Triumvirat

Triumvirat, deutsche Progressive-Rock-Band, 1968 in Köln gegründet

Bandbiografie

Der Organist des Trios, Hans-Jürgen Fritz (* 1953) hatte als Kind Schlagzeug gelernt, bald aber mehr Gefallen an der Orgel gefunden, nahm Klavierunterricht und übte täglich mehrere Stunden. Mit dem Bassisten und Sänger und Dirk Frangenberg und dem Schlagzeuger Hans Bathelt gründete er dann als 15jähriger das Trio Triumvirat; die Anregung zu dem Namen hatte der altsprachlich vorgebildete Frangenberg gegeben. Nach dem Abitur studierte Fritz Klavier und Komposition, setzte sich aber nach wie vor intensiv für seine Band ein. 1971 gelang es ihm einen Plattenvertrag bei der EMI in Köln zu erhalten; EMI nahm Triumvirat für sein Progressive-Rock-Label Harvest unter Vertrag.

Das Debütalbum des Trios, »Mediterranean Tales ( Across the Water)«, erschien 1972. Frangenberg war durch den Sänger und Bassisten Hans Pape ersetzt worden, die Produktion des Albums hatte Rainer Pietsch übernommen, der eigentlich eher dem deutschen Schlager verpflichtet war. Trotz einiger Unterstützung durch Rundfunk und Fernsehen fand die LP weniger Käufer als erwartet.

Fritz ersetzte Pape durch Hellmut Köllen und gemeinsam machten sich die Musiker an die Aufnahmen zu dem zweiten Album. Der durchaus selbstbewusste Fritz hatte sich entschlossen, die Produktion dieser LP selbst zu übernehmen und ließ sich im Studio bald mehr Zeit, als die EMI ihm zugestehen mochte. Die Kosten der Produktion übersteigen bald das seinerzeit übliche Maß, Fritz holte Orchester, Chor und Bläser ins Studio und legte 1974 schließlich »Illusions on a double Dimple« vor. Das Album war für eine deutsche Produktion äußerst erfolgreich und kam selbst in den USA in die Top 40, nicht zuletzt durch das Interesse der amerikanischen FM-Rundfunkstationen. Das Trio ging für eine Tournee in die Vereinigten Staaten und eröffnete eine Reihe der Konzerte von Fleetwood Mac; auch mit Supertramp und Grand Funk Railroad trat das deutsche Trio auf.

Der Erfolg der Alben »Spartacus« (1975) und »Old Loves die hard« (1976) war damit angelegt, doch fand die Band in den USA und im europäischen Ausland mehr Publikumszuspruch als in Deutschland. Köllen hatte die Band verlassen, Frangenberg war als Ersatzmann eingesprungen. Fritz hatte allerdings auch den Schwachpunkt seines Trios, den mäßigen Gesang, erkannt und mit dem britischen Sänger Barry Palmer Abhilfe geschaffen. Für kurze Zeit kehrte Köllen zurück, Fritz half dem Bassisten bei dessen Solo-Album, doch als Köllen starb, entschloss sich Fritz, die Aufnahmen zu dem ambitionierten Konzeptalbum »Pompeji« mit Palmer und den ausgebufften Studiomusikern Dieter Petereit (Bassgitarre) und Curt Cress (Schlagzeug) durchzuführen. Der sich ungerecht behandelt fühlende Bathelt sorgte noch durch Gerichtsbeschluss dafür, dass Fritz nicht den Namen Triumvirat benutzen durfte, sondern die Platte 1977 unter dem Bandnamen New Triumvirat veröffentlichen musste.

Dann sank der Stern der Band um Hans-Jürgen Fritz. Für »Triumvirat à la carte« (1978) hatte der Pianist und Organist noch David Hanselmann als Sänger engagiert, bei »Russian Roulette« hatten keine Geringeren als Steve Lukather und Jeff Porcaro von der amerikanischen Band Toto geholfen. Triumvirat half auch das nicht mehr wirklich und Fritz gab die Band auf. Seitdem arbeitet er als Komponist und Produzent.

Triumvirat war quasi die deutsche Antwort auf die britischen Bands The Nice und Emerson, Lake & Palmer. Fritz setzte wie Keith Emerson auf Zitate aus der traditionellen Kunstmusik Europas – auf der ersten LP sind etwa Kompositionen von W.A. Mozart und J.S. Bach zu hören – und bettete diese für Keyboards arrangierten Bruchstücke in ein musikalisches Umfeld von Improvisationen und allerlei mit dem Synthesizer erzeugten Effekten ein. Seine Virtuosität im Umgang mit Klavier, Hammond-Orgel und Synthesizern wurde vor allem vom amerikanischen Publikum favorisiert, doch ließ sich die bisweilen allzu deutliche Nähe zu Keith Emersons Musik nicht übersehen. So erfuhr Triumvirat Mitte der 1970er-Jahre dasselbe Schicksal wie die großen Vorbilder: Das Publikum wandte sich anderer Musik, während Fritz mit Triumvirat keine Idee mehr hatte, wie er dem sich ändernden Geschmack entsprechen könnte. Geblieben sind einige Alben, vor allem die ersten drei, die den Alben der britischen Bands durchaus als ebenbürtig zur Seite gestellt werden können.

Diskografie

Mediterranean Tales ( Across the Water) (1972)
Illusions on a double Dimple (1974)
Spartacus (1975)
Old Loves die hard (1976)
Pompeji (1977)
Triumvirat à la carte (1978)

Weblink

http://www.triumvirat.net/welcome.htm (Offizielle Website der deutschen Rockband Triumvirat)