Keith Emerson

Emerson, Keith Noel, britischer Rockmusiker (Keyboards, Komposition), * Todmorden (Lancashire, England) 2.11.1944, † Santa Monica (Kalifornien, USA) 11.3.2016

Biografie

Keith Emerson wurde als Sohn von Noel Emerson und dessen Ehefrau Dorothy Frances Emerson in Todmorden geboren, wohin seine Mutter evakuiert worden war; Noel Emerson leistete zu dieser Zeit seinen Kriegsdienst in der britischen Armee ab. Gegen Ende des Krieges siedelte die Familie nach Goring-by Sea in der Nähe von Worthing (Sussex) über, wo Keith Emerson aufwuchs. Noel Emerson arbeitete nach seiner Demobilisierung im Frühjahr 1946 bei der britischen staatlichen Post, während seine Mutter die Küche einer Schule leitete. Neben seiner Berufstätigkeit betätigte sich Noel Emerson als Tanzlehrer in der Tanzschule seiner Schwester Wendy und war auch Mitglied einer Tanzkapelle. Er spielte mehrere Instrumente, vorrangig aber Klavier und Akkordeon.
1951 kaufte die Familie ein Klavier, und Noel Emerson brachte seinem Sohn Keith einige Melodien bei, die der kleine Junge mit einem Finger spielte. Sein Interesse am Klavierspiel und an der Musik wuchs, so dass sich seine Eltern entschlossen, ihm Klavierunterricht geben zu lassen. Im Alter von acht Jahren erhielt er die ersten Stunden, erteilt von einer Miss Marshall, die aufgrund ihres Alters von über achtzig Jahren das Unterrichten im Klavierspiel bald aufgab. Auch die folgende Klavierlehrerin, Miss Collinge, unterrichtete Keith Emerson nur ein Jahr lang, dann übernahm eine Miss Smith den Unterricht. Der Klavierunterricht aller drei Lehrerinnen Emersons basierte auf klassischen Spieltechniken und der für den Unterricht üblicherweise bevorzugten traditionellen Literatur. Emerson betont in seiner Autobiographie »Pictures Of An Exhibitionist« (2003), dass er vor allem »scales and arppegios« übte und dies nicht unbedingt zu seinem Vergnügen. Dennoch lernte er schnell und Miss Smith war schließlich der Ansicht, dass er sich beim Royal College of Music bewerben sollte. Keith Emerson hat zu dieser Zeit aber schon den Jazz für sich entdeckt und nahm den Vorschlag Smith’ nicht an; vielmehr gab er im Alter von 14 Jahren den Klavieruntericht gänzlich auf. Emerson lernte von nun an autodidaktisch, orientierte sich an der Musik von Percy Faith, Floyd Cramer, André Previn, Dudley Moore und später auch Jacques Loussier, kaufte Bücher und Noten von Dave Brubeck und George Shearing und spielte Boogie Woogies etwa von Winifred Atwell, Russ Conway und Joe Henderson. Sein Vater nahm ihn mit zu einer Probe des Worthign Youth Swing Orchestra und so wurde er, obwohl er die Akkordsymbolschrift der Lead Sheets noch nicht kannte, dessen Pianist. Bald gründete er mit dem Bassisten und dem Schlagzeuger des Orchesters ein Trio, das er The Keith Emerson Trio nannte; es gibt einige im Haus der Eltern Emersons aufgenommene Stücke dieses Trios. Sein Vater hatte ihn einerseits ermuntert, als Musiker vielseitig zu sein – also keine Musik von vornherein abzulehnen –, andererseits aber abgeraten, eine berufliche Karriere als Musiker einzuschlagen; Musik könne kaum mehr als ein Zubrot sein. So spielte Keith Emerson, teils mit seinem Trio, zu vielen gesellschaftlichen Ereignissen, etwa bei Bingo-Spielen und Dinner-Parties. Rockmusik spielte für ihn kaum eine Rolle, doch hatte er einige Stücke von Jerry Lee Lewis und Little Richard eingeübt, nicht zuletzt, um Schulkameraden zu beeindrucken und damit unliebsamen Auseinandersetzungen aus dem Wege zu gehen.
