It Bites

Stichworte Progressive Rock | Queen | Jethro Tull | Kino



It Bites, britische Progressive-Rock-Band, 1982 in Egremont (Cumbria, England) gegründet

Bandbiografie

Die Jugendfreunde Francis Dunnery (* 1962; Gitarre) – jüngerer Bruder des Heavy-Metal-Gitarristen Baz Dunnery (Ozzy Osbourne, Violinski) –, Dick Nolan (Bassgitarre) und Bob Dalton (Schlagzeug) hatten als Teenager eine Band gegründet, die aktuelle Hits etwa der Funk-Bands Level 42 oder Haircut 100 nachspielte. 1982 stieß der Keyboard-Spieler John Beck zu der Gruppe, die sich nunmehr It Bites nannte. Für kurze Zeit gehörte auch der Saxofonist Howard Smith zu der Band. Obwohl die Band sich lokal einige Reputation erarbeiten konnte, kam ihre Karriere nicht recht in Gang. 1983 gingen die Musiker auseinander, doch taten sich Dunnery, Nolan, Beck und Dalton bereits 1984 wieder zusammen und beschlossen, von London aus einen Neuanfang zu wagen. Ihr Ziel war es, den von ihnen favorisierten Progressive Rock der 1970er-Jahre mit jüngeren Trends in der Pop Music zu verschmelzen. Ein Jahr lang schrieben sie an eigenen Songs, die sie durch ausgedehnte Proben perfektionierten. Das bei diesen Proben angefertigte Demo-Band überzeugte schließlich den Musikmanager Marty Mayhead von WEA, der der Band bei ↑Virgin Records einen Vertrag verschaffen konnte.
Virgin veröffentlichte 1986 zunächst Singles: Die erste, »All in Red«, fand zwar nicht das Interesse des Publikums, aber schon die zweite, »Calling All the Heroes«, brachte es bis auf den sechsten Platz der britischen Hitparade, und auch die dritte, »Whole New World«, schaffte es in die Charts. Mit dem Mitte 1986 veröffentlichte Album, »The Big Lad in the Windmill«, aus dem die Singles stammten, konnte die Band dagegen nur wenig Erfolg verbuchen. Immerhin war It Bites so bekannt geworden, dass mit etablierten Bands wie Marillion oder als Unterstützung für die Konzerte Robert Plants europaweit auftreten konnte. Mit der Veröffentlichung ihres zweiten Albums 1988, das den Titel »Once Around the World« festigte It Bites ihren Ruf als Neo-Prog-Gruppe und sammelte ein entsprechendes Publikum hinter sich. Vom dritten Album allerdings mochte der eine oder andere Fan der Band enttäuscht sein: Unter den Fittichen von Reinhold Mack, einst Produzent von Queen und Electric Light Orchestra, konnte vor allem Dunnery, ohnehin ein Saiten-Tüftler, sich in den Vordergrund schieben; der Gitarrist hatte kurz zuvor auch sein so genanntes Tapboard, ein im Wesentlichen aus zwei Gitarrenhälsen bestehendes Instrument, ersonnen. Wenn die Hinwendung zum Hardrock der Band auch nicht unbedingt größeren Erfolg in den Hitparaden nach sich zog, so war It Bites im Konzert-Zirkus allemal äußerst beliebt und ging unter anderem mit den Beach Boys und Jethro Tull auf Tour.
Dennoch gerieten Dunnery und Beck während der Vorbereitungen zur vierten CD, mit der vor allem der Erfolg in den USA gesichert werden sollte, in Streit. Verärgert verließ Dunnery Ende 1990 schließlich die Band. Die übrigen Musiker ließen sich zwar zunächst nicht irritieren und setzten ihre Proben in Los Angeles fort. Beck wechselte von den Keyboards an die Gitarre und als Sänger wurde Lee Knott, vorher bei Innocence Lost, engagiert. Dennoch waren die Tage von It Bites gezählt: Statt des geplanten Studio-Albums wurde eine Live-CD veröffentlicht, die Band benannte sich zunächst in Navajo Kiss, dann in Sister Sarah um – danach gaben die Musiker auf. In den wenigen Jahren ihrer Aktivität hatten sich die Musiker allerdings die Hochachtung von Kollegen erarbeitet und schon bald waren ihre Namen wieder auf CD-Booklets und Konzertplakaten zu lesen: Beck und Dalton wurden von John Wetton für seine Band engagiert, Beck ging dann zu Alan Parsons Project; Nolan gehörte ebenfalls zu APP und zupfte für Ray Davies die Saiten seiner Bassgitarre. Dunnerey schlug nach 1991 eine mehr oder weniger erfolgreiche Solo-Karriere ein. 1996 kamen Beck und Dalton in der Band Unicorn Jones zusammen und gehörten 2005 auch der kurzlebigen Band Kino an.
2003 war es auch zu einer kleine Reunion von It Bites gekommen: Während eines Konzertes von Dunnery in Nolan stellte sich zunächst Beck neben den alten Gefährten an das Mikrofon, dann bestiegen auch Nolan und Dalton die Bühne. Sogleich kamen Gerüchte auf, die Band würde wieder zusammenfinden, doch gab es tatsächlich bis dato keine Reunion in der alten Formation. Statt dessen zogen Beck, Dalton und Nolan den Gitarristen und Sänger John Mitchell hinzu, vorher ebenfalls bei Kino. In dieser Besetzung wurde ein Tour durchgeführt und ein Live-Album veröffentlicht.
Nolan allerdings war unzufrieden mit der künstlerischen Ausrichtung von It Bites und wurde schließlich durch einen Veteranen des britischen Progressive Rocks ersetzt: Lee Pomery hatte schon in Rick Wakemans New English Rock Ensemble und mit Mike Oldfield gespielt – allerdings auch für Take That.
It Bites wurde zu einer Zeit gegründet, als kaum jemand auf Progressive Rock setzte und allenfalls Marillion, ein wenig auch Pendragon, die Fahne dieser Spielart der Rockmusik hoch hielten. It Bites setzte sich dennoch mit einer Mischung von Elementen aus Progressive Rock, Jazz Rock und vor allem Hardrock durch, wenn auch die Band nicht das große Publikum weltweit erreichen konnte und relativ wenig Alben veröffentlichte. Für den Progressive Rock nach 1990 allerdings sind vor allem die Musiker Beck, Nolan und Dalton als feste Größen wichtig geworden.



Diskografie

The Big Lad in the Windmill (1986)
Once around the World (1988)
Eat Me in St. Louis (1989)
Thank You and good Night – Live (1991)
Live in Montreux (2003)
When the Lights go down (2007)
The Tall Ships (2008)



Weblink

http://www.itbites.com/ (Offizielle Website der britischen Band It Bites)