Pallas

Pallas, britische Progressive-Rock-Band, 1979 unter dem Namen Pallas Athene in Aberdeen gegründet; der Name wurde 1980 auf Pallas verkürzt.

Bandbiografie

Zu Pallas gehörten der Sänger Euan Lowson, der Gitarrist Niall Mathewson, der Keyboard-Spieler Ronnie Brown, der Bassist Graeme Murray und der Schlagzeuger Colin Fraser; Lowson wurde 1986 durch Alan Reed ersetzt. 1981 veröffentlichte die Band auf eigene Rechnung das Debütalbum, eine Live-CD mit dem Titel »Arrive alive«. Die britische Plattenfirma EMI wurde durch diese CD aufmerksam auf Pallas und nahm die Band für sein Label Harvest, das sich schon viele Jahre dem Progressive Rock widmete, unter Vertrag.
1984 erschien mit »Sentinel« das erste Studioalbum. Die CD schloss nahtlos an die erste Phase des Progressive Rock an: Das Cover war von dem Maler Patrick Woodroffe in der Manier von Roger Dean illustriert worden, der seinerzeit für Yes die meisten Cover mit ebenso utopischen wie romantischen Bildern versehen hatte, und die Produktion des Albums hatte Eddie Offord übernommen, dessen Namen untrennbar mit der Geschichte der Bands Emerson, Lake and Palmer (»Tarkus«) und Yes (»Close to the Edge«) verbunden war. Die idealen Startbedingungen wurden allerdings durch die EMI selbst in Frage gestellt: Zur gleichen Zeit, als die Firma Pallas unter Vertrag genommen hatte, verpflichtete sie auch die Band Marillion, die mit einer stark an die frühen Alben der Gruppe Genesis angelehnten Musik nun in eine Idealkonkurrenz zu Pallas trat. Da Marillion sich als die kommerziell erfolgreichere Band erwies und EMI Mitte der 1980er-Jahre nur einen kleinen Markt für Progressive Rock sah, wurde Pallas 1986 nach der Veröffentlichung von »The Wedge« und der Zusammenstellung »Knight moves to wedge« aus dem Vertrag entlassen. Unzufrieden mit der Entwicklung hatte in der Zwischenzeit der exzentrische Sänger Euan Lowson die Band verlassen und war durch Alan Reed ersetzt worden.
Die Entscheidung der EMI bedeutete für Pallas das vorläufige Ende der Plattenkarriere. Zwar kam die Band immer wieder mal für Konzerte zusammen, doch reichte es nicht mehr für neue Studioaufnahmen. Erst, als die früheren Platten, erweitert um Bonus-Material, wiederveröffentlicht wurden, und die Gemeinde der Progressive-Rock-Fans im Internet ein Forum für ihre musikalischen Vorlieben fanden, erwachte das Interesse an Pallas neu. Die Band veröffentlichte mit »Beat the drum« (1998) ein erfolgreiches Comeback-Album und gehört seitdem zum kleinen Kreis der in den 1980er-Jahren gegründeten Neo-Progressive-Rockbands, die den Lauf der Zeit überstanden haben.
Wie einige andere Bands des jüngeren Progressive Rock knüpft Pallas zwar direkt – und mitunter die Grenze zum Plagiat streifend -, an die großen Bands der 1970er-Jahre an, greift auf die Musik etwa von ELP, Yes und Genesis respektlos zurück, bringt aber durchaus auch eigene Elemente ein. Instrumentale Virtuosität steht dabei allemal im Vordergrund, ist allerdings auch Voraussetzung für die elaborierten, ausgedehnten Suiten und Konzeptalben. In der Wahl der Mittel sind die Musiker dabei nicht zimperlich: Auf »The dreams of men«, eine Abrechnung mit allerlei Glücksverheißungen, kommen neben diversen Sängerinnen – teilweise traditionell klassisch ausgebildet – ein Geiger ebenso zum Einsatz wie in »Ghostdancers« der Gesang eines nordamerikanischen Indianers zu hören ist.



Diskografie

Arrive alive (1981)
The sentinel (1984)
The wedge (1986)
Knight moves to wedge (1986)
Beat the drum (1998)
Live our lives – 2000 (2000)
The cross & the crucible (2001)
The blind darkness (2003)
The dreams of men (2005)
The River sessions 1 (2005; Live-Aufnahmen von 1983)
The River sessions 2 (2005; Live-Aufnahmen von 1985))
Official bootleg 17/01/06 (2006)
XXV (2011)