Nach der Schulzeit trat Keith Emerson eine Ausbildungsstelle bei einer Bank (Lloyd’s Bank Registrars Department) an, peinlich darauf bedacht, dass die Ausbildung ihm weiterhin genug Zeit für sein Klavierspiel ließ. Wirkliches Interesse an der Arbeit in einer Bank hatte er nicht, so dass er nach kurzer Zeit entlassen wurde. Er fasste den Plan, nun ernsthaft eine Karriere als Musiker aufzunehmen. Dies schien ihm nur möglich, wenn er nicht mehr die mehr oder weniger desolaten Klaviere seiner bisherigen Auftrittsstätten in Kauf nehmen musste, sondern ein eigenes Keyboard besaß, das er zu seinen zukünftigen Auftritten mitnehmen konnte, also eine Orgel. Emerson nahm einen Job in einer Fabrik für Fernschreiber an und sparte einen Großteil seines Verdienstes, um sich eine Orgel zu kaufen. Zunächst favorisierte er eine elektronische Orgel, doch riet ihm sein Vater, eine Hammond L 100 zu kaufen, seinerzeit das billigste Modell der US-amerikanischen Firma Hammond; sein Vater gab ihm noch Geld hinzu. Die Hammond-Orgel und das mit ihr verbundene Prestige führten zu zahlreichen Engagements, so dass er eine Blues-Band gründete, die er John Brown’s Bodies nannte; er folgte damit dem in der britischen Popmusik aufkommenden Erfolg von Blues- und Rhythm ’n’ Blues-Bands, zu denen allemal Organisten gehörten. Diese Bands mit Musikern wie Georgie Fame und Graham Bond mischten auch Pop-Songs in ihr Programm und fügten der von den Beatles und den Rolling Stones geprägten Gitarrenmusik eine weitere Klangfarbe hinzu.
Vermittelt durch einen Freund, lernte Emerson bei einem der Auftritte seiner Band den Bluessänger Gary Farr kennen, der ihm einen Platz in seiner Band The T-Bones anbot. Emerson willigte ein, kündigte seine Stellung in der Fernschreiberfabrik und löste seine eigene Band auf – er war nunmehr professioneller Musiker. Gary Farr & The T-Bones gehörten zu den vielen jungen Blues- und Rockbands der frühen 1960er-Jahre und traten wie diese im Marquee Club in London, im Cavern in Liverpool und im Crawdaddy in Richmond, also in ganz Großbritannien auf; Manager der Band war Giorgio Gomelsky, der auch das Management der Yardbirds übernommen hatte. So bestritten The T-Bones 1965 mit Manfred Mann, den Yardbirds, The Scaffold und der US-amerikanischen Frauenband Goldie & The Gingerbreads gemeinsam eine Package-Tour. Bei dieser Tournee lernte Emerson auch den Schlagzeuger Brian Davison kennen, der bei The Mark Leeman 5 spielte. Noch vor der Tour waren The T-Bones kurzzeitig in Schwierigkeiten geraten, nachdem zwei Musiker die Band verlassen hatten. Sie konnten bald ersetzt werden, einer der beiden Neulinge war der Bassist Lee Jackson. Die drei Musiker, die später The Nice bilden sollten, kannten sich also schon einige Zeit vor 1967.
Die Package-Tour konnte nicht verdecken, dass sich Gary Farr mit seiner Blues-Band nicht mehr der sich in jenen Jahren schnell und radikal verändernden Popmusik anpassen konnte. Emerson verließ die Band für The VIPs, eine Gruppe, die von Chris Blackwell betreut wurde; Blackwell hatte 1959 Island Records gegründet. In dieser Zeit sah Emerson zum ersten Mal den Organisten Don Shinn und dessen Bühnenshow, die ihm bald für seine eigene Show zum Vorbild wurde.
