Ozric Tentacles

Ozric Tentacles, britische Rockgruppe, 1984 in Somerset gegründet; die ausschließlich instrumental agierende Band kann in einem weiten Sinn zum Progressive Rock gezählt werden.

Bandbiografie

Die Gründungsmitglieder der Band, der Gitarrist Ed Wynne, sein Bruder Roly (Bassgitarre), der Schlagzeuger Nick »Tig« van Gelder, der Keybaords-Spieler Joie Hinton und der Gitarrist Gavin Griffiths hatten sich als Besucher des Stonhenge Free Festivals 1984 kennen gelernt und beschlossen, eine Band zu gründen. 1985 schloss sich den Ozrics – wie sie sich bald selbst nannten – mit Tom Brookes ein weiterer Keyboard-Spieler an. Bereits nach kurzer Zeit konnte sich die ungewöhnliche Formation, die in ihrer Musik völlig auf Gesang verzichtete, einen Namen machen und bei diversen Festivals – so in Glastonbury – auftreten. Bei diesen Konzerten verkauften die Musiker Tonband-Kassetten mit ihren Aufnahmen. Erst 1989 veröffentlichte die Band ihr erstes Album. »Pungent Effulgent« folgten bis 2009 über zwei Dutzend weitere Alben, Live-Aufnahmen, Best-Of-Sammlungen, EPs und DVDs, von denen die Band mehr als eine Million Stück abgesetzt haben soll.
Im Laufe der Jahre wechselte die Besetzung der Band häufig, feste Größe blieb allerdings Ed Wynne. Jahrelang gehörte der Flötist John Egan zu der Band, der bei Live-Konzerten das Publikum mit seinen Trance-Tänzen beeindruckte. 2009 gehörten neben Ed Wynne seine Frau Brandi (Synthesizer), der Schlagzeuger Oliver Seagle und der Bassist Vinny Shillito.
Ed Wynne hat mit seiner Band Ozric Tentacles einen nahezu hermetisch abgeschlossenen musikalischen Raum geschaffen, in dieser Hinsicht vielleicht noch der Gruppe Magma um den Schlagwerker Christian Vander ähnlich. Zum Erscheinungsbild der Gruppe gehört die keiner Mode folgende grafische Gestaltung der Cover wie die Figur des Pongmasters, der in irgendeiner Form auf jedem Cover in Erscheinung tritt. Näher betrachtet, handelt es sich bei der Musik der Ozrics um eine aus Pattern und modalen Skalen konstruierte Musik, in der Improvisation eine gewisse Rolle spielt, die aber weniger mit Jazz als mit bestimmten Formen der britischen Minimal Music Gemeinsamkeiten hat. Bezeichnungen wie Space Rock helfen nicht weiter, doch sind einige Vorbilder der Band im Psychedelic Rock der 1960er-Jahre wie in der deutschen Rockmusik (Krautrock) der 1960er- und 1970er-Jahre auszumachen. Im Konzert klingt gelegentlich auch Dub Reggae an, insbesondere in den monolithischen Bass-Riffs.

Diskografie

Tonband-Kassetten

Erpsongs (1984/5)
Tantric Obstacles (1985/6)
There Is Nothing (1986)
Live Ethereal Cereal (1986/7)
Sliding Gliding Worlds (1988)
Wonderful Sploshy Things (1988/9)
The Bits Between the Bits (1989)

Alben

Pungent Effulgent (1989)
Erpland (1990)
Sploosh / Live Throbbe EP (1991)
Strangeitude (1991)
Afterswish (1992)
Live Underslunky (1992)
Jurassic Shift (1993)
Arborescence (1994)
Become The Other (1995)
Curious Corn (1997)
Spice Doubt (1998)
Waterfall Cities (1999)
Floating Seeds Remixed (1999)
The Hidden Step (2000)
Swirly Termination (2000)
Pyramidion EP (2000)
Live at The Pongmasters Ball (2002)
Spirals in Hyperspace (2004)
The Floor’s too Far Away (2006)
Sunrise Festival (2008)
The Yumyum Tree (2009)

Weblink

http://www.ozrics.com/ (Offizielle Website der britischen Band Ozric Tentacles)