Shadow Gallery

Stichworte Drum-Computer | Concept Album | Dream Theater | Arjen Lucassen



Shadow Gallery, amerikanische Progressive-Rock-Band, Anfang der 1990er-Jahre aus der 1985 in Leigh Valley (Pennsylvania) gegründeten Vorläuferband Sorcerer hervorgegangen.

Bandbiografie

Sorcerer war von Mike Baker (Gesang), Carl Cadden-James (Bassgitarre, Flöte), Ron Evans und John Coonie gegründet. Die Band hatte –wie viele amerikanische Bands – zunächst als Top-Fourty-Band begonnen, aber bald auch kompliziertere Songs etwa von dem Gitarristen Yngwie Malmsteen und der kanadischen Band Rush nachzuspielen versucht. 1985 stießen die Gitarristen Chris Ingles und Brendt Allman zu Sorcerer; Ingles wechselte aber bald zu den Keyboards. Im selben Jahr verließ Evans die Band.
In der Besetzung Baker, Ingles, Allman, Cadden-James und Coonie, nahm die nunmehr nach der Comic-Serie »V for Vendetta« (ab 1982) von Alan Moore und David Lloyd umbenannte Band verstärkt um einen Drum-Computer ein Demo-Band auf. Aufgrund dieses Bandes erhielt Shadow Gallery bei dem gerade gegründeten Progressive-Rock-Label Magna Carta Records einen Vertrag. Das Debüt-Album wurde 1992 veröffentlicht. Bei den Aufnahmen zu dem Debüt hatte der Studiomusiker Kevin Soffera das Schlagzeug gespielt; 1994 wurde Soffera festes Mitglied er Band. Bereits 1993 war der Gitarrist und Keyboards-Spieler Gary Wehrkamp (* 1970) zu Shadow Gallery gestoßen, so dass sich Mitte 1994 die Band konsolidiert hatte.
Mit dem zweiten Album, der 1995 veröffentlichten CD »Carved in Stone«, wurde Shadow Gallery einem größeren Publikum bekannt. Mit dem Album konnten sich die Musiker auch in dem Bereich zwischen Progressive Rock und Progressive Metal etablieren, den sie angestrebt hatten. »Tyranny« (1998), das dritte Album, war dann auch ein Konzeptalbum, dessen Songs um die Themen Krieg und Kriegsindustrie kreisten. Den Platz an den Drums hatte mittlerweile der Schlagzeuger Joe Nevolo von Soffera übernommen. An dem Album hatten neben dem Geiger Paul Chou die Sängerin Laura Jaeger und der Sänger D. C. Cooper mitgewirkt, vor allem aber mit James LaBrie der Sänger von Dream Theater; Wehrkamp, Allman und Cadden-James revanchierten sich 1998, als sie LaBrie bei dessen Musical-Projekt »Mullmuzzler« halfen.
Mit dem 2001 veröffentlichten Album »Legacy« kehrte sich Shadow Gallery allerdings ein wenig von der reinen Lehre des Progressive Rock ab. Die zum Teil sehr langen Songs – der zweiteilige »Cliff Hanger« über 13 Minuten, »First Light« gar länger als eine halbe Stunde – standen in keinem engeren Zusammenhang, sondern rückten eher die instrumentalen und kompositorischen Möglichkeiten der Band in den Vordergrund. »Room V«, erst 2005 veröffentlicht, war dann allerdings wieder einem übergeordneten Thema gewidmet. Das Album gab es auch in einer limitierten Ausgabe, für die die Band einige Songs der britischen Band Pink Floyd zu einem Medley, »Floydian Memories«, zusammengefasst; an diesem Progressive-Potpourri hatte auch der niederländische Gitarrist Arjen Lucassen ein Gitarrensolo beigesteuert.
Einen Einschnitt in der Karriere der Band bedeutete der Tod ihres Sänger Mike Baker, der im Herbst 2008 starb. Dennoch entschloss sich die Band, fortzubestehen und kündigte an, das nächste Album mit dem Sänger Brian Ashland fertig zu stellen. »Digital Ghosts«, ein in jeder Hinsicht düsteres Schallplattenwerk, erschien im Herbst 2009.
Shadow Gallery steht in der Tradition der amerikanischen Progressive Rock-Bands seit Styx und Kansas, Hardrock ist also allemal fester Bestandteil der Musik. Instrumentale Virtuosität – obwohl durchaus verfügbar – steht allerdings längst nicht so im Vordergrund wie beispielsweise bei Dream Theater, allerdings sind auch keine Anleihen beim Jazz zu hören, wie bei der einen oder anderen europäischen Band des Genres. Musikalischer Kopf der Band ist ohne Zweifel Gary Wehkamp, der nicht nur Gitarre und allerlei Keyboards spielt, sondern auch einen Großteil der Arrangements besorgt. So sind es vor allem die Alben »Carved in Stone« und »Digital Ghosts«, die die Musik der Gruppe, die im Übrigen bis dato keine Konzert-Tournee unternahm, widerspiegeln.



Diskografie

Shadow Gallery (1992)
Carved in Stone 81995)
Tyranny (1998)
Legacy (2001)
Room (2005)
Prome Cuts (2007)
Digital Ghosts (2009)



Weblink

http://www.shadowgallery.com/ (Offizielle Website der amerikanischen Progressive-Rock-Band Shadow Gallery)