Nach einer Tournee durch Frankreich engagierte ihn die US-amerikanische Sängerin Pat Arnold – PP Arnold –, die in Großbritannien eine eigene Karriere aufzubauen versuchte. Emerson sollte für ihren Aufenthalt in Großbritannien eine Band zusammenstellen. Zusammen mit Lee Jackson rekrutierte Emerson den Schlagzeuger Ian Hague, den Gitarristen Davy O’ List – vorher bei der Band The Attack – sowie einen Trompeter, einen Saxophonisten und einen Posaunisten. Die Bläser blieben nicht lange, so dass die Backing-Band für Arnold nur noch aus Emerson, Jackson, O’List und Hague bestand. Bei den Vertragsverhandlungen mit Arnold hatte Emerson für die Band einen eigenen Part innerhalb des Konzertes ausbedungen; Arnold willigte ein. Die Sängerin sorgte auch für den Namen ihrer Begleitband: The Naz sollte sie heißen. Die Musiker konnten sich darunter nichts vorstellen und änderten den Vorschlag in The Nice um.
Als Arnolds Visum abgelaufen war, beschlossen Jackson und Emerson, die Band weiterhin fortzuführen, tauschten aber Hague gegen Brian Davison aus. Der Musikmanager Andrew Loog Oldham, der Arnold für sein Label Immediate Records unter Vertrag genommen hatte, verpflichtete The Nice, und schon im Frühjahr 1967 kam es zu ersten Aufnahmen der Band.
Nach der Veröffentlichung der ersten LP der Band, »The Thoughts Of Emerlist Davjack«, Ende 1967 bugsierten Emerson, Jackson und Davison O’List wegen dessen Unzuverlässigkeit aus der Band. Der Versuch, einen anderen Gitarristen für The Nice zu gewinnen – unter anderen war der Gitarrist Steve Howe, später bei Yes, einer der Aspiranten, sagte aber dann doch ab –, schlug fehl, so dass Emerson kurzzeitig mit der Idee liebäugelte, O’Lists Part selbst zu übernehmen; er nahm von dieser Idee aber sehr schnell Abstand und entschloss sich, sich selbst in den Mittelpunkt der Band zu stellen.
Die Folgen waren gravierend: War »The Thoughts Of Emerlist Davjack« vor allem von dem seinerzeit erfolgreichen Psychedelic Rock geprägt – es gab nur zwei kurze Zitate aus der Kunstmusik, die Emerson einflocht –, so war das 1968 veröffentlichte Album »Ars Longa Vita Brevis« der Beleg für Emersons Ziel, den Einfluss von traditioneller Kunstmusik und Jazz auszuweiten: Zitate und Bearbeitungen von Werken von Johann Sebastian Bach und Sibelius auf der einen Seite, Improvisationen im Jazz-Idiom auf der anderen Seite. Von größerer Bedeutung aber war der Zyklus »Ars Longa Vita Brevis«, mit dem Keith Emerson seine Idee einer Zusammenführung von Rock, Jazz und Kunstmusik erstmals präsentierte. Dieser »Suite« genannter Zyklus war in denl folgenden Jahren eines der Vorbilder für andere Rockmusiker, Ähnliches zu komponieren und zu veröffentlichen, nicht zuletzt für Keith Emerson, der bereits an der Suite »Five Bridges« arbeitete.
Die Veröffentlichung von »Fives Bridges« erfolgte 1970, ein Jahr nach der zweiten LP von The Nice, die den Titel »The Nice« trug und mit ihrer Mischung von Studio- und Konzertaufnahmen den Umbruch innerhalb der Musik der Band dokumnetierte.
Hinter den Kulissen arbeitete Emerson an der Auflösung der Band und der Konkretisierung seines musikalischen Zieles, eine Art Kustmusik innerhalb der Rockmusik zu kreiren. Für diesen Zweck schienen ihm die Interessen von Jackson und Davison ungeeignet und so suchte er einen Bassisten und Sänger sowie einen Schlagzeuger, die sein Vorhaben durch instrumentales Können nicht nur unterstützten, sondern auch seine musikalischen Ideen zu teilten. In dem Bassisten von King Crimson, Greg Lake, und dem Schlagzeuger von Atomic Rooster, Carl Palmer, glaubte er die idealen Musiker für sein neues Trio – es sollte bei dieser Besetzung bleiben, zumal Lake in dieser Band auch gelegentlich Gitarrenparts übernehmen konnte – gefunden zu haben; die Band sollt einfach Emerson, Lake & Palmer, abgekürzt ELP, heißen.
