Mercury Rev

Stichworte Querflöte | Dreampop | Singende Säge



Mercury Rev, amerikanische Rockband, 1984 in Buffalo (New York) gegründet.

Bandbiografie

Zu den Gründungsmitgliedern gehörten der Sänger David Baker, der Sänger und Gitarrist John Donahue (* 1966), der Gitarrist und Klarinettist Grasshopper, eigentlich Sean Mackowiak, die Flötistin Suzanne Thorpe, der Bassist Dave Fridman und der Schlagzeuger Jimy Chambers. Die Band war mit ihrer experimentellen, an Vorbilder aus dem Psychedelic Rock der 1960er-Jahren angelehnten Musik – ursprünglich lediglich als Musik für ihre eigene Filme und die ihrer Freunde gedacht – zwar schnell einem kleinen, einschlägig interessierten Publikum bekannt, doch gelang es den Musikern zunächst nicht, ein eigenes Album zu veröffentlichen. Die erste CD legte die Band mit »Yerself is steam« erst 1991 vor. Nach der Veröffentlichung von »Boces«, dem zweiten Album, verließ Baker Mercury Rev und schlug eine mäßig erfolgreiche Solo-Karriere ein. Bakers Abschied veränderte musikalische Ausrichtung wie Klang der Band, weniger auffällig an »See You on the other Side« (1995) als vielmehr an »Deserter’s Songs«: Die Band, die nun aus Donahue, Grasshopper, Thorpe, Fridman, Chambers und dem Keyboard-Spieler Adam Snyder bestand, hatte mit einer Vielzahl von Gastmusikern – darunter die Veteranen Garth Hudson und Levon Helm von The Band – ein kaleidoskopisches Album eingespielt, mit dem sie auch das europäische Publikum beeindrucken konnte – der Titelsong schaffte es sogar in die Top Fourty der britischen Hitparade. Mercury Rev setzte in den folgenden Jahren den mit diesem Album eingeschlagenen Weg fort – farbig instrumentierten, aber meist einfach gebauten Songs steht die hohe Stimme Donahues gegenüber und gab den eigentlichen Anlass zur Etikettierung mit dem Begriff Dreampop. Die Band wurde hin und wieder umbesetzt – 2009 gehörten Donahue, Grasshopper, Fridman, der Bassist Carlos Anthony Molina und der Schlagzeuger Jeffe Mercel dazu -, veröffentlichte aber in mehrjährigen Abständen weitere Alben mit ihrer elegischen Musik, 2008 dann sogar ein Download-Album, das ausschließlich instrumentale Musik enthielt.
Dreh- und Angelpunkt in der Musik Mercury Revs ist das Album »Deserter’s Songs«: Die Band brachte damit eher einfache Strukturen mit teils raffinierten Instrumentalklängen zusammen, ahmt hier Richard Wagners Streicher nach, da etwas Neutönerei, dann tritt eine Singende Säge auf, Holz- und Blechbläser stimmen ein, von Frauen ausgeführter textloser Background-Gesang – dies alles ohne jede ironische Intentionen, sonder eher mit einer Art wissenschaftlichem Interesse am Klang, gab in dem einen oder anderen Titel sogar einen Fingerzeig auf die traditionelle Kunstmusik – »Opus 40« nannten die Musiker einen Song auf »Deserter’s Songs«. Damit aber rückte die Band weit ab von bloßem Pop.



Diskografie

Yerself is steam (1991)
Boces (1993)
See You on the other Side (1995)
Deserter’s Songs (1998)
All is Dream (2001)
The Secret Migration (2005)
Snowfalke Midnight (2008)
Strange Attractor (2008; nur MP3-Download)



Weblink

http://www.mercuryrev.com/ (Offizielle Website der amerikanischen Rockband Mercury Rev)