Epica

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Epica, niederländische Heavy-Metal-Band, 2002 von dem Sänger und Gitarristen Mark Jansen (* 1978) gegründet; die Musik der Band wird dem so genannten Symphonic Metal zugerechnet.

Bandbiografie

Jansen hatte bis 2002 in der Metal-Band After Forever gespielt, diese aber wegen künstlerischer Differenzen verlassen. Seine Ideen von einer um wie auch immer geartete »symphonische« Elemente angereicherten Heavy Metal versuchte er zunächst in einer Band namens Sahara Dust zum Leben zu verhelfen. Als Sängerin hatte er die Norwegerin Helena Michaelsen, vorher bei Trail of Tears, engagiert, ersetzte diese aber bald durch Simone Simons (* 1985). Außerdem gehörten zu der von Jansen nunmehr in Epica umbenannten Band der Gitarrist Ad Sluijter, der Keyboard-Spieler Coen Janssen, der Bassist Yves Hut und der Schlagzeuger Jeroen Simons. Obligat wurde die Band durch einen aus vier Sängerinnen und zwei Sängern bestehenden Chor und ein kleines Streichorchester erweitert. In dieser ungewöhnlichen Besetzung produzierte Epica – zu dieser Zeit noch Sahara Dust – eine Single, »Cry for the Moon«, und erhielt daraufhin von Transmission Records einen Plattenvertrag.
Unter dem Namen Epica wurde 2003 das Debüt-Album »The Phantom Agony« veröffentlicht. Dem zweiten Album, »Consign to Oblivion« (2005), lag ein Konzept zugrunde: Im Verein mit dem Produzenten Sascha Paeth (* 1970) hatte Jansen aus einigen mehr oder weniger authentischen Texten der Maya einen Song-Zyklus konstruiert, in dem sich der Gitarrist fasziniert von der Zeitrechnung des amerikanischen Volkes zeigt. Aber nicht nur die Aufzeichnungen südamerikanischer Indianer hatten Jansen inspiriert, sondern auch Filmmusik etwa von Hans Zimmer und Danny Elfman. So war es auch nicht sonderlich überraschend, als Jansen seinerseits die Musik zu dem Film »Joyride« (2005) beitrug und den Soundtrack als weiteres Album Epicas betrachtete (»The Score – An Epic Journey«, 2005).
Mitte des Jahrzehntes hatte Epica ihre Reputation so weit steigern können, dass die Band zweimal auf USA-Tournee gehen konnte, wenn auch lediglich im Rahmen der Touren der Metal-Band Kamelot. Wenig später war der Name Epica aber so bekannt in den USA, dass die Band in den Jahren 2007 und 2008 eigene Tourneen durchführen konnte. 2007 legte die Band mit »The Divine Conspiracy« ihr viertes Album vor. Ende 2006 hatte Jeroen Simons die Band verlassen und war zunächst durch Ariën Van Weesenbeek (* 1980) als Gast-Musiker ersetzt worden; nun, 2007, wurde er ordentliches Mitglied Epicas. 2008 ging auch Sluijter, für ihn kam 2009 Isaac Delahaye (* 1982).
Das Konzept der Band, obligat Chor und Orchester einzusetzen, wurde in seiner Wirkung eindrucksvoll durch das erste Live-Album der Band »The Classical Conspiracy« (2009) unterstrichen. Jansen hatte für die Aufnahmen 40 Streicher und 30 Sängerinnen und Sänger aufgeboten. So zeigte denn auch das im selben Jahr veröffentlichte Studio-Album »Design Your Universe« eine gewisse Nähe zur Kunstmusik: Das Eröffnungstück des Albums, »Samadhi« trägt den Untertitel »Prelude«, es gibt das »Interlude«, »The Price of Freedom«, und im Zentrum steht der mehr als 13 Minuten dauernde Zyklus »Kingdom of Heaven«.
Die Musik Epicas ruht auf drei Säulen: Da ist zum Einen die Band, die sich zumeist im Idiom von Speed- und Death-Metal bewegt – Double-Bass-Gewitter, tiefer gestimmte Gitarren, Grunts und Screams. Zum anderen sind obligat Chor und Orchester eingebunden. Doch dienen diese vornehmlich der Klangwirkung, abgeschaut aktuellen Fantasy-Filmen – allzu komplizierter Satz ist hier nicht zu finden, allenfalls stilzitierende Verweise auf »Carmina Burana« und Gregorianik, über allem aber die Regentschaft des Unisono. Im Zentrum steht aber die Stimme von Simone Simons, mit der die disparaten Elemente der Musik Epicas zusammengehalten werden. Es ist keine Frage, dass die Musik der Band als Ganzes wie der andauernde Soundtrack zu einem imaginären Film wirkt – und entsprechende Kenntnisse des Hörers voraussetzt.



Diskografie

The Phantom Agony (2003)
Consign to Oblivion (2005)
The Score – An Epic Journey (2005)
The Divine Conspiracy (2007)
The Classical Conspiracy (2009)
Design Your Universe (2009)



Weblink

http://www.epica.nl/ (Offizielle Website der niederländischen Rockband Epica)