ELP waren von Anbeginn an, mit ihrem ersten größeren Auftritt beim Rockfestival auf der Isle of Wight am 29. August 1970, erfolgreich. Die Mischung von Bearbeitungen von Werken der Kunstmusik, Improvisationen und Rock, wie sie mit dem noch im selbenJahr veröffentlichten Debüt-Album präsentiert wurde, fand in Europa großen Anklang, vor allem aber in den USA und in Japan, den seinerzeit größten Märkten für Musik. Dies bedeutete für Emerson, Lake & Palmer beinahe ständiges weltweites Touren, unterbrochen nur von Aufnahmen für allfällige Alben.
Neben seinen Aufgaben als Keyboard-Spieler der Band verfolgte Emerson seinen Plan, im Bereich der traditionellen Kunstmusik als Komponist zu reüssieren, unbeirrt weiter. 1977 veröffentlichte Emerson, Lake & Palmer ihr Doppelalbum »Works Volume I«, dessen erste Seite komplett von Keith Emersons Piano Concerto No. 1 eingenommen wurde. Zu dieser Zeit war die Band im Grunde schon dysfunktional, veröffentlichte indes noch zwei weitere Alben, und löste sich dann auf.
Emerson zog sich zurück. Gelegentlich schrieb er Filmmusik (etwa: »Inferno«, 1980; »Nighthawks«, 1981; »Godzilla: Final Wars«, 2004) und veröffentlichte Solo-Alben. Mehrmals versuchte er innerhalb eines Trios – mal mit Lake und dem Schlagzeuger Cozy Powell, mal mit Palmer und dem Bassisten Robert Berry – ein Comeback, doch misslangen diese Versuche. 1991 kam es zu einer erneuten Zusammenarbeit mit Lake und Palmer, es wurden einige Studio- und Live-LPs veröffentlicht, doch konnten die Musiker nicht mehr an das frühere Erfolgsniveau anknüpfen. 1999 löste sich die Band erneut auf.
Eine Nervenerkrankung an der rechten Hand zwang Emerson zeitweilig, seine Karriere als Pianist und Organist aufzugeben. Nach Rekonvaleszenz kam es Anfang des neuen Jahrtausends zu einer Reunion mit Jackson und Davison, die 2002 in einigen Konzerten mit den alten Weggefährten ihren Höhepunkt hatte; der Mitschnitt des Konzertes wurde 2003 veröffentlicht. 2008 stellte Emerson eine Band zusammen, zu der der Gitarrist Marc Bonilla, der Bassist Travis Davis und der Schlagzeuger Tony Pia gehörten; Emerson arbeitete bereits in den 1990er-Jahren mit Bonilla zusammen. Unter dem Titel »Keith Emerson Band featuring Marc Bonilla« legte Emerson 2008 eine CD vor. Eine geplante Tournee der Band musste wegen erneuter Erkrankung Emersons abgesagt werden. Gesundheitliche Probleme verhinderten auch eine Tournee durch Europa und Japan, die er nach einem Auftritt von ELP bei dem High Voltage Festival Mitte 2010 gemeinsam mit Greg Lake aufnehmen wollte: Im Herbst 2010 musste sich Emerson einer Darmoperation unterziehen, die die Absage der Tourneen nach sich zog.
Zuvor hatte Emerson mit dem japanischen Komponisten Takashi Yoshimatsu ein Orchesterarrangement von »Tarkus« geschrieben, das im März 2010 erstmals aufgeführt wurde. Emerson beschritt diesen Weg weiter und arrangierte mit Hilfe des norwegischen Dirigenten Terje Mikkelsen weiter seiner früheren Kompositioen für Orchester. Das Ergebnis wurde 2012 unter dem Titel »The Three Fates« veröffentlicht. Er selbst hatte unter dem Eindruck der Zusammenarbeit mit einem Orchester begonnen, Dirigieren zu lernen; sein Debüt als Dirigent feierte er im Herbst 2013 in Kentucky. Zwischen all diesen kleinere und größere Zeiträume umfassenden Aktivitäten unternahm Emerson punktuelle Termine wahr und arbeitete bei diesen etwa mit Chris Squire, Alan White, John Entwistle, Joe Walsh, Jeff Baxter, Simon Phillips und Stuart Smith zusammen.
