Kaipa

Kaipa, schwedische Progressive-Rock-Band, 1973 unter dem Namen Ura Kaipa gegründet; 1974 wurde der Namen zu Kaipa verkürzt.

Der Sänger und Keyboard-Spieler Hans Lundin, der Bassist Thomas Eriksson und der Schlagzeuger Thomas Sjöberg hatten die Band 1973 gegründet und schon einige Konzerte gegeben, als Sjöberg schwer erkrankte und die Band verließ. Für ihn kam der Schlagzeuger Ingemar Bergman, gleichzeitig aber auch der Gitarrist Roine Stolt (* 1956). In der neuen Formation nannten die Musiker ihre Band nun kurz Kaipa. Bereits 1975 legte das Quartett seine erste LP vor, 1976 mit »Inget nytt under solen«. Beide Alben folgten dem Konzept der Band: Anknüpfend an den britischen Progressive Rock der ersten Hälfte der 1970er-Jahre, woben die Musiker aber auch Elemente aus der schwedischen Volksmusik in ihre Musik ein. Die Texte, wie die Musik vor allem von Lundin verfasst, waren durchweg in Schwedisch gehalten.
Wenn die Band auch weiterhin mit Umbesetzungen zu kämpfen hatte – Eriksson ging, wurde durch Mats Lindberg ersetzt, als Sänger kam Mats Löfgren hinzu – hielt Kaipa dieses Konzept auch mit den folgenden Veröffentlichungen durch. Stolt hatte schon bei den Aufnahmen für »Inget nytt under solen« einigen freien Raum erhalten und seine Stellung mit »Solo«, dem 1978 veröffentlichten vierten Album, noch ausbauen können. Dennoch verließ er 1979 Kaipa und gründete Jahre später mit The Flower Kings seine eigene Band. Der Weggang des singulären Gitarristen schwächte Kaipa erheblich: 1980 wurde noch das Album »Händer«, 1982 »Nattdjurstid« veröffentlichte, dann löste Lundin die Band auf.
Stolt hatte sich seit Gründung der Flower Kings innerhalb weniger Jahre eine unangefochtene Stellung im europäischen Progressive Rock erarbeiten können und stieß mit seiner Musik auch in den USA auf Interesse. Als er daher im Jahre 2000 mit Lundin übereinkam, Kaipa neu zu gründen, fand diese Neugründung über Schweden hinaus Aufmerksamkeit. Lundin und Stolt zeigten schon mit der ersten CD der neuen Band, »Notes From The Past«, 2002 veröffentlicht, dass sie das ursprüngliche Konzept mit Blick auf die zu erwartende internationale Zuhörerschaft geändert hatten: Die Texte wurden nunmehr in englischer Sprache gesungen. Zu der Band gehörten neben Lundin und Stolt die Sängerin Aleena Gibson, der Sänger Patrik Lundström, der Bassist Jonas Reingold und der Schlagzeuger Morgan Ågren. Stolt bleib auch noch für »Keyholder« (2003), verließ Kaipa aber noch im selben Jahr. Mit dem Gitarristen Per Nilsson wurde »Angling Feelings« (20079 und »In The Wake Of Evolution« eingespielt.
Hinter dem Namen Kaipa verbergen sich im Grunde zwei Bands – die erste Formation eine regionale Größe, die zweite eine internationale. Der ursprüngliche Plan, eine Art schwedische Fassung des britischen Progressive Rocks vergangener Zeiten zu kreieren, konnte vor allem mit den ersten beiden Alben verwirklicht werden, später scheint die schwedische Sprache eher Nachteil als Vorteil gewesen zu sein. Die Musik der Band, wenn auch mitunter überdeutlich an die, die Yes und Genesis etwa zwischen 1970 und 1975 präsentierten, angelehnt, zeigt mitunter unvermittelt folkloristische Züge, wobei es keineswegs ausgemacht ist, dass immer die schwedische Volksmusik als Vorbild angesehen wurde. Vielmehr ist es eine Vorstellung von Volksmusik, die allemal auf den Klang von Blockflöte, Streich- und Zupfinstrumenten aufbaut. Der Gesang, aufgeteilt zwischen Lundström und Aleena Gibson, verstärkt in diesen Passagen den ländlichen Eindruck noch, doch gibt es dann auch wieder artifizielle, von elektrischer Gitarre und elektrischem Bass ausgeführte Passagen, die ihr Vorbild in der Motorik barocker Concerti Grossi finden, ohne deshalb gleich kontrapunktisch angelegt zu sein.



Diskografie

Kaipa (1975)
Inget nytt under solen (1976)
Solo (1978)
Händer (1980)
Nattdjurstid (1982)
Notes From The Past (2002)
Keyholder (2003)
Mindrevolutions (2005)
Angling Feelings (2007)
In The Wake Of Evolution (2010)



Weblink

http://www.kaipa.info (Offizielle Website der schwedischen Rockband Kaipa)