er sich in seinen häufig wechselnden Wohnorten einrichtete, seine eigene Musik zu produzieren. Wenn nötig, engagierte er zur Unterstützung weitere Musiker, so insbesondere Gitarristen, Bassisten und Schlagzeuger. Seinem Dauerprojekt, eigene Musik aufzunehmen, gab er den Namen Chroma Key.
Seine erste eigene CD veröffentlichte Moore 1998 unter dem Titel »Dead Air for Radios«; in größeren Abständen folgten weitere, »You Go Now« 2000, »Graveyard Mountain Home« 2004. Daneben arbeitete Moore zeitweilig als Rundfunkmoderator bei einer amerikanischen Kurzwellenstation. Er wechselte häufig den Wohnort und lebte auch mal in Costa Rica, mal in der Türkei. Beteiligungen an den Plattenaufnahmen anderer Bands wie Fates Warning und OSI (Office of Strategic Influence) blieben Episoden.
Moore konstruierte in seinen Studio-Klausen komplexe Arrangements, in denen die Musik seines jeweiligen Aufenthaltsortes immer wieder einen kleinen Platz erhält. Die Erfahrungen, die er in den Studios der Kurz-*wellensender, bei denen er gearbeitet hatte, sammelte, die Kenntnis vom Kurzwellenempfang mit seinen sich überlagernden Klängen und Tönen, finden in vielen seiner Kompositionen ihren Nachklang – zwischen die Schichten von Synthesizerklängen flicht er immer wieder Sprachfetzen ein. Dabei bezieht sich Moore weniger auf amerikanischen Progressive Rock als auf die Musik, die etwa Genesis oder Pink Floyd in den 1970er-Jahren und Porcupine Tree seit den 1990er-Jahren vorführt. Seine Musik hat einen sehr bildhaften Charakter und wirkt in großen Teilen wie ein Soundtrack zu einem imaginären Film. Tatsächlich ist Moore dieses Genre nicht fremd, schrieb er doch die Musik zu mehreren Filmen und der 1955 entstandene Film »Age 13« inspirierte ihn zu einem alternativen Soundtrack.



Diskografie

Dead Air for Radios (1998)
This is a Recording. 1994-1997 (1999)
You go now (2000)
Graveyard Mountain Home (2004)



Weblinks

http://www.chromakey.com (Offizielle Website des Musikprojektes Chroma Key)