Roy Wood

Wood, Roy, eigentlich Ulysses Adrian Wood, * Kitts Green, Birmingham (England) 8.11. 1946, britischer Rockmusiker

Roy Wood begann seine musikalische Karriere im Alter von 15 Jahren, als er Mitglied der Band The Falcons wurde. 1963 wechselte er zu der Formation Gerry and the Avengers, dann zu Mike Sheridan and the Nightriders. Zu dieser Zeit war er sich noch nicht sicher, ob er professionell als Musiker arbeiten wollte und betrieb parallel zu seinem Engagement in den Rockbands ein Kunststudium am Moseley College of Art; die Kunstschule exmatrikulierte ihn allerdings schon 1964.
Wood nahm dies zum Anlass, mit weiteren Musikern aus Birmingham die Band The Move zu gründen; seinen Platz bei den Nightriders nahm der Gitarrist und Sänger Jeff Lynne ein und die Band gab sich mit The Idle Race auch gleich einen neuen Namen. The Move war aufgrund ihrer nicht zuletzt von Wood inszenierten Provokationen eine höchst auffällige Band und damit von Anfang an mit Songs wie »Night of Fear« (19669, »I can hear the Grass grow« (1967) und »Flowers in the Rain« (1967) erfolgreich. An diese ersten Hits schlossen sich 1968 weitere an, zumal Wood die Führung der Band übernahm, als der Sänger Carl Wayne The Move verließ. Wood überredete Jeff Lynne, Idle Race zu verlassen und ebenfalls Mitglied von The Move zu werden. Lynne willigte unter der Maßgabe ein, für seine musikalischen Ambitionen eine Band neben The Move zu gründen. Auf diese Weise entstand das Electric Light Orchestra, eine Band, die nach dem Willen Woods sich experimenteller Musik widmen sollte. ELO benötigte allerdings weit mehr Einsatz, als Wood und Lynne zu nächst zu geben beriet waren, und so wurde The Move aufgelöst. Wood indes hielt es auch nicht bei Electric Light Orchestra: Sein Plan, bei dieser Band seine Fähigkeiten neben der Gitarre diverse Instrumente spielen zu können – er griff gleichermaßen gern zu Gitarre, Bass, Cello, Blockflöte, Querflöte, Sitar, Saxophone, Klarinette, Oboe, Schlagzeug, Fagott und allerlei Tasteninstrumente – spielen zu können, zur Geltung zu bringen, ging im Chaos der ersten Auftritte unter. Lynne, der Woods anarchisches Gebaren, eingeschlossen dessen Hang zu bizarrer Verkleidung, mit Skepsis sah, setzte sich schließlich durch und formte aus ELO eine der erfolgreichsten Bands der 1970er-Jahre. Wood hingegen verließ schon 1972 die Gruppe und gründete Wizzard, eine Band, mit der er seine Ideen ohne Kompromisse und Blick auf die Hitparaden verwirklichen wollte.
Wizzard war eine Band, deren Musik ihren Reiz aus der Parodie zog. Wood ahmte die Produktionsmethoden Phil Spectors nach, türmte auf den Bändern seiner Aufnahmen diverse Instrumentalspuren übereinander, und mischte Rock’n’Roll mit Einflüssen diverser Musik, von traditioneller Kunstmusik bis zu aktuellem Pop. Gemeinsam mit sechs weiteren Musikern veröffentlichte Wood unter dem Namen Wizzard zwei Alben, »Wizzard Brew« (1973) und »Introducing Eddy and the Falcons« (1974). Als Wizzard 1975 auseinanderbrach – die Band erreichte nie die Aufmerksamkeit, die das Publikum seinerzeit The Move hatte zu Teil werden lassen, und bei weitem nicht die, die ELO auf sich zog -, hatte Wood längst seine Solo-Karriere begonnen: 1973 präsentierte er »Boulders«, 1975 »Mustard«. Zwar versuchte er es 1977 noch einmal mit einer eigenen Wizzo Band, mit der er sich auch dem Jazzrock aufgeschlossen zeigte, doch trat die Formation nur einmal öffentlich auf.
Seit Ende der 1970er-Jahre taucht der Name Woods immer wieder auf, mal tritt er als Solist in Erscheinung, mal im Rahmen einer neuen Band – so etwa unter Roy Wood’ Helicopters, unter Roy Wood’s Army oder unter Roy Wood Rock & Roll Band -, mal als Side Man bei anderen Musikern, etwa bei Rick Wakeman oder Mike Batt.
Man kann Woods Karriere unter dem Gesichtspunkt der Starrsinnigkeit sehen, oder unter dem seines unbedingten Strebens nach Unabhängigkeit – die dann auch mal im Misserfolg endete. Dabei darf nicht übersehen werden, dass er mehr als 20 Singles in die Hitparaden Großbritanniens brachte, mit »I Wish it could be Christmas everyday« 1973 ein Weihnachtslied veröffentlichte, das längst zum Kanon der britischen Weihnachtslieder gehört und 2008 seine Arbeit aus gutem Grund von der University of Derby mit einem Ehrendoktor gewürdigt wurde. In seiner Musik hat er nie den mitunter verbissenen Ernst eines Frank Zappas – der in mancher Hinsicht als sein amerikanisches Gegenstück angesehen werden kann – an den Tag gelegt, doch dürfte sein unberechenbarer Witz, sein Hang zu Parodie und Ironie wie auch seine Ader für offensichtlichen Klamauk einer kommerziell erfolgreicheren Karriere häufig im Wege gestanden haben.



Diskografie

Solo

Boulders (1973)
Mustard (1975)
Super Active Wizzo (1977)
On the Road Again (1979)
Starting Up (1987)

Mit Wizzard

Wizzard Brew (1973)
Introducing Eddy and the Falcons (1974)
Main Street (1975; erst 2000 veröffentlicht)

Weitere LP mit Electric Light Orchestra



Weblink

www.roywood.co.uk (Offizielle Website des britischen Rockmusikers Roy Wood)