Trace

Stichworte Ekseption | Emerson, Lake & Palmer | Concept Album



Trace, niederländische Progressive-Rock-Band, Ende 1973 von Rick van der Linden (Keyboards, Komposition) gegründet.

Bandbiografie

Rick van der Linden hatte Ekseption, mit der er sechs in Europa immens erfolgreiche Alben aufgenommen hatte, die erste Hälfte der 1970er-Jahre so dominiert, dass er mit seinen Bearbeitungen klassischer Werke und seinen eigenen Kompositionen de facto über das Geschick der Band bestimmte. Da der Leiter der Band, Rein van den Broek, dessen überdrüssig war, legte er van der Linden nahe, die Band zu verlassen. Van der Linden, ohnehin überzeugt davon, mit einem Trio ein Gegengewicht zu dem Progressive Rock etwa von Emerson, Lake & Palmer bilden zu können, gründete daraufhin ein eigenes Trio, zu dem neben dem Bassisten Jaap van Eick der Schlagzeuger Peter de Leeuwe, vorher ebenfalls bei Ekseption, gehörte. Philips Records, das Label von Ekseption, gab der neuen Band, die van der Linden zunächst Ace nannte, dann aber wegen Namensgleichheit mit einer englischen Band in Trace umbenannte, einen Vertrag, in der Hoffnung, mit dem Trio ebenso viel Erfolg zu haben wie mit Ekseption.
Bereits nach den ersten Proben Anfang 1974 verließ de Leeuwe die Band und wurde durch Pierre van der Linden (* 1949; nicht verwandt mit Rick van der Linden), zuvor bei Focus, ersetzt. In dieser Besetzung wurde das Debüt-Album »Trace« (19749 aufgenommen. Pierre van der Linden kehrte allerdings noch im gleichen Jahr wieder zu Focus zurück, seinen Platz an den Drums nahm der britische Schlagzeuger Ian Mosley (* 1953) ein.
»Trace«, das zweit Album, legte das Trio 1975 vor. Es enthielt auf der einen Seite die von van der Linden bekannte Mischung von Eigenem und Bearbeitungen von Kompositionen J.S. Bachs – für »Opus 1065«, das auf dem Konzert für vier Cembali und Streicher basierte, hatte van der Linden den Geiger Darryl Way engagiert. Die zweite Seite machte aus dem Album eine Art Konzeptalbum: Diverse kleine Kompositionen waren jeweils Vögeln gewidmet, denen van der Linden Bezeichnungen wie »King-bird«, »Sculptor-bird«, »Preacher-bird« und andere mehr gegeben hatte. Diese Partikel, durchweg weniger als drei Minuten lang, waren durch Intermezzzi von wenigen Sekunden Länge zu einem großen Ganzen verbunden. Das Konzept spiegelte sich auch in der Gestaltung des Covers wieder: Die Äußere Hülle gab in einem Ausschnitt die innere Hülle wieder, die auf der einen Seite ein Vogel-Bild in der Art von Roger Dean zeigte, auf der anderen Seite diverse Comic-Bilder, die die verschiedenen Vögel zeigten.
Der Erfolg blieb allerdings hartnäckig aus: Nach »White Ladies«, 1976 veröffentlicht, löste van der Linden die Band auf und widmete sich fortan Solo-Alben. Ian Mosley nahm später mit Steve Hackett auf und war ab 1984 Schlagzeuger bei Marillion.
Mit Trace setzte van der Linden fort, was er bei Ekseption begonnen hatte, verzichtete aber auf die ohnehin überflüssigen Bläser. Er übernahm allerdings auch einen Geburtsfehler von Ekseption – auch Trace versuchte ohne Gesang auszukommen. Und wenn auch Trace möglicherweise hier und da – was die instrumentale Virtuosität angeht – durchaus mit Emerson, Lake & Palmer – allzeit großes Vorbild für van der Linden – hätte gleichziehen können, so gab es für reine Instrumentalmusik dieser Art keinen Markt. Trace blieb dem breiten Publikum unbekannt.



Diskografie

Trace (1974)
Birds (1975)
White Ladies (1976)



Weblink

http://www.alexgitlin.com/trace.htm (Website zu der niederländischen Progressive-Rock-Band Trace)