2003 veröffentlichte Keith Emerson seine Autobiographie »Pictures of an Exhibitionist«. Das Buch sollte die Grundlage für einen autobiographischen Film sein, an dem der kanadische Regisseur Jason Woodford 2007 zu arbeiten begann; der Film konnte bis zum Tod Keith Emersons nicht fertiggestellt werden.
Keith Emerson hatte 1969 das dänische Model Elinor geheiratet, die Ehe, aus der die Söhne Aaron Ole (*1971) und Damon Keith (*1977) hervorgingen, wurde 1994 geschieden. Spätere Lebenspartnerin war Mari Kawaguchi.
In der Nacht vom 10. März 2016 auf den 11. März 2016 erschoss Keith Emrosn sich in seinem Haus in Santa Monica in Kalifornien; als offizielle Todestag gitl der 11. März 2016. Emerson litt seit Jahren an einer Depression, nahm die teilweise auch unsachliche Kritik an seinen Kompositionen wie an seinem Instrumentalspiel sehr ernst und zweifelte daran, die Erwartungen seiner Hörerschaft erfüllen zu können.
Der Name Keith Emersons steht in der Rockmusik für die Hauptströmung des Classical Rock, der eine Richtung innerhalb des Progressive Rock darstellt. Die starke Ausrichtung dieser Spielart der Rockmusik auf Keyboard-Instrumente wie Klavier, Hammond-Orgel und Synthesizer geht auf die Vormachtstellung Emersons in den Jahren 1967 bis etwa 1974 zurück. Emerson legte den Synthesizer früh als Rockinstrument fest und bestimmte mit seiner Musik und seiner Spielweise bis in die 1990er-Jahre hinein die Klangwelt dieser Instrumente. Wesentliche Entwicklungen in der Synthesizertechnik gehen darauf zurück, dass Emerson den Synthesizer im Konzert benutzte. So ist die Entwicklung des Minimoogs, des Poly Moogs und des Memory Moogs Resultat der Bedürfnisse von Rockmusikern – die um 1970 fast ausnahmslos Emerson nacheiferten. Neben den Instrumenten der Firma Moog verwendete Emerson jahrelang den GX1-Synthesizer der Firma Yamaha, später die ersten polyphonen Synthesizer der japanischen Firma Korg, PS-3300 und PS-3100.
Als Organist schuf er einen von Brother Jack MacDuff und Georgie Fame beeinflussten singulären Orgelstil, der als der erste genuine Rock-Orgelstil anzusehen ist. Sein Hauptinstrument war dabei eine Hammond A 105 oder C3, während eine Hammond L 100 für diverse Show-Einlagen herhalten musste – das Instrument wurde hin- und her bewegt, zu Boden geworfen, schließlich stach Emerson mit Messern auf die Tastatur. Der Legende nach erhielt er von Lemmy Kilmister, früher Roadie bei The Nice, später Bassist der Heavy-Metal-Band Motörhead, zwei Messer aus dessen Sammlung von Fahrtenmessern der Hitler-Jugend.
Keith Emersons Klavierstil ist zu eienm signifikanten Teil vom Boogie bestimmt, dessen Elemente immer wieder in seinen Improvisationen auftauchen. Daneben verfügt Emerson über eine immense Kenntnis insbesondere der Klavierliteratur der europäischen Kunstmusik. Emersons Ambitionen, mit epigonalen Kompositionen – wie etwa seinem »Piano Concerto No. 1« – auch selbst auf dem Gebiet der Kunstmusik zu reüssieren, schlugen fehl. Es sind einmalige Ereignisse, die weder innerhalb der Rockmusik noch innerhalb der Kunstmusik etwas bedeuten. Doch dürfte aus der Kunstmusik sein Antrieb herrühren, immer wieder zu ausgedehnten Formen und orchestralen Effekten zu greifen. Emerson ist daher als Rockmusiker nicht unumstritten bis hin zum Vorwurf, überhaupt kein Rockmusiker zu sein, wenn er auch bei Leser-Abstimmungen in einschlägigen Instrumentenmagazinen viele Jahre lang als eindeutiger Sieger hervorging.

