Galahad (Band)

Galahad, britische Progressive-Rock-Band, 1985 in Dorset (England) gegründet; die Band ist nicht direkt nach Sir Galahad, Ritter der Tafelrunde König Arthurs, benannt, sondern nach einem Unternehmen, das sich den Namen »Galahad Produce« gegeben hatte.

Die Band wurde von dem Sänger Stuart Nicholson und dem Gitarristen Roy Keyworth gegründet, zunächst als eine Art Freizeitbeschäftigung, um Songs von Genesis, Led Zeppelin, Rush, Black Sabbath und Focus zu spielen, daneben aber auch eigene Kompositionen. Schon bald hatte sich die Formation einen Namen machen können und trat im Programm der seinerzeit noch jungen Bands IQ, Haze und Pendragon auf; später wurde Galahad auch von den Gruppen Pallas und Magnum für deren Konzertprogramme engagiert. Nicht zuletzt diese Verpflichtungen bestärkten Nicholson und Keyworth darin, ihre Band auf professionelle Weise fortzuführen. Teil dieses Entschlusses war es einerseits, ausschließlich eigene Kompositionen zu spielen und das Nachspielen von Songs anderer Bands völlig aufzugeben, andererseits ein eigenes Album zu veröffentlichen. Da sich Platten-Labels desinteressiert an der Musik der Band zeigten, wurde »Nothing Is Written« erst 1991 veröffentlicht. Immerhin stieß das Album auf das Interesse des BBC-Senders Radio One, so dass es den Musikern schließlich gelang, Vertriebsverträge mit Labels in Großbritannien, Japan und Deutschland zu schließen. Sporadisch veröffentlichte die Band in den folgenden Jahren bis 2012 sieben weitere Studio-Alben, vier Live-Alben und drei Sammlungen von verstreuten Aufnahmen.
Im Laufe der Jahre gab es eine Reihe von Umbesetzungen in der Band, lediglich Nicholson und Keyworth sind konstante Größen in der Besetzung Galahads, wenn auch Keyworth die Band 1998/1999 für kurze Zeit verließ. 2012 gehörten neben den beiden Gründern der Keyboardspieler Dean Baker, der Bassist Mark Spencer und der Schlagzeuger Spencer Luckman zu Galahad.
Galahad wird allein schon wegen des Gründungszeitpunkts Mitte der 1980er zum so genannten Neo-progressive Rock gezählt. Tatsächlich bezogen sich Nicholson und Keyworth mit ihren Kompositionen vor allem auf den klassischen Progressive Rock zu Beginn der 1970er-Jahre, also vor allem auf die Musik von Genesis und Yes. So fehlten auf dem Debüt-Album weder Paraphrasen zu J.S. Bachs Toccat und Fuge d-Moll (»Bark in D-Minor«) noch auf die individuellen Spielweisen bekannter Progressive Rock-Musiker von Chris Squire bis Dave Gilmore. Nach der Jahrtausendwende integrierten die Musiker auch Elemente des Heavy Metals in ihre Musik und gaben der elektrischen Gitarre mehr Raum, ohne dass sie sich völlig einem »reinen« Progressive Metal zuwandten. Instrumentaltechnisch ist den Musikern von Galahad offensichtlich nichts unmöglich, stets sind die Alben mustergültig aufgenommen und produziert und so fordert die Musik selbst immer wieder Vergleiche mit den Größen des Genres heraus. Dahinter aber ziehen sich Nicholson und Keyworth aber immer wieder, mitunter auch mehrmals innerhalb der Zeitspanne eine Albums auf kompositionstechnische Stereotypen wie etwa Chaconne-Modelle zurück, etwa in »Singularity« und »Beyond the Barbed Wire« (»Battle Scars«, 2012).


Diskografie

Nothing Is Written (1991)
Other Crimes and Misdemenours (1992
In a Moment of Complete Madness (1993)
Sleepers (1995)
Other Crimes and Misdemenours II (1995)
Classic Rock Live (1995; Live)
Following Ghosts (1998)
Other Crimes and Misdemenours III (2001)
Year Zero (2002)
Resonance-Live in Poland 2006 (2006; Live)
Empires Never Last (2007)
Sleepless in Phoenixville (2009)
Battle Scars (2012)
Beyond The Realms of Euphoria (2012)
Whitchurch Live 92/93 (2012)

Galahad Acoustic Quintet

Not All There (1995)

Galahad Eelctric Company

De-Constructing Ghosts (1999)


Weblink

http://www.galahadonline.com/fr_news.cfm (Offizielle Website der britischen Band Galahad)