electra

electra, deutsche Progressive-Rock-Band, 1969 in Dresden gegründet

Bandbiografie

In der Gründungsformation von electra fanden sich durchweg Studenten der Dresdner Musikhochschule Carl Maria von Weber zusammen: der Saxophonist und Flötist Bernd Aust, der Gitarrist Ekkehard Berger, der Keyboard-Spieler Karl-Heinz Ringel, der Bassist Wolfgang Riedel und der Schlagzeuger Peter Ludewig, genannt Mampe. Zunächst konnte die Band bei der staatseigenen Plattenfirma Amiga keine LP veröffentlichen. Erst 1974 legte die Band unter dem Titel »Electra« das Debütalbum vor. Ringel und Berger verließen im gleichen Jahr die Band, für sie kamen der Gitarrist Peter Sandkaulen und der Bassist Michael Demnitz, außerdem der Sänger Stephan Trepte. Die Besetzung blieb allerdings nicht konstant: Das zweite Album, »Adaptionen«, 1976 veröffentlicht, wurde von Aust, Ludewig, Riedel, dem Keyboard-Spieler Rainer Uebel und dem Gitarristen Gisbert Koreng eingespielt. Im Laufe der Jahre gingen und kamen die Musiker: Für Trepte Manuel von Senden, für Ludewig Dietmar Stephan, für Uebel Andreas Leuschner.

1980 veröffentlichte die Band, die sich bis dahin vor allem mit Bearbeitungen von Werken der traditionellen europäischen Kunstmusik einen Namen gemacht hatte, das Konzeptalbum »Sixtinische Madonna«. Danach ändert electra das Konzept, legte 1981 mit »Ein Tag wie eine Brücke« ein Album mit Songs vor, die auf der Grenze zum Schlager balancierten. Dabei blieb es für Jahre, wenn auch die Band bis 1989 nur noch zwei Alben veröffentlichen konnte.

Nach 1989 konsolidierte sich die Band in der Besetzung Aust, Riedel, Falk Möckel (Schlagzeug), Leuschner, Eckard Lipske (Gitarre), Trepte und Ludewig; Trepte und Ludewig teilten sich nunmehr die Gesangsparts. Die Band gibt erfolgreich Konzerte, veröffentlichte gelegentlich Live-CDs und tritt gemeinsam mit den Bands Lift und Stern-Combo Meißen unter der Bezeichnung Sachsendreier auf.

Außerhalb der DDR war electra nahezu unbekannt, wenn auch vereinzelt Platten, vor allem »Adaptionen«, den Weg in den Westen fanden. Die Musik dieser Band zwischen Ekseption und Jethro Tull war zu dieser Zeit schon nicht mehr ganz zeitgemäß, obwohl von versierten Musikern eingespielt und handwerklich gut gemacht. Wenn auch nicht unbedingt als Rock erkennbar, sondern – da die Band zu dieser Zeit keinen Sänger hatte – eher als ein von Kunstmusik getragener Jazz. Später allerdings, mit Trepte, war electra eine veritable Rockband, die mit »Tritt ein in den Dom« einen Song im Repertoire hatte, der noch Jahre später populär war und zugunsten des Wiederaufbaus der Frauenkirche in Dresden wieder veröffentlicht wurde.

Diskografie

electra (1974)
Adaptionen (1976)
electra 3 (1980)
Die Sixtinische Madonna (1980)
Ein Tag wie eine Brücke (1981)
Augen der Sehnsucht (1985)
Tausend und ein Gefühl (1987)
Sachsendreier live (1999; mit Stern-Combo Meißen und Lift)
electra Live in Concert (2001)
33 Jahre electra (2002)
Der aufrechte Gang (2004; Aufnahme von 1989)
electra – Die Alben (2004; Box mit acht CDs)
Tritt ein in den Dom (2004; Wiederveröffentlichung zugunsten der Frauenkirche Dresden)

Weblink

http://www.electra-music.de (OffizielleWebsite der deutschen Rockband electra)