Diskografie

Keith Emerson:

Honky (1981)
The Christmas Album (1988)
Changing States (1995)
Emerson Plays Emerson (2002)

Zusammenstellungen (Auswahl):

Chord Sampler (1984)
The Emerson Collection (1986)
Hammer It Out – The Anthology (2005)
Off The Shelf (2006)

Musik für Filme:

Inferno (1980)
Nighthawks (1981)
Best Revenge (1985)
Murder Rock (1986)
Harmageddon (1987); Album mit zwei Soundtracks, der zweite von Derek Austin für den Film China Free Fall
La Chiesa/The Church (2002); der Film wurde 1989 veröffentlicht.
Godzilla: Final Wars (2004)
At The Movies (2005)

Mit P.P. Arnold:

Kafunta (1968)

Mit The Nice:

The Thoughts Of Emerson Davjack (1967)
Ars Longa Vita Brevis (1968)
Nice (GB; Titel in den USA: Everything As Nice As Mother Makes It; 1969)
Five Bridges (1970)
Elegy (1971)
The Swedish Radio Sessions (2001)
BBC Sessions (2002)
Vivacitas (2003)
Live At Fillmore East December 1969 (2009)

Zusammenstellungen The Nice (Auswahl):

The Best Of The Nice (1970)
Autumn ’67 – Spring ’68 (1972; Titel in den USA: Autumn To Spring; verändertes Cover; 1973)
Keith Emerson With The Nice (1970)
The Nice 1967-1969 (1972)
The Immediate Story Volume One: The Nice (1975)
Nice Hits Nice Bits (1999)

Mit Emerson, Lake & Palmer

Emerson, Lake & Palmer (1970)
Tarkus (1971)
Pictures At An Exhibition (1971)
Trilogy (1972)
Brain Salad Surgery (1973)
Welcome Back My Friends (1974)
Works Volume 1 (1977)
Works Volume 2 (1977)
In Concert (1978)
Love Beach (1978)
Black Moon (1992)
Live In The Royal Albert Hall (1992)
Works Live 1977 (1993)
In The Hot Seat (1994)
Live At The Isle Of Wight Festival 1970 (1997)
Live In Poland (1997)
King Biscuit Flower Hour: Greatest Hits Live (1997)
Then And Now (1998)
The Original Bootleg Series From The Manticore Vaults Volume 1 (2001)
The Original Bootleg Series From The Manticore Vaults Volume 2 (2001)
The Original Bootleg Series From The Manticore Vaults Volume 3 (2001)
From The Front Row … Live! (2003)
The Original Bootleg Series From The Manticore Vaults Volume 4 (2001)
A Time And A Place (2010)
High Voltage (2010)
Live At Nassau Coliseum ’72 (2011)
Live At The Mar Y Sol Festival ’72 (2011)
Live In California (1974)
Live In Montreal 1977 (2013)
Once Upon A Time: Live In South America 1997 (2015)
Live At Montreux 1997 (2015)

Zusammenstellungen Emerson, Lake & Palmer (Auswahl):

The Best Of Emerson, Lake & Palmer (1980)
The Atlantic Years (1992)
The Return Of The Manticore (1993)
The Best Of Emerson, Lake & Palmer (1994)
The Very Best Of Emerson, Lake & Palmer (2000)
Extended Versions: The Encore Collection (2000)
Fanfare For The Common Man (2001)
The Ultimate Collection (2004)
The Essential Emerson, Lake & Palmer (2007)
From The Beginning (2007)
Gold Edition (2007)
From The Beginning (2012); 5 CDs
Masters From The Vault (2017)
Fanfare 1970-1997 (2017)

Mit Emerson, Lake & Powell

Emerson, Lake & Powell (1986)

Zusammenstellung Emerson, Lake & Powell:

The Sprocket Sessions (2003)
Weitere Aufnahmen wurden zunächst illegal als Bootlegs veröffentlicht, 2003 aber auf zwei CDs zusammengefasst und legal veröffentlicht.

