Ramases

Stichworte Vertigo Records | 10cc | | Hotlegs | Yes | Progressive Rock



Ramases, britische Rock-Formation, etwa 1968 von dem Briten Martin Raphael und seiner Frau Dorothy Frost in Sheffield gegründet.

Bandbiografie

Raphael, der sich in verschiedenen Berufen durch das Leben geschlagen hatte, gab sich den Künstlernamen Barrington Frost, nahm Mitte der 1960er-Jahre allerdings den Namen Ramases an, nachdem er angeblich in einer Vision davon in Kenntnis gesetzt worden war, die Reinkarnation des ägyptischen Pharaohs Ramses II. zu sein. Seine Frau nannte sich nach einer ägyptischen Königin zunächst Selket, später nur noch Sel.
Entsprechend der Zeit sah das Ehepaar vor allem im Musikgeschäft die Möglichkeit zur Selbstdarstellung und tatsächlich gelang es Raphael 1968 eine Vertrag bei der amerikanischen Gesellschaft CBS zu unterschreiben. Die aus der Zusammenarbeit resultierende Single stieß nicht auf das Interesse des Publikums, und auch eine weitere Single hatte keinen Erfolg.
1970 nahm das kurz zuvor gegründete Label Vertigo Records das Duo unter Vertrag und stellte ihm im Strawberry Studio in Stockport in Manchester den Toningenieur und Musiker Eric Stewart sowie die Musiker Graham Gouldman, Kevin Godley und Lol Creme zur Seite. Raphael und sein Frau waren für Texte, Musik und Gesang zuständig, während das Musikerquartett, aus dem zunächst die Gruppe Hotlegs, später 10cc entstand, die Realisierung der Ideen Raphaels besorgte. Die LP »Space Hymns« erschien 1971. Vertigo hatte es an nichts fehlen lassen und für die Gestaltung des sechsfach aufklappbaren Covers den Maler und Grafiker Roger Dean engagiert, der auch die Covers der Gruppe Yes entwarf.
Da das Album kaum Publikumsresonanz zu verzeichnen hatte, blieb es zunächst bei dieser einen Veröffentlichung. Erst 1975 legte Ramases ein zweites Album vor. »Glass Top Coffin« war noch aufwändiger produziert als das Debütalbum: Raphael hatte es vermocht, die Plattenfirma Philips zu überreden, neben diversen Rockmusiker auch Mitglieder der Royal Philharmonic und des London Symphony Orchestras für die Aufnahmen zu engagieren.
Danach zog sich Raphael aus dem Musikgeschäft zurück, auch »Glass Top Coffin« hatte ihm nicht den gewünschten Erfolg gebracht.
Die Musik von Raphael basierte auf äußerst simpler kompositorische Technik und erreichte in vielen Fällen noch nicht einmal das Niveau von mittelmäßigen Hitparaden-Songs. Die Verpackung dieser vornehmlich aus Pattern und einfachen Akkordverbindungen bestehenden Musik war aber ein Musterbeispiel an gelungenem Marketing: Ausgebuffte Musiker wie Stewart, Gouldman, Godley und Creme machten mit diversen technischen Tricks wie dem Einsatz von den damals neuen Synthesizern und älteren Gimmicks wie dem Rückwartslauf von Tonbandaufnahmen aus der simplen Musik eine Rockmusik, die immerhin die Möglichkeit, als Progressive Rock angesehen zu werden, in sich trug. Hinzu kam die Fabel, die Rapahle um sich, seine Frau und die Musik aufbaute. Und schließlich war die Musik adäquat verpackt: Vor allem die erste LP, »Space Hymns«, passte durchaus in die Reihe der damals veröffentlichten Platten des Progressive Rock, die durchweg durch mehr oder weniger aufwändige Cover auffielen. Jahre später wurde »Space Hymns« wieder veröffentlicht: In einem ganz einfachen Cover, das zwar auf dem ursprünglichen Cover beruhte und ebenfalls einen zur Rakete mutierten Kirchturm zeigte, aber nur aus einer einfachen Papptasche bestand. Roger Dean wurde auf dem Cover gar nicht erst genannt.



Diskografie

Space Hymns (1971)
Glass Top Coffin (1975)