Iron Butterfly

Iron Butterfly, amerikanische Rockband, 1966 in San Diego gegründet.

Bandbiografie

Bereits in der Gründungsphase der Band wechselten die Musiker häufig, doch kristallisierte sich mit Darryl DeLoach (* 1947, † 2002; Bass), Doug Ingle (* 1946; Gesang, Orgel), Danny Weis (* 1948; Gitarre) und Jack Pinney (Schlagzeug) eine erste, halbwegs stabile Formation heraus. Als die Band nach Los Angeles wechselte und häufig in dem Rock-Club Whiskey A-Go-Go auftrat, war es bald nur ein kleiner Schritt zu einem Plattenvertrag mit Atco Records, einem Unterlabel von Atlantic Records. In der Besetzung Ingle, Weis, DeLoach, Ron Bushy (* 1945; Schlagzeug) und Jerry Penrod (* 1946; Gitarre) nahm die Gruppe ihr erstes Album auf, das 1968 unter dem Titel »Heavy« auf den Markt kam. Wenn der Titel auch Hardrock andeutete, so enthielt dieses Album weit mehr eine Mischung von Beat-Überbleibseln, Bluesrock und Psychedelic Rock, erkenntlich vor allem am effektreichen Einsatz der Studiotechnik.
Wenige Monate später, und nach erneuten Umbesetzungen, veröffentlichte die Band ihr zweites Album. Statt DeLoach, Weis und Penrod gehörten nun der Gitarrist Erik Braun, nach verschiedenen Quellen auch Brann oder Braunn, (* 1950) und der Bassist Lee Dormann (* 1942) zu der Band.
Wenn die Platte »In A-Gadda-da-Vida« auch erneut eine etwas richtungslose Mischung verschiedener Rockstile enthielt, so schaffte es der auf über 17 Minuten ausgewalzte, auf einem hypnotischen Riff basierende Titelsong in die Hitparade und begründete den über Jahrzehnte anhaltenden Ruhm der Band.
Danach allerdings drehte sich das Karussell der Umbesetzungen munter weiter, bis die Band sich 1971 auflöste. Zu einer Reinkarnation der Band kam es 1974 und seitdem – wenn auch unter zahllosen Umbesetzungen – existiert Iron Butterfly weiter; von den Gründungsmitgliedern ist keines mehr dabei, doch sind Bushy und Dorman immer wieder einmal unter dem Namen Iron Butterfly auf der Bühne zu sehen.
Iron Butterfly ist wenig mehr als ein Song – »In A-Gadda-da-Vida«. Der aber ist ein Stück Rockgeschichte, stellt die Band mit ihm einen der Eckpfeiler des Psychedelic Rock dar und legte mit dem Song einen der Grundsteine für den Heavy Metal Rock. Das simple, aber wirkungsvolle Riff, das ausgedehnte Schlagzeugsolo, die finster eine kurz gefasste Paraphrase zum Thema von J.S. Bachs Fuge d-Moll BWV 565 quietschende Hammond-Orgel – all dies zusammen illustriert die Atmosphäre der ausgehenden 1960er-Jahre weit genauer als jede soziologische Abhandlung. Dass der Song auch kommerziell ein bis dahin einzigartiger Erfolg war – angeblich wurden mehr als 25 Millionen Exemplare des Albums verkauft und auch die Single mit einer kürzeren Fassung fand Millionen Käufer -, ist nicht zuletzt daran abzulesen, dass aufgrund dieses Erfolges in den USA die Vergabe von Platin-Auszeichnungen eingeführt wurde.



Diskografie

Heavy (1968)
In-A-Gadda-Da-Vida (1968)
The Savage 7 (1968; Soundtrack)
Ball (1969)
Live (1970)
Metamorphosis (1970)
Scorching Beauty (1975)
Sun and Steel (1976)
Rare Flight (1988)