Mit 3:

To The Power Of Three (1988)
Live Boston 88 (2016)
Live – Rockin‘ The Ritz (2018)

Mit Keith Emerson Band featuring Marc Bonilla:

Keith Emerson Band Featuring Marc Bonilla (2008)
Moscow (2011; Live-Aufnahmen von 2008)

Mit Marc Bonilla, Terje Mikkelsen und Münchner Rundfunkorchester:

Three Fates (2012)

Diverse:

Mit The Nice:

Roy Harper: Flat Baroque And Berserk (1970)

Mit Glenn Hughes und Marc Bonilla:

Boys Club – Live From California (2009)

Mit Spinal Tap:

Back From The Dead (2009)

Mit Arjen Lucassen:

Ayreon: The Theory Of Everything (2013)

Tribute-Mitwirkungen:

Pink Floyd-Tribute-Album: Back Against The Wall (2005)
Led-Zeppelin-Tribute-Album: Led Box: The Ultimate Led Zeppelin Tribute (2008)

Videographie

Mit Emerson, Lake & Palmer:

Pictures At An Exhibition – Collectors Edition (2001); CD/DVD
Masters From The Vault (2004) DVD
Beyond The Beginning (2005); 2 DVD
The Birth Of A Band. Isle of Wight Festival Sat August 29th 1970 (2006); DVDD

Einzelne Clips auf Sammel-DVD:

Rock Legends – Progressive Rock: Emerson Lake & Palmer: Barbarain (2003)
40th Montreux Jazz Festival – Live AT Montreux: Emerson, Lake & Palmer: Tiger In The Spotlight (2006)
Highlights aus 45 Jahren Montreux Jazz Festival: Emerson, Lake & Palmer: Lucky Man (2011); Promotion Rock Magazin eclipsed

Einspielungen der Kompositionen Keith Emersons von andern Interpreten

Die Kompositionen Keith Emerson, auch die für Emerson, Lake & Palmer, haben immer wieder Interpreten aus der traditionellen Kunstmusik, dem Jazz und dem Rock herausgefordert, oft aber auch Amateurmusiker. Viele dieser Interpretationen sind über die bekannten Video-Portale zu finden, verschwinden mitunter nach einiger Zeit aber auch wieder. Einspielungen auf CD sind dagegen äußerst rar. Die folgende Aufzählung ist daher sicherlich nicht vollständig.
Emersons »Piano Concerto No. 1« liegt in einer CD-Ausgabe von 2016 vor. Unter dem Titel »Manhattan Intermezzo« spielte der amerikanische Pianist Jeffrey Biegel einige Kompositioen amerikanischer und britischer Komponisten ein, Werke von George Gershwin, Duke Ellington, Neil Sedaka und eben Keith Emerson ein; das an der Aufnahme beteiligte Orchester der Born University (Providence, Rhode Island) wurde von Paul Phillips geleitet:

Manhattan Intermezzo – American and British Works for Piano and Orchestra; Piano: Jeffrey Biegel; Dirigent: Paul Phillips; Brown University Orchestra (2016).

Bereits im Jahre 1997 nahm die Pianistin Regina-Strokosz-Michalak Emerson Klavierkonzert auf; das unter dem Namen The Oskar Kolberg Swietokrzyska Philharmonic firmierende polnische Orchester der Aufnahme wurde von dem polnischen Dirigenten Szymon Kawalla geleitet. Die resultierende CD ist zwar nicht mehr greifbar, wohl aber gibt es unter

diese Aufnahme von Emersons Konzert zu hören.
Weitere Aufnahmen des Konzertes sind:

1. Piano: Jeffrey Biegel; Dirigent: Kevin McMohan; The Sheboygan Smyphony Orchestra (2015; Sheboygan, Wisconsin, USA)

2. Piano: Alberto Bohbouth; Dirigent: Gustavo Fontana; Orquesta Sonfónica Nacional Espacio (2017; Argentinien)

Eine Bearbeitung des Klavierkonzertes für Große Flöte und Klavier legte die amerikanische Musikerin Rachel Flowers 2011 vor:

https://www.youtube.com/watch?v=qVgialJ31lY

Rachel Flowers veröffentlichte eine Vielzahl von Videos mit Aufführungen der Kompositionen von Emerson, Lake & Palmer, in der Mehrzahl arrangiert für Klavier solo. Flowers war auch die Interpretin einiger Klavierparts von Emersons Kompositionen anlässlich des Keith Emerson Tribute Concerts 2017 in Birmingham, etwa:


(Piano: Rachel Flowers; Dirigent: Terje Mikkelsen; Keith Emerson Orchestra (2017; Birmingham)