Stern-Combo Meißen

Stern-Combo Meißen, deutsche Rockband, 1964 in Meißen gegründet; von 1980 bis 1989 nannte sich die Band nur Stern Meißen.

Bandbiografie

Der Schlagzeuger und Sänger Martin Schreier, der Keyboard-Spieler und Sänger Norbert Jäger und der Bassist und Sänger Bernd Fiedler hatten 1964 die Band, die Ende des Jahres erstmals öffentlich auftrat, gegründet. Zunächst spielte die Stern-Combo Meißen, zu der außerdem der Saxofonist Werner Bertram sowie die Gitarristen Günter Manicke, Gottfried Sieber und Dieter Schreiber gehörten, Kompositionen amerikanischer Brassrock-Gruppen wie Chicago und Blood, Sweat & Tears nach und verfasste in diesem Stil auch eigene Songs. Von 1970 bis 1973 gehörte ein dreistimmiger Bläsersatz zur Stern-Combo Meißen.

Anfang der 1970er-Jahre entschlossen sich Schreier und Jäger, die häufig umbesetzte Band professionell weiterzuführen. Gleichzeitig wandten sich die Musiker dem seinerzeit aktuellen Progressive Rock zu und lehnten sich mit ihrer Musik an die Musik etwa von Emerson, Lake & Palmer, Yes und Genesis an. In dieser für die Band äußerst erfolgreichen Phase entstanden auch einige LPs, die die Band als DDR-Vertreter des Progressive Rock über ihr Heimatland hinaus bekannt machten, so etwa »Stern Combo Meißen« (1977), »Weißes Gold« (1979) und »Der weite Weg« (1979). Dem Konzeptalbum »Weißes Gold« etwa lag die Geschichte um die Entstehung der Porzellanherstellung in Meißen zugrunde; für den Teil »Der Goldmacher« hatte Keybaord-Spieler Thomas Kurzhals eine Komposition Johann Kuhnaus (* 1660, † 1722) bearbeitet.

1980 verkürzte Schreier den Namen der Band auf Stern Meißen, und auch die musikalische Ausrichtung änderte sich hin zu einem auch thematisch einfacheren, aber perfekt vorgetragenen Rock. 1989 ging die Stern-Combo Meißen zwar zunächst auseinander, doch fanden sich 1995 auf Anregung des Managers der Band, Detlef Seidel, einige Musiker bereit, die Formation wieder auferstehen zu lassen. 1996 gab die neue Stern-Combo Meißen – der aber auch wieder Schreier, Jäger und der langjährige Sänger der Band, Reinhard Fißler angehörten – ein vom Publikum stark beachtetes Konzert in Riesa. Seitdem ist die Band wieder aktiv, trat im Rahmen des Projekts Rock-Classics mit dem Kammermusikensemble Dresden auf, unternahm eine Tournee durch Israel und tat sich mit den Bands electra und Lift zu dem so genannten »Sachsendreier« zusammen. 2009 waren neben Schreier und Jäger die Keyboard-Spieler Thomas Kurzhals und Sebastian Düwelt, der Bassist Axel Schäfer, der Schlagzeuger Frank Schirmer und der Sänger Michael Brödel, genannt Larry B., Mitglieder der Stern-Combo Meißen.

Bei der Stern-Combo Meißen haben im Laufe der Jahre – 2009 feierte die Band ihr 45-jähriges Jubiläum – eine Vielzahl von Musikern mitgewirkt, so etwa der Gitarrist und Trompeter Werner Kunze, die Keyboard-Spieler Lothar Kramer, Andreas Bicking, Frank Nicolovius und Eghard Schumann, die Bassisten Peter Rasym und Alexander Procop, der Schlagzeuger Michael Behm, der Sänger IC Falkenberg und für kurze Zeit auch die Sängerin Veronika Fischer.

Nunmehr mit zwei obligaten Keybaord-Spielern hat sich die Stern-Combo Meißen wieder der Musik ihrer erfolgreichen Periode in den 1970er-Jahren zugewandt. Seinerzeit hielt die Musik der Band einem Vergleich mit etwa den deutschen Bands Tritonus und Triumvirat durchaus stand. Das Konzeptalbum »Weißes Gold« muss sogar als Klassiker des Genres gelten.

Diskografie

Stern Combo Meißen (1977)
Weißes Gold (1979)
Der weite Weg (1979)
Reise zum Mittelpunkt des Menschen (1981)
Stundenschlag (1982)
Taufrisch (1985)
Nächte (1987)
Live (1996)
Leben möchte ich (1999)
40 Jahre Stern-Combo Meißen (2004)
Hits & Raritäten (2009)

Weblink

http://www.stern-combo-meißen.com/ (Offizielle Website der deutschen Rockband Stern-Combo Meißen)