Rammstein

Rammstein, deutsche Metal-Band, 1994 in Berlin gegründet; die Band ging aus mehreren deutschen Bands hervor.

Bandbiografie

Till Lindemann (* 1966; Gesang) hatte zuvor in der Punk-Band First Arsch, Richard Kruspe (* 1967; Gitarre) bei Das Auge Gottes, Oliver Riedel (* 1966; Bass) bei The Inchtabokatables und Christoph Schneider (* 1966; Schlagzeug) bei Die Firma gespielt. Die vier Musiker nannten ihre Band Rammstein, stritten aber zunächst ab, dass sie damit Bezug auf den Ortsnamen Ramstein in Rheinland-Pfalz nehmen wollten; dort waren 1988 bei einer Flugschau auf dem amerikanischen Luftwaffenstützpunkt 70 Menschen durch den Absturz eines Militärjets ums Leben gekommen. Später räumten die Musiker ein, die Band zunächst Rammstein-Flugschau benannt haben zu wollen und das zweite M aus Unkenntnis in den Ortsnamen eingefügt zu haben.

Das erste Ziel der jungen Band war die Teilnahme am 19. Rockwettbewerb des Senats von Berlin. Dazu nahmen die Musiker vier Songs auf – »Das alte Leid«, »Weißes Fleisch«, »Seemann«, »Rammstein« – und gewannen als Preis einen einwöchigen Studioaufenthalt. Als weitere Musiker stießen daraufhin der Gitarrist Paul Landers (* 1966) und der Keyboard-Spieler Flake Lorenz, eigentlich Christian Lorenz (* 1966), zu Rammstein.

1995 gelang es der Band, einen Vertrag bei der deutschen Plattenfirma Motor Music Records zu erhalten. Noch im selben Jahr erschien das Debütalbum »Herzeleid«. Die rohe Musik mit den martialisch gesungenen Texten fiel zunächst nicht weiter auf, doch »Sehnsucht« (1997) machte die Gruppe beinahe schlagartig im deutschsprachigen Raum bekannt. Für das Cover hatten die Musiker sich von dem Künstler Gottfried Helnwein so schminken lassen, als hätten sie gerade die Obduktion durch einen Stümper hinter sich gebracht. Songs wie »Tier«, »Bestrafe mich«, »Bück dich«, »Spiel mit mir«, allemal griffiger Hardrock, erinnerten in ihrer kurz angebundenen Befehlsform an D.A.F (»Tanz den Mussolini!«) und verschafften der Band die beabsichtigte mediale Aufmerksamkeit. Auffällig auch die Konzertauftritte Rammsteins, bei denen das Spiel mit dem Feuer eine zentrale Rolle spielte – bis zur Selbstentzündung Lindemanns. Einen Eindruck von den Auftritten der Band gab das 1999 veröffentlichte Album »Live in Berlin«. Mit weiteren Veröffentlichungen ließen sich die Musiker Zeit. »Mutter« erschien 2001, »Reise, Reise« 2004, »Rosenrot« 2005 und mit »Völkerball« 2006 wieder ein Live-Album. Inzwischen hatte sich die Gruppe aber internationale Reputation erarbeitet und trat nicht nur in ganz Europa auf, sondern auch in den USA.

Rammstein erregte von Anfang an Widerspruch, dem die Band zunächst ambivalent gegenüberstand. Der Bandname Rammstein und der Song »Rammstein« (Ein Mensch brennt, Fleischgeruch in der Luft, ein Kind stirbt) – die Musiker wollten keinen Zusammenhang sehen. Dass Gebaren der Musiker, denen jeder Sinn für Ironie fehlt, die provokativen, häufig um das Thema Gewalt kreisenden Texte, der Gesangsstil Lindemanns – der das R rollte wie es zu Zeiten des Dritten Reiches nicht nur in Film, Funk und Schallplattenstudio gern gehört wurde –, hatte nach Angaben der Musiker ebenso wenig mit ihrer politischen Gesinnung zu tun wie andere Songs mit ihren sexuellen Vorlieben. Die Musik selbst, die im Studio noch filigraner eingespielt wurde als sie im Konzert dann tatsächlich erklingt, ist ein einfacher, aber wirkungsvoller Hardrock. Auf der Bühne dominieren die Gitarren, Unisono-Passagen der tiefer gestimmten Instrumente rücken die Band aber auch in die Nähe jüngerer Entwicklungen im Heavy Metal.

Diskografie

Herzeleid (1995)
Sehnsucht (1997)
Live aus Berlin (1999)
Mutter (2001)
Reise, Reise (2004)
Rosenrot (2005)
Völkerball (2006)

Weblink

www.rammstein.de (Offizielle Sebsite der deutschen Rockband Rammstein)