Eberhard Schoener

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Schoener, Eberhard, deutscher Geiger, Dirigent und Komponist, * Stuttgart 13.5. 1938

Biografie

Eberhard Schoener nahm 1954 an der damaligen Nordwestdeutschen Musikakademie Detmold (heute Hochschule für Musik Detmold) ein Musikstudium mit Schwerpunkten in Violine – unter anderem bei Tibor Varga – und Chorleitung auf, das er 1959 beendete. Anschließend arbeitete er als Erster Geiger an der Bayerischen Staatsoper. 1961 gründete er das Münchner Jugendsymphonieorchester, das durch die Fernseh-Sendereihe »Das junge Orchester« schnell bundesweit bekannt wurde. Von 1964 bis 1968 war er Musikalischer Oberleiter der Bayerischen Opernbühne. 1965 gründete Schoener die Münchner Kammeroper, deren Leiter und Dirigent er seitdem ist.
Als Komponist trat Schoener vor allem durch eine Reihe von Filmmusiken, so etwa für den Film »Traumstadt« (1974) von Johannes Schaaf hervor. Schoener komponierte auch die Musik für das Musikauditorium des deutschen Pavillons auf der Weltausstellung 1970 in Osaka.
Für die Rockmusik wurde Schoener durch einige Projekte und Produktionen bedeutsam, so durch das Abschlusskonzert anlässlich des Prix Jeunesse in München, das unter dem Titel »Rock meets Classic« Rockmusiker wie Jon Lord, Glenn Hughes, David Coverdale, Ray Fenwick, Pete York und Tony Ashton mit dem Orchester der Münchner Kammeroper zusammenführte; der Mitschnitt des Konzertes wurde unter dem Titel »Windows« 1974 veröffentlicht. 1975 nahm Schoener mit Lord 1975 dessen Komposition »Sarabande« auf. Gegen Ende der 1980er-Jahre produzierte Schoener zunächst das Album »Flashback« (1978) und ging dann mit der Multimedia-Show »Laser in Concert« auf Tournee. Anschließend veröffentlichte er unter Mitwirkung von Sting und Andy Summers – beide später bei The Police – die LP »Video Magic« (1978). 1980 bestritt der Dirigent mit Jon Anderson, Gary Brooker, Mike Batt und Esther Ofarim die erste »Klassik-Rock-Nacht«. Auch in den folgenden Jahren war er an den »Klassik-Rock-Nächten« beteiligt, Veranstaltungen der ARD, bei denen neben anderen Tangerine Dream, Klaus Nomi, Mike Oldfield, Hazel O’Connor und Nina Hagen auftraten.
In den folgenden Jahren wurde Eberhard Schoener immer gerufen, wenn es galt, Rock- und Pop mit der traditionellen Kunstmusik zusammenzuführen. Neben zahlreichen Kurzopern – für deren Produktion er ebenfalls auf die Mitarbeit von Rock- und Popmusikern zurückgriff – komponierte er mit »Virtopera« ein musikalisches Werk für das Internet, das auch die interaktive Mitarbeit erlaubt.



Diskografie (Auswahl)

Destruction of Harmony (1971)
A Day’s Lullabby (1972)
Meditation (1973)
Windows (1974)
Sarabande (1975)
Bali-Agung (1975)
The Book (1977)
Trance-Formation (1977)
Flashback (1978)
Video Magic (1978)
Events (1980)
Time Square (1981)
Complicated Ladies (1983)
Spurensicherung (1985)
Video Flashback (1988)
Eberhard Schoener, Sting, Andy Summers (1990)
Why don’t You answer (1992)
Palazzo dell’Amore (1996)
Hey Mr. Gentleman (1998)
Beleza Negra (2001)
Eberhard Schoener & Friends (2006)



Weblinks

http://www.eberhard-schoener.de (Offizielle Website des deutschen Dirigenten und Komponisten Eberhard Schoener)
http://www.virtopera.de/ (Internet-Oper, komponiert von Eberhard Schoener)