Quantum Jump

Quantum Jump, englisch für »Quantensprung«, britische Band, 1973 in Little Chalfont, Buckinghamshire, gegründet.

Die Band bestand aus dem Keyboarrd-Spieler Rupert Hine, dem Gitarristen Mark Warner, dem Bassisten John G. Perry – seinerzeit bei Caravan – und dem Schlagzeuger Trevor Morais. Die Musiker hatten ihre Gemeinsamkeiten bei gemeinsamen Proben im Farmyard Studio in Little Chalfont entdeckt. Im Laufe der Jahre 1973 und 1974 entstanden unter der Mitarbeit des Produzenten Steve Nye – er produzierte später Alben etwa von Frank Zappa (»Joe’s Garage«, 1979) und Japan (»Tin Drum«, 1981) – so viele Songs, dass daraus ein komplettes Album zusammengestellt werden konnte. Nach einigen Wirrungen erhielt die Band, die sich nach dem so genannten Quantensprung nicht englisch korrekt Quantum Leap, sondern Quantum Jump nannte, 1975 bei dem Label Electric Record Company einen Vertrag. Bei ERC sah man vor allem in dem Song »The Lone Ranger« einen potentiellen Hit. Besonderes Kennzeichen von »The Lone Ranger« war der Anfang: Hine hatte als Einleitung das längste Wort der Welt, die Bezeichnung eines Berges auf Neuseeland in der Sprache der Maori, gesungen. Kaum veröffentlicht, wurde der Song auch schon aus dem Rundfunkprogramm der BBC wegen verschiedener Anspielungen auf Drogen und Sex verbannt. Normalerweise ein sicherer Auslöser für einen veritablen Hit, brachten die Querelen um den Song die Band in eine Schieflage: Warner, ein exzellenter Gitarrist, verließ die Band und ließ sich von Cat Stevens für dessen Live-Band engagieren. Hine, mittlerweile so etwas wie der »Kopf« der Band, fand zunächst keinen Ersatz für Warner, so dass die Band ein Trio blieb. Dennoch gingen die Musiker an die Aufnahmen zu einem weiteren Album. Hilfestellung leistete Geoffrey Richardson von Caravan, der eine Reihe von Instrumenten, darunter auch Gitarre spielte. »Barracuda«, so der Titel des 1977 veröffentlichten Albums, blieb allerdings in den Plattenläden liegen und besiegelte damit das Ende von Quantum Jump. Als »The Lone Ranger« 1979 doch noch den Weg zum Publikum fand, kamen Hine, Warner, Perry und Morais noch einmal zusammen und traten hier und da gemeinsam auf. Aus den beiden früheren Alben suchten sie einige Songs heraus, überarbeiteten sie und präsentierten dann als »Mixing« – der Erfolg blieb hartnäckig aus.
Die erste LP von Quantum Jump war noch eine Platte von Musikern für Musikern, ein gekonnt gespielter Jazzrock, garniert mit einigen Pop-Elementen;»The Lone Ranger« war aber auch der einzige Song des Albums, der überhaupt tauglich für eine Single war. »Barracuda« dagegen war ein veritables Stück Artrock, vergleichbar mit einschlägigen Arbeiten etwa von den Beatles oder 10cc. Der Einfluss des Jazz trat nur noch gelegentlich auf, im Vordergrund standen der Song und auch das Unerwartete. Mit dieser auch durchaus ironischen Musik aber kam Quantum Jump in der zweiten Hälfte der 1970er-Jahre zu spät: Der Progressive Rock der alten Schule hatte sich erschöpft, der gut gearbeitete, ironisch ornamentierte Popsong dagegen war für mehrere Jahre nicht recht gefragt. Auf den ersten Blick wirkt Quantum Jump zwar wie eine Band aus der zweiten oder dritten Reihe, auch, weil kommerzieller Erfolg ausblieb, doch war das Trio durchaus in der britischen Rockmusik eingebunden: Für »Barracuda« arrangierte Henry Lowther die Bläsersätze, Simon Jeffes schrieb die Streicherstimmen, brachte auch gleich die Musiker vom Penguin Cafe Orchestra mit, und Elkie Brooks war bereit, etwas Gesang beizusteuern. Rupert Hine schließlich wurde zu einer Grauen Eminenz der Rockmusik, war bald ein sehr gefragter Produzent und wurde von Musikern und Bands wie Tina Turner, Chris de Burgh, Stevie Nicks, Rush, The Waterboys, Kate Bush, Suzanne Vega und Howard Jones engagiert; insgesamt produzierte er mehr als 125 Alben. Gemeinsam mit Kevin Godley, früher bei 10cc, war er 1990 auch Initiator des von der BBC durchgeführten Projekts »One World, One Voice«, in dem 300 Musiker aus aller Welt gemeinsam einen Song komponierten.


Diskografie

Quantum Jump (1976)
Barracuda (1977)
Mixing (1979)


Weblink

http://www.ruperthine.com (Offizielle Website des Produzenten Rupert Hine)