Steve Hillage

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Hillage, Steve, eigentlich Stephen Simpson Hillage, britischer Rockmusiker (Gitarre, Komoposition), * Chingford (London Borough of Waltham Forest, England) 2.8. 1951

Biografie

Noch als Schüler, im Alter von 16 Jahren, gründete Hillage mit dem Organisten Dave Stewart, dem Bassisten Mont Campbell und dem Schlagzeuger Clive Brooks eine Bluesband, die die vier Musiker Uriel nannten; Uriel ist der Name eines der vier Erzengel. Als Hillage nach seinem Schulabschluss die Band verließ, um ein Studium aufzunehmen, gründeten Stewart, Campbell und Brooks die Band Egg. Tatsächlich widmete sich Hillage drei Jahre seiner weiteren Ausbildung an der Kent University in Canterbury, wo er gelegentlich auch gemeinsam mit Caravan Musik machte. 1971 gründete er mit Nick Greenwood, vorher Bassist bei Crazy World of Arthur Brown die Formation Khan, für die er auch bald Dave Stewart gewann; die Band nahm ein Album auf, das 1972 unter dem Titel »Space Shanty« 1972 veröffentlicht wurde. Hillage und Greenwood gerieten allerdings bald in Streit über die musikalische Ausrichtung der Band und Greenwood verließ Khan. Zwar holte Hillage noch den Bassisten Nigel Griggs, später bei der neuseeländischen Artrock-Band Split Enz, doch fand sich keine Schallplattenfirma bereit, Khan eine zweite Chance zu geben.
Hillage ließ sich von Kevin Ayers für dessen Tournee-Band engagieren und nahm auch an den Aufnahmen zu »Bananamour« (1973) teil. Die Tournee endete in Frankreich, und Hillage, der Gefallen an der Musik der Gruppe Gong gefunden hatte, blieb dort und wurde Mitglied in der Band des australischen Gitarristen Daevid Allen. Mit Gong spielt der Gitarrist drei Alben ein, die als »Radio Gnome Trilogy« in die Rock-Geschichte eingingen. Nachdem Allen Gong 1975 verlassen hatte, versuchte Hillage zwar noch, die Band am Leben zu erhalten, gab dieses Vorhaben aber noch im selben Jahr auf und schlug eine Solo-Karriere ein.
Die führte ihn nach New York, wo Hillage unter Leitung des Produzenten Todd Rundgren und mithilfe einiger Musiker von dessen Band Utopia sein erstes Solo-Album, »L« (1976), einspielte. Rundgren übte erheblichen Einfluss auf das Album aus: Er selbst hatte gerade »Faithful« aufgenommen, das zur Hälfte aus akribischen Cover Versions bestand, und so waren auch die Hälfte der auf Hillages »L« zu hörenden Songs Cover Versions.
Mit dem Album fand Hillage seinen Platz im Musikgeschäft, veröffentlichte 1977 »Motivation Radio«, 1978 »Green«. An all seinen Produktionen war seine Lebensgefährtin Miquette Giraudy beteiligt. Das Festhalten des Gitarristen an den Prämissen des Progressive Rock wie ausgefeilte Studiotechnik, instrumentaler Perfektionismus und eskapistischen Themen brachten ihm das Etikett des »ewigen Hippies« ein und so sank spätestens nach 1980 das Interesse des Publikums an seiner Musik – wenn auch er selbst im Punk die Möglichkeit einer Erneuerung sah.
So stellte Hillage sich während der 1980er-Jahren in den Hintergrund und produzierte die Platten anderer, so etwa die von IQ, Simple Minds, Real Life, Nash the Slash und Cock Robin. Als die Formation The Orb Anfang der 1990er-Jahre auf sein 1979 veröffentlichtes Album »Rainbow Dome Musick« zurückgriff, formierte Hillage mit Giraudy System 7. Mit dieser Gruppe machte er sich in kurzer Zeit einen Namen im Bereich Dance Music.
Nach der Jahrtausendwende trat er mit Giraudy anlässlich des Festivals Gong Unconvention in Amsterdam mit einer Band auf, die er kurzerhand Steve Hillage Band genannt hatte. Hillage verfolgte diese Idee einer melancholischen Reunion und 2008 gab es tatsächlich einige Konzerte bei denen Giraudy und er mit Daevid Allen, Gilly Smyth und Mike Howlett auf der Bühne stand. Die Namen des Paares waren dann auch auf dem Booklet der CD zu lesen, die Gong 2009 unter dem Titel »2032« veröffentlichte. — Der »ewige Hippie« – frühe Fotos zeigen Hillage langhaarig, bärtig, in wallende Gewänder gehüllt, viele sahen Ende der 1960er-, Anfang der 1970er-Jahre so aus. Doch behielt Hillage diese Äußerlichkeiten bei. Und tatsächlich finden sich auch in seiner Musik diverse Requisiten des Hippietums: exotische Instrumente, elektronische Effekte. Allerdings präsentierte er sich auch als virtuoser Verfasser von Songs, in denen all diese Requisiten ein plausibles Ganzes ergaben. Er war und ist in der Tat offen für vielerlei Musik, und daher ist es sicherlich kein Zufall, dass er mit Todd Rundgren zusammenarbeiten konnte, um etwa aus Donovans »Hurdy Gurdy Man« mehr Flower Power herauszukitzeln, als Donovan je ahnen konnte. Seine Aufgeschlossenheit jeglicher Musik gegenüber konnte er sich erhalten und deshalb mit Ambient Music ebenso sein Publikum finden, wie für den Raï-Musiker Rachid Taha Gitarre spielen.



Diskografie

Fish Rising (1975)
L (1976)
Motivation Radio (1977)
Green (1978)
Live Herald (1979)
Rainbow Dome Musick (1979)
Open (1979)
For to Next/And Not Or (1983)
BBC Radio 1 Live (1994)
Light in the Sky (2003)
Live at Deeply Vale Festival 1978 (2004)
Dreamtime Submersible (2008; mit Evan Marc)



Weblink

http://www.a-wave.com/system7/ (Offizielle Website der Formation System7)