Penguin Cafe Orchestra

Penguin Cafe Orchestra, 1973 von Simon Jeffes (* 1949, † 1997; Gitarre Komposition) und der Cellistin Helen Liebmann gegründete Musikerformation mit wechselnder Mitgliederzahl.

Bandbiografie

Jeffes, gleichermaßen aktiv im Rockbereich wie in der so genannten klassischen Musik, war mit den Bedingungen des Musiklebens unzufrieden und gründete deshalb das Penguin Cafe Orchestra, das unbehindert und unbekümmert durch mehr oder weniger willkürlich gezogene musikalische Grenzen agieren sollte. Das Orchester bestand Zeit seines Bestehens nicht aus einer festen Gruppe von Musikern, sondern wurde je nach den Erfordernissen der Kompositionen Jeffes zusammengestellt. Es konnten als mal nur drei Musiker, mal mehr als ein Dutzend Musiker das Orchester bilden.
Die erste LP des Orchesters, »Music from the Penguin Cafe Orchestra« wurde 1976 auf Brian Enos Obscure Label veröffentlicht. Parallel dazu begann das Orchester, das bis dahin hier und da kleine Konzerte gegeben hatte, in größerem Rahmen auf, auch im Rahmen der Konzerte etablierter Bands wie z. B. Kraftwerk. Bis 1997 erschienen acht Alben oder Mini-Alben, außerdem eine Zusammenstellung. Die Musik des Orchesters wurde bis in jüngste Zeit immer wieder für Soundtracks von Filmen benutzt, und wenn auch das Orchester nach Jeffes Tod zwar noch fortbestand, wurden noch einige Sammlungen veröffentlicht, darunter 2000 Klaviermusik von Jeffes. Im Laufe der Jahre spielten in Simon Jeffes Penguin Cafe Orchestra eine Vielzahl von Musikern, von denen der Pianist Steve Nye, der Geiger Gavin Wright, der Schlagzeuger Mike Giles, die Posaunistin Annie Whitehead und der Geiger Nigel Kennedy zu den bekannteren Musikern gehören.
Jeffes Musik, die er mit dem Penguin Cafe Orchestra im Konzert vorführte und auf Schallplatten veröffentlichte, ist die pure Ironie und damit stets Musik über Musik. Sie steht damit über jeder Musik, und so finden sich in seinen Kompositionen durchweg Versatz- und Bruchstücke aus Pop wie »Klassik«, die zu mitunter nahezu völlig unbeweglichen neuen Stücken zusammengefügt werden. Dabei nahm Jeffes immer wieder Bezug auf die Minimal Music eines Phil Glass Bezug, immer mit einem Augenzwinkern und ohne jedes Ressentiment. Dada ist nahezu immer dabei und findet sich schon in Titeln wie »Music for a found Harmonium« – die auf einem Harmonium entstand, das Jeffe in Kyoto fand -, oder »Telephone and Rubber Band«, in dem tatsächlich ein Telefon und ein gezupftes Gummiband zum Einsatz kamen. Das Penguin Cafe Orchestra, wenn es auch mitunter als Salonorchester daherkam, wurzelt mit der Instrumentierung der Mehrzahl der Kompositionen in der Volksmusik der britischen Inseln, in der Blasinstrumente eine sehr untergeordnete Rolle spielen. So dominieren Zupf- und Streichinstrumente, ihnen zur Seite stehen einige elektrische Instrumente (E-Piano, E-Gitarre, Drum-Computer). Der Einfluss des Penguin Cafe Orchestra zumindest auf bestimmte Bereiche der britischen Rockmusik ist schwer auszumachen, jedoch sicherlich vorhanden, zumal das Orchester einen Teil seines Auditoriums unter Rockhörern fand.
Die Bilder auf den Covers der Platten des Penguin Cafe Orchestra stammen von der britischen Bildhauerin und Malerin Emily Young, die in den Gemälden für die LPs der Gruppe Pinguine und mit Pinguinköpfen ausgestattete Menschenkörper in mehr oder weniger surreale Szenen stellte. Emily Young inspirierte als junge Frau Syd Barrett von Pink Floyd zu dem Song »See Emily play« (1967).



Diskografie

Music From The Penguin Cafe (1976)
Penguin Cafe Orchestra (1981)
The Penguin Cafe Orchestra Mini Album (1983)
Broadcasting From Home (1984)
Signs Of Life (1987)
When In Rome… (1988)
Union Cafe (1993)
Concert Program (1995)

Solo Simon Jeffe

‚Still Life‘ at the Penguin Cafe (1990)
Piano Music (2000)



Weblink

http://www.penguincafe.com/ (Offizielle Website des britischen Ensembles Penguin Cafe Orchestra)