Tritonus (Band)

Tritonus, deutsche Progressive-Rock-Band, 1972 von Peter K. Seiler (* 1953) in Mannheim gegründet.

Bandbiografie

Seiler hatte am Konservatorium in Mannheim eine solide musikalische Ausbildung erhalten und gründete unter dem Eindruck der Musik von Emerson, Lake & Palmer mit dem Bassisten Ronald Brand und dem Schlagzeuger Charlie Jöst das Klassik-Rock-Trio Tritonus, benannt nach dem im harmonischen Satz der traditionellen Kunstmusik nicht erlaubten Intervall der übermäßigen Quarte.

Ihren ersten großen Auftritt hatte Tritonus 1973 im Fernsehprogramm des Südwestfunks. Seiler hatte für die Band eine Symphonie für Gruppe und Orchester geschrieben, die hier zur Aufführung kam. Der Auftritt machte das Trio zwar einem größeren Publikum bekannt, doch gab es noch kein Album, sondern lediglich die selbst produzierte Single »The Way of spending Time« (1973) zu kaufen. Seiler hatte sich als einer der ersten deutschen Musiker einen Moog-Synthesizer gekauft und nutzte dieses Instrument für sein Solo-Album »Keyboards and Friends«, das er mit Brand und dem Saxofonisten Gerd Köthe eingespielt hatte und 1974 veröffentlichte.

Zu dieser Zeit war Tritonus immer noch lediglich im Konzert zu hören. Erst Ende 1974 nahm das Trio die erste LP unter dem Bandnamen auf und erhielt für das fertige Master-Band einen Vertrag bei BASF. »Tritonus« erschien 1975. Nach Veröffentlichung der LP absolvierte die Band mehr als 80 aufwändig produzierte Konzerte und begann mit der Planung für eine zweite LP. Die Aufnahmen wurden zwar durch den Wechsel an den Drums – für Jöst kam der Schlagzeuger Bernhard Schuh – etwas verzögert, doch wurde »Between the Universes« noch 1976 veröffentlicht.

Personell konnte sich die Band allerdings nicht konsolidieren: 1977 wurde Brand durch Rolf D. Schnapka (* 1953) ersetzt, 1978 Schuh durch Alf Schneider (* 1956). Zu weiteren Plattenaufnahmen kam es nicht mehr und Seiler löste 1979 die Band auf. Seitdem arbeitete Seiler zunächst als Live- und Session-Musiker – unter anderem für Udo Jürgens -, und verlegte sich dann auf die Komposition von Bühnen-, Film- und Werbemusik. Daneben arbeitete er als Produzent – etwa für die Harfenistin Lisa Franco – und legte eine Reihe von Solo-Alben vor.

Tritonus war – neben Frumpy und Triumvirat – in der ersten Hälfte der 1970er-Jahre eine der deutschen Bands, die den übermächtigen britischen Bands zumindest instrumental etwas entgegen zu setzen hatte. Allerdings gelang es all diesen Bands nicht, auf dem angloamerikanischen Markt Fuß zu fassen, hatten aber umgekehrt die populäre britische Konkurrenz im eigenen Land. Selbst einigermaßen regelmäßige Auftritte im Fernsehen in einschlägigen Sendungen wie »Talentschuppen« und »Rockpop« halfen über dieses Dilemma nicht hinweg. Keine Frage aber auch, dass die ambitionierte Instrumentalmusik – eine Seite der LP »Between the Universes« etwa wird von der »Suburban Day Suite« eingenommen – nicht von adäquatem Gesang gestützt wurde und deshalb für potentielle Fans nur schwer wiedererkennbar war.

Diskografie

Tritonus (1975)
Between the Universes (1976)

Weblink

www.peterseiler.de (Offizielle Website des deutschen Rockmusikers und Komponisten Peter Seiler)