IQ

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IQ, britische Progressive-Rock-Band, 1981 von dem Gitarristen Mike Holmes und dem Keyboard-Spieler Martin Orford in Southampton gegründet.

Bandbiografie

Holmes und Orford hatten vor der Gründung von IQ in der Band The Lens gespielt. Für IQ gewannen sie den Sänger Peter Nicholls, vorher bei Delfin und The Same Curtain, den Bassisten Tim Esau, zuvor bei Eclipse, und den Schlagzeuger Mark Ridout; Ridout wurde bald durch Paul Cook ersetzt. Die Musiker sahen in der Musik von Genesis ihr Vorbild, doch gelang es ihnen zunächst nicht, einen Plattenvertrag zu bekommen. So veröffentlichten sie 1982 selbst ein Album auf Tonbandkassette, das den Titel »Seven Stories into Eight« trug. Ausdauerndes Touren durch Großbritannien sicherte der Band ein kleines, aber treues Publikum und schließlich feste Live-Termine im renommierten Marquee Club in London. »Tales From the Lush Attic« konnte 1983 schon bei einem Independent-Label veröffentlicht werden und ein Engagement für ein Konzert im Radioprogramm der BBC steigerte erneut den Bekanntheitsgrad IQs.
Nach der Veröffentlichung des Albums »The Wake« 1985 verließ Nicholls IQ und gründete die Band Niadem’s Ghost. Seine Stelle bei IQ nahm Paul Menel ein, der allerdings nur bis 1990 blieb und dann wieder von Nicholls abgelöst wurde. Mit Menel spielte die Band, nunmehr bei Phonogram Records, die Alben »Nomzamo« (1987) und »Are You Sitting Comfortable?« (1989) ein.
Einer der Gründe, warum Menel ging – und mit ihm Bassist Tim Esau –, war der mangelnde kommerzielle Erfolg der Band, den sie dem fehlenden Interesse Phonograms anlasteten. Zwar konnte mit Les Marshall schnell ein neuer Bassist gefunden werden, doch mochten die Musiker nicht länger mit Phonogram zusammenarbeiten und gründeten ein eigenes Label, das sie Giant Electric Pea nannten, kurz GEP. 1991 veröffentlichten sie mit »J’a Pollette D’Arnu«, eine Sammlung von Live-Aufnahmen und Raritäten aus dem Studio, das erste Album auf dem neuen Label.
Das Personalkarussell kam im Laufe der Jahre allerdings nicht zum Stillstand: Marshall ging, für ihn kam John Lowitt, und nach der Jahrtausendwende und den Alben »Ever« (1993), der Live-Box »Forever Live« (1996) und dem Album »Subterranea« (1997), einem auf zwei CDs ausgebreiteten Concept Album, verließen 2005 Paul Cook und 2007 auch Martin Orford IQ.
Für Cook kam Andy Edwards, der zuvor in Robert Plants Band getrommelt hatte, Mark Westworth nahm an den Tasteninstrumenten Platz. In dieser Besetzung nahm die Band ihr neuntes Studio-Album auf, das 2009 unter dem Titel »Frequency« auf den Markt kam.
Die Bedingungen für eine Progressive-Rock-Band wie IQ waren Anfang der 1980er-Jahre alles andere als günstig. Der Progressive Rock der ersten Stunde existierte nicht mehr, Bands wie Genesis, Gentle Giant und Emerson, Lake & Palmer hatten mit größten Schwierigkeiten zu kämpfen, Punk und New Wave standen im Fokus des Medieninteresses und in Marillion hatte IQ eine geradezu übermächtige Konkurrenz.
Wenn die Musik IQs – eine Mischung von mehr oder weniger deutlichen Rückgriffen auf die Musik von Genesis zu Zeiten ↑Peter Gabriels und Einsprengseln von Hardrock – auch allemal interessant genug war, um das Interesse eine kleinen britischen Publikums auf sich zu ziehen, so war die Band auf dem Festland schon weniger und in den USA nahezu gänzlich unbekannt.



Diskografie

Seven Stories into Eight (1982)
Tales from the Lush Attic (1983)
The Wake (1985)
Living Proof (live) (1986)
Nomzamo (1987)
Are you sitting comfortably? (1989)
J’ai Pollette D’arnu (1991)
Ever (1993)
Forever Live (1996)
Subterranea (1997)
Subterranea : The Concert (2000)
The Seventh House (2000)
The Archive Collection: IQ20 (2003) („official bootleg“ of live concert)
Dark Matter (2004)
Frequency (2009)
The Road of Bones (2014)



Weblink

http://www.iq-hq.co.uk/ (Offizielle Website der britischen Progressive-Rock-Band IQ)