Schicke Führs Fröhling

Stichworte Emerson, Lake & Palmer | Frank Zappa | King Crimson | Mellotron



Schicke Führs Fröhling, deutsche Progressive-Rock-Band, 1975 in Oldenburg gegründet.

Bandbiografie

Der Gitarrist und Bassist Heinz Fröhling (* 1951) und der Schlagzeuger Eduard Schicke (* 1947) lernten 1974 den Keyboard-Spieler Gerd Führs (* 1955, † 1992) anlässlich eines Konzertes der Jazzrock-Band Samspel kennen; Fröhling und Schicke selbst waren Mitglieder der Gruppe Spektakel. Alle drei Musiker hatten solide musikalische Kenntnisse: Fröhling hatte in Bremen Gitarre studiert, Schicke in diversen Tanz-Combos gespielt und Führs studierte an der Musikhochschule Münster Klavier und Schlagzeug. Die drei Musiker beschlossen, ein eigenes Trio zu gründen, was zu der Auflösung von Spektakel führte. Das Trio wurde in Anlehnung an die britische Gruppe Emerson, Lake & Palmer ebenfalls nur nach den Nachnahmen der Musiker genannt: Schicke Führs Fröhling – SFF. Gemeinsam bezog man einen Bauernhof in der Nähe von Köln, baute ein kleines Studio ein und arbeitete an der eigenen Musik. Nach kaum einem halben Jahr trat SFF erstmals auf, überzeugte beim German Rock Festival 1975 nicht nur das Publikum im Münchner Zirkus-Krone-Bau, sondern auch die Schallplattenfirma Metronome Records, die das Trio unter Vertrag nahm.
1976 erschien mit »Symphonic Pictures« das Debütalbum der Band. Kurze Zeit war als Produzent dieses Albums Frank Zappa im Gespräch, doch kam diese Zusammenarbeit wegen Terminschwierigkeiten nicht zustande. Statt Zappa produzierte Dieter Dirks die LP. Das Trio war dann auf den Festivals in Scheeßel und dem Brain Festival zu hören und zu sehen. 1977 wurde »Sunburst«, 1978 »Ticket to Everywhere« präsentiert. Differenzen über den weiteren Weg der Gruppe führte dazu, dass Schicke die Band verließ und sich bei der Band Hölderlin hinter die Drums setzt. Fürs und Fröhling blieben als Duo zusammen und legten noch vor der Veröffentlichung von »Ticket to Everywhere« ihr Album »Ammerland« (1978), später die Platten »Strings« und »Diary« vor. Anfang der 1980er-Jahre gingen die beiden Musiker auseinander und spielten in verschiedenen Bands. Fröhling eröffnete Anfang der 1990er-Jahre in Oldenburg eine Musikschule, während Führs für den Musikinstrumenten-Hersteller Yamaha arbeitete. Schicke betrieb ein Musiklokal. Claudia Fröhling gründete 2000 das Schallplatten-Label Nordsee-records, auf dem die Platten der Bands sukzessive wieder veröffentlicht werden sollen.
Schicke Führs Fröhling gelang für drei LP ein seltenes Kunststück: Sie verbanden Jazzrock und Progressive Rock zu einem schlüssigen Ganzen, wie es hier und da aufblitzt, etwa bei »Relayer« (1974) von Yes oder auf einigen Alben von King Crimson. Gesang spielte in der ausgetüftelten, von zwei Mellotrons, Synthesizern, Gitarre, Bass und Schlagzeug bestimmten Musik des Trios keine Rolle. Die fragile Balance in den formal sehr ausdifferenzierten Kompositionen konnte dann auch nur wenige Jahre halten.



Diskografie

Symphonic Pictures (1976)
Sunburst (1977)
Ticket ot Everywhere (1978)
Live 1975 (2002)

Führs & Fröhling

Ammerland (1978)
Strings (19799
Diary (1981)



Weblink

http://www.schickefuehrsfroehling.de/ (Offizielle Website der deutschen Rockband Schicke Führs Fröhling)