Rick Biddulph

Biddulph, Rick, britischer Bassist, *Kent (England) 15.3. 1950

Rick Biddulph spielte als Jugendlicher Gitarre, wechselte aber zum Bass, als er ein Studium in Canterbury aufnahm und sich dort lokalen Folk-Bands anschloss. Daneben war er interessierter und aufmerksamer Augenzeuge des Aufblühens der Canterbury Scene, schrieb gelegentlich auch Konzertberichte über kleinere Zeitschriften im universitären Bereich über Konzerte. So lernte er auch die Folkrock-Band Spirogyra kennen, die ihn für eine Europa-Tournee als Roadie engagierte. Bei den Aufnahmen zum zweiten Album der Band spielte er ein wenig Mandoline, dann engagierten ihn Barbara Gaskin und Martin Cockerham – Spirogyra war mittlerweile zum Duo geschrumpft – als Bassist für eine Tournee. Als Spirogyra sich 1974 auflöste, holte ihn die Band Hatfield and the North als Roadie; auch für National Health arbeitete er in dieser Funktion, war sogar an dem Song »Dreams Wide Awake« von deren LP »Of Queues and Cures« (1978) als Bassist beteiligt. Auf Anregung Dave Stewarts gründete Biddulph 1976 eine Band, deren einzige Aufgabe darin bestand, die Konzerte von National Health als Support Band zu eröffnen. Biddulph gab der Band, zu der Steve Borrill von Spirogyra gehörte und von dem die meisten Songs stammten, den Namen Crass Stupidity. In diesem Umfeld von Musik, Betreuung von Musikern und Instandhaltung von Musikinstrumenten arbeitete er auch weiterhin, als Hatfield and the North und National Health Geschichte wurden.

Der Canterbury Scene blieb Biddulph stets treu, arbeitete etwa einige Male mit Hugh Hopper zusammen, und auch Dave Stewart holte ihn dann und wann, zunächst für seine Formation Rapid Eye Movements. Später spielte Biddulph Bass für das Duo Gaskin/Stewart, als die Anfnag der 1980er-Jahre mit einigen Cover Versions älterer Pop-Titel einen Platz im Pop-Bereich erobern wollten, etwa mit dem Hit »It’s My Party«; Musikvideos aus dieser Phase seiner beruflichen Laufbahn mit Gaskin/Stewart zeigen Biddulph auch modisch auf der Höhe der Zeit.

Derart kurze Erfolge genügten allerdings nicht zum Leben, so dass Biddulph als Bassist bei diversen Bands der zweiten und dritten Reihe anheuerte. Ende der 1980er-Jahre war er Mitglied der französischen Band Anaïd, verhalf daneben aber auch Greenpeace zu der Musik für ihre Videos. Aus diesen Arbeiten entwickelt er ein eigenes Album, das 1995 unter dem Titel »Second Nature« veröffentlicht wurde.

Als Richard Sinclair 1991 für seine Gruppe Caravan of Dreams eine Bassisten suchte, um auf Tournee gehen zu können – er selbst sang und spielte Gitarre –, fiel seine Wahl auf Biddulph. Biddulph blieb bis 1994, wurde dann von Andy Ward in dessen glückloses Mirage-Projekt geholt. Seitdem spielt Biddulph nur noch in einer Rolling-Stones-Cover-Band, die sich Strolling Bones nennt, arbeitet als Komponist und Produzent und beliefert Instrumenten-Libraries mit Material. Ein zweites Solo-Album, »Parabolic Versions«, veröffentlichte er 2000.

Diskografie

Second Nature (1995)
Parabolic Versions (2000)

Mit Barbara Gaskin/Dave Stewart

Up From The Dark (1986)